Amerikanisches Generalkonsulat in Frankfurt

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Das Generalkonsulat an der Gießener Straße (Visa-Antragstelle)
Fahnenzeremonie und Kranzniederlegung am 11. September 2008 im Generalkonsulat

Das Amerikanische Generalkonsulat in Frankfurt vertritt die Interessen der Vereinigten Staaten von Amerika in West- und Süddeutschland und ist eine von insgesamt sechs US-Vertretungen in Deutschland. Der Konsularbezirk umfasst neben Hessen die Länder Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und das Saarland. Das Generalkonsulat ist für die in der Region lebenden Amerikaner zuständig, vor allem die vielen in der Region stationierten Angestellten der amerikanischen Streitkräfte und ihre Familien. Darüber hinaus sind dort weltweite Funktionen wie das Beschaffungswesen angesiedelt.[1] Generalkonsul James W. Herman ist seit Mitte August 2015 US-Generalkonsul in Frankfurt am Main (Stand 16. September 2015)[2]; er ist der Nachfolger von Kevin C. Milas. Das Konsulat ist sowohl in Bezug auf Gebäude als auch der Anzahl der Mitarbeiter das größte amerikanische Konsulat und eine der größten Auslandsvertretungen weltweit. Insgesamt werden rund 900 Mitarbeiter beschäftigt.[3]

Ehemaliges Konsulatsgebäude in der Siesmayerstraße

Das Frankfurter Generalkonsulat hatte 1956 bis 2005 seinen Sitz in der Siesmayerstraße 21 (Westend). Das fünfgeschossige Gebäude entstand 1953 bis 1955 nach Plänen des Architektenbüros Skidmore, Owings and Merrill unter Mitwirkung von Otto Apel und steht seit 1986 unter Denkmalschutz. Nach dem Umzug des Generalkonsulats wurde es von 2005 bis 2007 saniert und dient seitdem als Bürogebäude.

Seit 2005 befindet sich das Konsulat in einem ehemaligen US-Militärkrankenhaus im Stadtteil Nordend an der Grenze zu Preungesheim. An diesem weitläufigen Standort zwischen Gießener Straße und Homburger Landstraße in der Nähe der Friedberger Warte können die höchsten US-Sicherheitsstandards eingehalten werden.

Das Generalkonsulat ist sowohl an US-amerikanischen als auch an deutschen Feiertagen geschlossen.

Geheimdienste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 8. September 2013 wurde berichtet, dass im Hinblick auf ein dort vermutetes Spionage-Zentrum[4][5] ein Hubschrauber der Bundespolizei im Auftrag des Bundeskanzleramtes und des Bundesinnenministeriums das Konsulatsgelände in 60 m Höhe langsam überflogen und dabei Gebäude und Dächer fotografiert habe.[6]

In der Enthüllungsserie Geheimer Krieg berichteten NDR und Süddeutsche Zeitung, dass die CIA auf dem Gelände im Frankfurter Osten Entführungen von Terrorverdächtigen in Black Sites plante.[7] Des Weiteren machte John Goetz vom NDR für Panorama Filmaufnahmen auf öffentlicher Straße und erzeugten damit starke Reaktionen seitens des Wachpersonals und der deutschen Behörden.[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Regional Procurement Support Office/Frankfurt (RPSO)
  2. http://german.frankfurt.usconsulate.gov/generalkonsul.html
  3. http://german.frankfurt.usconsulate.gov/about-us.html
  4. Abhörstation in US-Konsulat? Hahn mit Fragen zu Lauschposten. Artikel vom 25. August 2013 im Portal hr-online.de, abgerufen am 8. September 2013
  5. Freihandelsabkommen mit den USA: Steinbrück fordert Konsequenzen aus Spähaffäre. Artikel vom 25. August 2013 im Portal spiegel.de, abgerufen am 8. September 2013
  6. Pofalla späht zurück: Kanzleramtschef lässt US-Konsulat ausspionieren. Artikel vom 8. September 2013 im Portal focus.de, abgerufen am 8. September 2013
  7. [1]
  8. http://daserste.ndr.de/panorama/aktuell/geheimerkrieg269.html

Koordinaten: 50° 8′ 29″ N, 8° 41′ 37″ O