Alissa Arkadjewna Ganijewa

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Alissa Arkadjewna Ganijewa (russisch Алиса Аркадьевна Ганиева; * 23. September 1985 in Moskau, Sowjetunion) ist eine russische Schriftstellerin und Literaturkritikerin.

Alissa Ganijewa (2009)

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alissa Ganijewa wurde 1985 in Moskau geboren und ist awarischer Abstammung. Sie lebte bis 2003 in Machatschkala in Dagestan. Sie besuchte danach das Moskauer Gorki-Literaturinstitut.

Ganijewas Werke wurden in russischen Periodika wie "Snamja", "Nowy Mir", "Oktjabr" und "Fragen der Literatur" abgedruckt, aber auch in Wochenzeitungen wie "Literaturnaja Rossija" und "NG- Ex Libris". Ganijewa ist Redakteurin der Literaturbeilage der Moskauer Tageszeitung Nesawissimaja gaseta und lebt in Moskau. Sie schreibt auch Märchen.

Seit 2008 ist Ganijewa Mitglied der Redaktion der Zeitschrift "Literaturnaja utschoba".

Das Debütwerk Ganijewas, "Salam tebe, Dalgat", welches 2010 zusammen mit anderen 'dagestanischen Texten' der Autorin unter einem männlichen Pseudonym als Buch erschien, rief viele Reaktionen hervor. Besonders hervorgehoben wurde, dass erstmals ein Werk nicht über den Tschetschenien-Krieg - wie beispielsweise die Erzählungen Makanins - und auch nicht ein der traditionellen, folkloristisch geprägten und sich stets wiederholenden dagestanischen Volksliteratur zuzuordnendes Werk erschienen sei, sondern ein wirklich eigenständiges Porträt des Lebens im Dagestan von heute - Anfangs des 21. Jahrhunderts[1].

Am 2. Oktober 2009 fand im Moskauer "Museum des Silbernen Zeitalters" die Präsentation der Gruppe "PoPuGan" statt, zu der Ganijewa zählt.[2]

Bei einem Treffen von Kulturschaffenden mit Präsident Medwedew schlug Ganijewa vor, die Übersetzung russischer Literatur in andere Sprachen zu fördern. Medwedew unterstützte diesen Vorschlag "zu hundert Prozent", und beauftragte die Regierung Wladimir Putins, bis zum 15. September 2011 Vorschläge zu machen, wie die literarische Übersetzung russischer Literatur gefördert werden könne[3].

Im März 2015 beschrieb sie, wie sich das Leben in Russland nach der Annexion der Krim 2014 verändert hatte. Sie sprach von einer "Informationsblockade" und darüber wie sich Freunde veränderten und sie "verdächtigt werde, die Heimat nicht zu lieben". Dass die Mehrheit fest überzeugt sei von dem, was im russischen Fernsehen erzählt wird, bezeichte sie als "gefährlich" und beklagte die russische Tradition der Denunziation.[4]

Im Juni 2017 beschrieb sie die Anliegen der jungen Demonstranten gegen Putin: Im Juni seien die Demonstration viel ernster gewesen als im März, als es vor allem um Korruption ging und es vorab ein "gefährlicher Spass" gewesen war, teil zu nehmen. Zur neuen (alten) russischen Nationalhymmne sagte Ganijewa: "Ich kann diese Hymmne nicht singen".[5]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Preisträgerin "Für das interessanteste Debüt" der Wochenzeitschrift "Literaturnaja Rossija" (2005)
  • "Chrustalnaja rosa Wiktora Rozowa" (2007) und des Literaturpreises von Woloschinsk (2005)
  • Preisträgerin des Moskauer Gorki-Literaturinstitutes in der Kategorie "Unzeitgemässe Gedanken" (2008)
  • Preis der Zeitschrift "Oktjabr'" für ihre Literaturkritik (2009).
  • "Debüt"-Preis des Wettbewerbs "Grosse Prosa" unter dem Pseudonym Gulla Chiratschew für den Prosatext "Salam tebe, Dalgat" (2009).
  • Finalistin beim Literaturpreis Juri Pawlowitsch Kasakow (2010).

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Alice Ganieva – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.ndelo.ru/one_stat.php?id=4077 Interview mit Kasbek Sultanow
  2. Н. Рейдер. Разноцветный ПоПуГан // «ExLibris НГ», 15. Oktober 2009.
  3. http://www.ej.ru/?a=news&id=10501 Jeschednewdnij zhurnal vom 6. April 2011
  4. „Man kommt sich verdächtig vor“, TAZ, 23. März 2015
  5. JUGEND PROTESTIERT GEGEN PUTIN„Möchtest du in den Transporter?“ - „Klar, und du?“, Welt.de, 16. Juni 2017