Hyperästhesie

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Hyperästhesie bezeichnet allgemein eine Überempfindlichkeit und gesteigerte Erregbarkeit der Gefühls- und Sinnesnerven.[1]

Das Gegenteil davon sind die Hypoästhesie (verminderte Empfindlichkeit) und Anästhesie (Empfindungslosigkeit).

Neurologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Neurologie beschreibt man damit eine Überempfindlichkeit für (primär nicht-schmerzhafte) Berührungsreize, vor allem der Haut.[2]

Sie zählt zu den Störungen der epikritischen Sensibilität. Hyperästhesien können zum Beispiel im Versorgungsgebiet eines bestimmten peripheren Nervs beziehungsweise einer spinalen Nervenwurzel oder in der Randzone eines Sensibilitätsausfalls auftreten.

Psychologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Psychologie und Psychiatrie steht Hyperästhesie für eine allgemein krankhaft gesteigerte Erregbarkeit.[3] Ernst Kretschmer verwendete den Begriff auch, um die erhöhte emotionale Empfindsamkeit schizoider Persönlichkeiten zu beschreiben.[4]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. DWDS Wörterbuch: Hyperästhesie
  2. Walter Fröscher: Neurologie mit Repetitorium. Walter de Gruyter, 1991, ISBN 3-11-085029-X, S. 208–.
  3. Uni Leipzig: Wortschatz-LexikonHyperästhesie
  4. Guido Pliska: Gottfried Benn und die Schizoidie. 2009. doi:10.1007/s00115-009-2859-1: „Den Schlüssel zu den schizoiden Temperamenten aber hat der, der klar erfasst hat, dass die meisten Schizoiden nicht entweder überempfindlich oder kühl, sondern dass sie überempfindlich und kühl zugleich sind, und zwar in ganz verschiedenen Mischungsverhältnissen.“ (Ernst Kretschmer)
Dieser Text basiert ganz oder teilweise auf dem Eintrag Hyperästhesie im Flexikon, einem Wiki der Firma DocCheck. Die Übernahme erfolgte am 31. Oktober 2007 unter der damals gültigen GNU-Lizenz für freie Dokumentation.