Alternaria

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Alternaria
Konidienkette eines Alternaria-Pilzes

Konidienkette eines Alternaria-Pilzes

Systematik
Unterabteilung: Echte Schlauchpilze (Pezizomycotina)
Klasse: Dothideomycetes
Unterklasse: Pleosporomycetidae
Ordnung: Pleosporales
Familie: Pleosporaceae
Gattung: Alternaria
Wissenschaftlicher Name
Alternaria
Nees

Alternaria ist eine weltweit weit verbreitete Gattung von Schimmelpilzen. Alternaria wird zu den Schwärzepilzen gezählt. Man unterscheidet zwischen etwa 40 Arten. Die Gattung zählt zu den sogenannten Fungi imperfecti.

Lebensweise[Bearbeiten]

Alternaria-Arten leben als Saprophyten auf abgestorbenem Pflanzenmaterial und in der Erde oder parasitisch auf Pflanzen. Wirtschaftlich bedeutende, durch Alternaria-Arten ausgelöste Pflanzenkrankheiten sind an Kartoffel die Dürrfleckenkrankheit (ausgelöst durch A. solani) auf den Blättern, die durch A. alternata ausgelöste Sprühfleckenkrankheit und auf Knollen die Hartfäule (erkennbar an dunklen, eingesunkenen Flecken mit radialer Faltung der Schale).

Blattflecken an der Sonnenblume werden ausgelöst durch A. helianthi. An Raps ist eine durch Alternaria-Arten ausgelöste Pflanzenkrankheit die Rapsschwärze (A. brassicae, A. brassicola), von der auch andere Kohl- und Gemüsepflanzen betroffen sind. An Getreide tritt Alternaria meist als Schwächeparasit auf, hier vor allem vergesellschaftet mit anderen Schwärzepilzen (Cladosporium, Epicoccum) als Getreideschwärze an Ähren und Stielen verschiedener Getreidearten bei verzögerter Ernte, besonders bei feuchter Witterung.

Zum Wachstum brauchen Alternaria-Arten relativ viel Feuchtigkeit (> 22 %). Dieser Wert ist hinsichtlich des aw-Wertes abhängig vom jeweiligen Substrat.

Gesundheitliche Relevanz[Bearbeiten]

Als Saprophyten können Alternaria-Arten (hier vor allem A. alternata) auch Substrate im Kontaktbereich des Menschen besiedeln. Davon sind bei entsprechend feuchter Lagerung Lebensmittel betroffen. Außerdem werden in feuchter Umgebung Bau- und Wohnmaterialien (Holz, Tapete) besiedelt. Alternaria-Arten zählen zu den Mykotoxin-Bildnern. Über die Schädlichkeit für den Menschen ist noch wenig bekannt [1]. Als Metaboliten werden u.a. Tenuazonsäure (hat insektizide Wirkung), Altenuen, Tentoxin, Alternariol und Alternariolmonoethylether gebildet. Alternaria wird oft als Allergen identifiziert (Schimmelpilzallergie)

Alternaria-Arten können bei Tieren gelegentlich eine Hautinfektion auslösen, siehe dazu Phäohyphomykose.

Systematik[Bearbeiten]

Die Gattung Alternaria zählt zu den Fungi imperfecti, d. h. ihre Vertreter bilden keine Asci aus, sondern vermehren sich nur ungeschlechtlich durch Konidien. Durch genetische Untersuchungen konnte der Gattung als Ganzes jedoch die Gattung Lewia als Teleomorphe zugeordnet werden.[2] Arten, die anderen Teleomorphen zugeordnet werden müssen, werden folglich nicht mehr zu Alternaria gestellt.

Bedeutende Arten[Bearbeiten]

  • Alternaria alternata (Fr.) Keissl.: Häufigste Alternaria-Art, v. a. in Bau- und Wohnstoffen, als Ursache der Getreideschwärze.
  • Alternaria brassicae (Berk.) Sacc.: Infiziert vornehmlich Pflanzen der Familie der Brassicaceae (Kreuzblütler). Hierbei sind vor allem Raps und verschiedene Kohl-Arten von wirtschaftlichem Interesse.
  • Alternaria citri Ellis & N.Pierce: Infiziert Zitrusfrüchte (es entstehen schwarze Flecken; anschließend partielle Mazeration des Gewebes). Gelegentlich werden auch Tomaten befallen.
  • Alternaria solani Sorauer: Infiziert Nachtschattengewächse, hier v. a. Kartoffeln, Tomaten und Paprika.
  • Alternaria tenuissima (Kunze) Wiltshire: Im Boden weit verbreitete Art (Mykotoxine) und Schwächeparasit auf Gemüse und Obst (nicht wirtsspezifisch).

Literatur[Bearbeiten]

  • Klaus H. Domsch, Walter Gams, Traute-Heidi Anderson: Compendium of Soil fungi. 2 Bände. Academic Press, London u. a. 1980, ISBN 0-12-220401-8 (Bd. 1), ISBN 0-12-220402-6 (Bd. 2).
  • Patrick Joly: Le Genre Alternaria. Recherches physiologiques, biologiques et systématiques (= Encyclopedie Mycologique. 33, ISSN 0301-4290). P. Lechevalier, Paris 1964.
  • Lutz Roth, Hanns K. Frank, Kurt Kormann: Giftpilze, Pilzgifte. Schimmelpilze, Mykotoxine ; Vorkommen, Inhaltsstoffe, Pilzallergien, Nahrungsmittelvergiftungen. Nikol Verlagsgesellschaft, Hamburg 2001, ISBN 3-933203-42-2.
  • Bärbel Schöber-Butin, Volker Garbe, Gerhard Bartels: Farbatlas Krankheiten und Schädlinge an landwirtschaftlichen Kulturpflanzen. Kartoffel, Zuckerrübe, Raps, Getreide, Mais, Sonnenblume, Hanf. Eugen Ulmer, Stuttgart 1999, ISBN 3-8001-4133-7.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Stellungnahme des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) von 2003; abgerufen im Juni 2015
  2. Alternaria-Arten im Index Fungorum

Weblinks[Bearbeiten]