Alexander Gérard (Architekt)

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Alexander Gérard, 2005

Alexander Gérard (* 2. Dezember 1949 in New York City, USA) ist ein deutscher Architekt und Immobilien-Projektentwickler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alexander Gérard entstammt einer Berliner Hugenotten-Familie und wuchs zunächst in den USA und dann in Europa auf. Nach Schulbesuchen in der Schweiz, England und Schottland und dem Abschluss des Abiturs in Deutschland absolvierte er ab 1968 ein Architekturstudium an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich, welches er im Jahre 1973 als Dipl.-Architekt ETH abschloss.

Gérard begann seine berufliche Laufbahn bei der Philipp Holzmann AG in Frankfurt/Main, wo er in der Auslandsabteilung Projekte im arabischen Raum betreute, bevor er im Jahre 1979 in die neu geschaffene Holdinggesellschaft Holzmann USA Inc. nach Charlotte/N.C. wechselte, in die die im gleichen Jahr von Holzman erworbene J.A. Jones Construction eingebracht wurde. 1981 übernahm Gérard die Geschäftsführung der Hamburgplan Planer + Ingenieure GmbH in Hamburg, einem Zusammenschluss von dreizehn meist in Hamburg ansässigen Planer-, Architekten- und Ingenieurbüros mit zusammen ca. 650 Mitarbeitern zwecks Abwicklung komplexer Planungsaufträge im In- und Ausland. 1989 wechselte Gérard zum Immobilienprojektentwickler FGV Gewerbebau Verwaltungs GmbH nach Frankfurt/Main, deren Geschäftsführer er 1991 wurde. 1995 gründete Gérard die „genius loci“ Grundstücksentwicklungs GmbH mit Sitz in Hamburg, deren alleiniger Geschäftsführer er seitdem ist.

An Projekten sind vor allem zu nennen:

  • das Hanseatic Trade Center an der Kehrwiederspitze in Hamburg, das bei Baubeginn 1991 mit einer Investitionssumme von DM 800 Mio. seinerzeit das größte Gewerbeimmobilien-Projekt Deutschlands war (zusammen mit Citibank, P&O und einem privaten Partner)
  • die Elbphilharmonie Hamburg (zusammen mit seiner Frau, der Kunsthistorikerin Jana Marko). Ab März 2001 Idee und Nutzungskonzeption für einen neuen Konzertsaal nebst Mantelbebauung bestehend aus Parkhaus, Hotel und Wohnungen auf dem historischen Kaispeicher A an der westlichen Spitze der HafenCity in Hamburg; im Juni 2003 Vorstellung der ersten Projektstudie der Schweizer Architekten Herzog & de Meuron in der Hamburger Laeiszhalle; ab Oktober 2003 Partnerschaft mit dem Hamburger Projektentwickler und Investor Dieter Becken, um das Vorhaben im kooperativen Verfahren zwischen Bauherrn, Planern und einem Generalunternehmer zu realisieren; im November 2004 Ausscheiden der Initiatoren, da die Stadt die Kontrolle über das Vorhaben übernehmen wollte[1].
  • MEHR ALZ HEIMAT in der Brandenburgischen Gemeinde Kleinmachnow, das – auch in Zusammenarbeit mit den Architekten Herzog & de Meuron – angrenzend an Berlin-Zehlendorf auf einem 30.000 m² großen Grundstück ausschließlich ebenerdig eine zukunftsweisende Form der Betreuung und Pflege von Menschen mit Demenz und deren Angehörige zum Ziel hat. Allerdings ist das Vorhaben auf erheblichen Widerstand seitens der Gemeinde gestoßen, sodass die Realisierung stockt.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Semper-Medaille[2] 2005 des Architektur Centrum Hamburg[3][4][5]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • „Hamburg – HafenCity oder Hafenstadt?/Die Hansestadt will Teile des Hafengeländes zurück gewinnen“, Neue Zürcher Zeitung, 2. Juni 2000
  • „...aus der Sicht eines Projektentwicklers, zweiter Exkurs“ (Zum Thema HafenCity Hamburg), Architektur in Hamburg, Jahrbuch 2000, Junius Verlag, Hamburg
  • „Aus der Sicht eines Projektentwicklers“ (Zum Thema HafenCity Hamburg), Architektur in Hamburg, Jahrbuch 1998, Junius Verlag, Hamburg
  • „Macht sich Bonn der Hehlerei schuldig?/Die Mühen mit der Rückgabe von enteignetem Privatbesitz“. Neue Zürcher Zeitung, 7. Februar 1997
  • „‚Göhnerswil‘ – Wohnungsbau im Kapitalismus/Eine Untersuchung über die Bedingungen und Auswirkungen der privatwirtschaftlichen Wohnungsproduktion am Beispiel der Vorstadtsiedlung ‚Sunnebüel’ in Volketswil bei Zürich und der Generalunternehmung Ernst Göhner AG“, Verlagsgenossenschaft Zürich, 1972 (Als Mitglied des Autorenkollektivs an der Architekturabteilung der ETH Zürich). Auch ins Französische übersetzt unter dem Titel „Göhnerswil. Logement et grand capital“. Librairie adversaire, Genf, 1974.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Interview in: Hawaii 03, Deutsches Schauspielhaus Hamburg (Seite 12-13) (PDF; 3,7 MB)
  2. http://www.architektur-centrum.de/h/semper_medaille_2005_24_de.php
  3. Semper-Medaille für Elbphilharmonie in Hamburg, BauNetz
  4. Das Image der Stadt verändern, Die Welt
  5. Hermann Hipp: Laudatio zur Verleihung der Semper-Medaille am 1. September 2005, Architektur Centrum Hamburg (PDF; 178 kB)