Alexander Heinrich von Thile

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Alexander Heinrich von Thile (* 15. Oktober 1742 in Glogau; † 24. Februar 1812 in Spandau) war ein preußischer Generalleutnant, Chef des Infanterieregiments Nr. 46 sowie Gouverneur von Breslau.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon sein Großvater Martin von Thile war preußischer Oberst und Regimentschef. Sein Vater Friedrich Leopold von Thile (* 26. Juli 1711; † 13. Januar 1779) war auch zunächst in preußischen Diensten. Er wechselte aber im Juni 1746 als Major in kursächsische Dienste.[1] und stieg bis zum Generalleutnant und Chef eines Infanterieregiments auf. Seine Mutter war dessen Ehefrau Katharina Rebekka von Firnhaber (* 31. August 1723; † 25. März 1777).

Militärkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thile wurde bereits am 9. Dezember 1752 Leutnant in der kursächsischen Leibgarde, musste aber zunächst keinen Dienst tun. Das änderte sich 1757 mit dem Beginn des Siebenjährigen Krieges. Nach der sächsischen Niederlagen kam er zur französischen Armee, wo er in der Schlachten von Bergen und Minden im Gefecht bei Lutterberg sowie der Belagerung von Braunschweig und Wolfenbüttel kämpfte. Am 24. Juli 1762 wurde er Hauptmann. Nach dem Krieg kam er zurück zur Sächsischen Armee, wurde am 2. Juni 1778 Major und nahm als solcher am Bayrischen Erbfolgekrieg teil. Am 9. Juni 1787 verließ er die Armee und trat am 1. Juli 1787 als Major mit Patent vom 29. August 1780 in preußische Dienste. Er wurde gleich Chef des Füsilierbataillons Nr. 14. Am 20. Mai 1788 wurde er Oberstleutnant und am 11. August 1790 Oberst. Als solcher nahm er am Feldzug in Polen teil. Er wurde am 6. Januar 1795 Generalmajor und Chef des Infanterieregiments Nr. 46.

Politisch wichtig war 1796 seine Ernennung zum Mitglied der Grenzregulierungskommission zwischen Preußen und Russland. Am 20. Mai 1801 Generalleutnant (Patent vom 23. Mai 1801). Bei der Revue am 25. Juni 1802 in Warschau erhielt er den Orden Pour le Mérite und dazu ein Geschenk von 2000 Talern. Anschließend war er am 3. August 1803 bei der Revue der sächsischen Truppen in Dresden und anschließend bei den Herbstmanövern in Potsdam. Nach der Mobilmachung marschierte Thile am 27. November 1805 mit einem Reservekorps von Glogau nach Schlesien. Nach der Demobilisierung kam er zurück nach Warschau. Kurz vor dem Vierten Koalitionskrieg erhielt er 4. August 1806 auch noch 2000 Taler als Geschenk, um seine Ausgaben während seine Arbeit in der Grenzkommission zu decken. Am 11. September 1806 wurde er Interimsgouverneur der Festung Breslau mit dem Befehl, die Festung unter allen Umständen zu halten. Aber schon am 5. Januar 1807 übergab er die Festung den Franzosen. Nach dem Krieg kam es daher zu einem Kriegsgerichtsverfahren und er wurde am 19. März 1811 zu zwei Jahren Festungshaft in Spandau verurteilt. Der König erlaubte ihm aber am 29. April 1811 seinen Arrest in der Stadt Spandau zu verbüßen. Er starb am 24. Februar 1812 in Spandau.

Deutsch-Russische Grenzkommission[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er war bereits Chef des Infanterie-Regiments in Warschau, als er am 25. Dezember 1795 zu Mitglied der Kommission ernannt wurde. Weiter waren der damalige Major Stein und der Kriegsrat Vetter dabei. Die Kommission erhielt genaue Instruktionen vom König. Es war der Geschicklichkeit des Generals Thile zu verdanken, dass es immer wieder zum Kompromissen mit dem Fürsten Repnin und dem General Panin kam. Am 11. Juli 1796 kam es zu einem Abschluss und General Thile überreichte im Auftrag des Königs dem Fürsten Repnim den Schwarzen Adlerorden und dem General Panin den Roten Adlerorden, dazu ein Geschenk von 4000 Talern.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thile verheiratete sich am 15. April 1768 in Leipzig mit Henriette Friederike von Runkel (* 4. Oktober 1748; † 5. März 1829). Das Paar hatte folgende Kinder:[2]

  • Karl Alexander Leopold (1774–1777)
  • Emilie Charlotte Auguste (* 31. März 1777) ∞ 22. September 1800 in Warschau, Friedrich Wilhelm Ernst von Tiesenhausen (* 1747; † 9. Januar 1837), preußischer Major und von 1801 bis 1806 Kommandant von Königsberg[3]
  • Louis Gustav (* 11. November 1781; † 21. November 1852), preußischer General
  • Adolf Eduard (* 2. April 1784; † 24. August 1861), preußischer General ∞ 26. Dezember 1811 Auguste Ulrike Antoinette von Schöning (1788–1859). Sie war eine Enkelin des preußischen Generals Emanuel von Schöning.[2]
  • Elisa Marianna (* 1788; † 2. Mai 1802)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genealogisch-historische Nachrichten von den vornehmsten Begebenheiten, welche sich an den europäischen Höfen zugetragen, Band 32, S. 147, Digitalisat
  2. a b Nach Priesdorff war seine erste Frau Auguste von Schöning, die Tochter des preußischen Generals Emanuel von Schöning. Davon findet sich bei Kurd von Schöning Geschichtliche Nachrichten von dem Geschlechte von Schöning Seite 46 kein Hinweis. Er hatte zwar eine Tochter August, die war aber mit dem Kriegsrat von Linger in Magdeburg verheiratet, aber die Enkelin des General Auguste (sic!) war mit Thiles Sohn Adolf Eduard verheiratet. Es ist daher vermutlich eine Verwechselung.
  3. Neues preussisches Adelslexicon, Band 4, S. 266, Digitalisat