Alemannisches Institut

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Das Alemannische Institut Freiburg i. Br. e. V. ist eine Vereinigung von Wissenschaftlern, die sich die landeskundliche Erforschung des alemannisch-schwäbischen Sprach- und Siedlungsraumes zum Ziel gesetzt hat. Im Alemannischen Institut sind etwa 200 Mitglieder aus nahezu allen wissenschaftlichen Fachrichtungen vertreten, so Geographie, Geologie, Germanistik, Geschichte, Dialektologie, Landespflege, Botanik, Forstwissenschaft, Landesplanung, Archäologie, Rechtsgeschichte, Kunst- und Architekturgeschichte, Gerichtsmedizin, Soziologie und andere.

Es wurde 1931 auf Anregung des damaligen Reichsinnenministers Joseph Wirth als außeruniversitäre Forschungseinrichtung gegründet. Dem Historiker Theodor Mayer folgte als langjähriger Vorsitzender der Geograph Friedrich Metz.[1] Durch das Institut, welches in den Nachrichtenverbund des Reichssicherheitshauptamtes der SS gegen die Schweiz eingebunden war,[2] propagierte Metz völkische Forschungen bezogen auf den alemannischen Raum vom Oberrhein bis zum Vorarlberg und dem Monte-Rosa-Massiv.

Das Institut wirkt als Verbindung von Fachwissenschaft und interessierter Öffentlichkeit durch landeskundliche Publikationen, die Veranstaltung von wissenschaftlichen Fachvorträgen und Tagungen sowie durch die Organisation landeskundlicher Vortragsreihen und Exkursionen. Daneben fördert der Verein die Zusammenarbeit mit anderen landeskundlichen und landesgeschichtlichen Institutionen.

Das Institut ist ein eingetragener Verein und wird vor allem durch das Land Baden-Württemberg gefördert. Neben der Hauptstelle in Freiburg unterhält das Alemannische Institut eine Arbeitsgruppe an der Universität Tübingen.

Vorsitzender des Alemannischen Instituts ist seit April 2014 Werner Konold. Seine Vorgänger waren von 2001 bis 2014 der Provinzialrömische Archäologe Hans Ulrich Nuber, von 1983 bis 2001 der Geograph Wolf-Dieter Sick und von 1962 bis 1983 der Kirchenhistoriker Wolfgang Müller.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Alemannische Institut. 75 Jahre grenzüberschreitende Kommunikation und Forschung (1931-2006), hrsg. vom Alemannischen Institut Freiburg im Breisgau. Freiburg und München 2007; darin u. a.
    • Franz Quarthal: Das Alemannische Institut von seiner Gründung bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges, S. 47-96 (Digitalisat).
    • Jürgen Klöckler: Vom Alemannischen Institut zum „Oberrheinischen Institut für geschichtliche Landeskunde“. Theodor Mayer als Wissenschaftsorganisator im „Dritten Reich“, S. 135-142 (Digitalisat).
    • Jörg Stadelbauer: Kämpfer für Struktur, Standort und Profil des Alemannischen Instituts – Friedrich Metz (1938-1945; 1952-1962), S. 143-154 (Digitalisat).

Weblink[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mayer wie Metz waren Nationalsozialisten, welche Subversion gegen die Schweiz betrieben, siehe Michael Fahlbusch: Ein fragwürdiger Philanthrop. Die subversiven Aktivitäten des deutsch-völkischen Stiftungsgründers Toepfer in der Schweiz. In: Geschichte Online Heft 12, 2013, S. 39-68 (Volltext).
  2. Hans Rudolf Fuhrer: Spionage gegen die Schweiz, Die geheimen deutschen Nachrichtendienste gegen die Schweiz im Zweiten Weltkrieg 1939–1945. Frauenfeld 1982, ISBN 3274000035, S. 67.

Koordinaten: 47° 59′ 45″ N, 7° 50′ 41″ O