Allästhesie

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Allästhesie (von griech. ἄλλος (allos) für 'andere'; αίσθησης (aísthēsis) für 'Empfindung', 'Wahrnehmung'; engl. allaesthesia), auch Allachästhesie, Alloästhesie, Allochirie oder Allocheirie,[1] ist definiert als qualitative Veränderung der Wahrnehmung sensorischer Reize (Berührung, Schmerz, Temperatur, akustische oder optische Reize).[2] Die Reize erscheinen entfernt vom tatsächlichen Ort der Einwirkung (falsche Lokalisation). Die Allästhesie ist ein krankhaftes Symptom.

Andere bzw. ähnliche Empfindungsstörungen sind die Hyperästhesie (allgemeine Überempfindlichkeit für Berührungsreize), Hypästhesie (allgemeine Verminderung der Berührungs- und Drucksensibilität), Dysästhesie (unspezifische Empfindungsstörung) oder Parästhesie (nicht schmerzhafte andauernde Empfindung im Versorgungsgebiet eines Hautnervs ohne erkennbare adäquate physikalische Reize; „Kribbeln“)

Sie ist nicht zu verwechseln mit der Alliästhesie, einem physiologischen Phänomen.

Formen[Bearbeiten]

Es werden drei Formen der Allästhesie unterschieden.[3]

  • akustische Allästhesie

Ist eine Störung des Richtungshörens bei unterschiedlichen akustischen Einwirkungen auf beide Ohren.

  • visuelle Allästhesie

Es handelt sich um die Wahrnehmung visueller Illusionen mit einer scheinbaren Verschiebung von Objekten im Gesichtsfeld von der realen Gesichtsfeldhälfte in die gegenüberliegende Gesichtsfeldhälfte. Ursachen sind Migräne, Epilepsie und Läsionen des Hinterhauptslappens.

  • taktile oder motorische Allästhesie

Darunter versteht man die Empfindung eines taktilen Reizes (Berührung) an einer anderen Körperstelle als dem tatsächlich berührten Ort. Das kann z.B. die isolierte Berührung eines Armes sein, die aber fälschlich dem gegenüberligendem Arm zugeordnet wird.[4] Werden Reize generell auf der kontraläsionalen Seite nicht wahrgenommen ist das ein Hinweis auf einen Neglect.[5]

Ursache ist (wie bei anderen Asomatognosien) meist eine Läsion der rechten Großhirnrinde (inferiore Parietalregion, Sulcus intraparietalis, Gyrus angularis, Gyrus supramarginalis).

Therapie[Bearbeiten]

Es wird eine Physiotherapie in Form einer Korrektur der Empfindung über nicht beeinträchtigte Sinnessysteme vorgeschlagen.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Otto Dornblüth: Klinisches Wörterbuch. (13/14 Auflage). 1927. zitiert bei textlog.de online
  2. a b Physiolexikon: Physiotherapie von A - Z. Mit Wörterbuch Englisch - Deutsch. Thieme, Stuttgart; Auflage: 1 (22. September 2010). ISBN 3131482710. Seite 33
  3. Peter Reuter: Springer Lexikon Medizin. Springer Berlin Heidelberg; Auflage: 1 (10. März 2004). ISBN 3540204121. Seite 66
  4. Mathias Bähr, Michael Frotscher, Peter Duus: Neurologisch-topische Diagnostik: Anatomie - Funktion - Klinik. Thieme, Stuttgart; Auflage: 9., überarbeitete Auflage. (8. April 2009). ISBN 3135358097. Stichwort 'Neglect'
  5. Renate Götze, Kathrin Zenz: Neuropsychologisches Befundsystem für die Ergotherapie. Springer Berlin Heidelberg; Auflage: 3. Aufl. (23. März 2010). ISBN 3642105343. Seite 32

Weblinks[Bearbeiten]

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