Animismus (Psychologie)

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Animismus bezeichnet nach Jean Piaget in der Psychologie eine Denkweise, bei der Personen annehmen, dass unbelebte Dinge lebendig sind und ihnen menschliche Eigenschaften zuzuschreiben wären. Kinder vertreten diese Denkweise im sogenannten präoperationalen Stadium, das sich vom zweiten bis zum siebten Lebensjahr erstreckt.[1]

In der Entwicklungspsychologie nach Jean Piaget, der oft als „Übervater der Entwicklungspsychologie“ bezeichnet wird, versteht man darunter jedoch die Entwicklung der Intelligenz von der Geburt bis zum Erstspracherwerb. In seinem 1958 erschienenen Grundlagenwerk legt Piaget dar, dass die Entwicklung der Logik des Kindes bestimmten vorgegebenen Gesetzmäßigkeiten und Abläufen folgt.[2] Seine Theorie des „genetischen Lernens“, die „struktur-genetische“ Theorie, beschäftigt sich mit der Erklärung der kognitiven Entwicklung von Kindern. Im Mittelpunkt steht dabei die Interaktion eines Kindes mit seiner Umwelt.

Die Erkenntnisse von Piaget beruhen in erster Linie auf den Beobachtungen seiner eignen drei Kinder, bei denen er altersabhängig bestimmte (Denk-) Fehler feststellte. Er untersuchte den Aufbau der kindlichen Logik anhand eigener empirischer Beobachtungen natürlicher Verhaltensabläufe und entwickelte daraus eine erkenntnistheoretische Begründung, die einen Zusammenhang zwischen dem kindlichen Denken und seiner Entwicklungsphase herstellt. Jedes Individuum strebt gemäß Piaget nach einem Gleichgewicht zwischen Assimilation und Akkommodation. Unter Assimilation versteht man die Eingliederung neuer Erfahrungen oder Erlebnisse in ein bereits bestehendes Schema, während Akkommodation die Erweiterung bzw. Anpassung vorhandener kognitiver Strukturen (also von Schemata) an eine wahrgenommene Situation bedeutet, die mit den vorhandenen Schemata nicht bewältigt werden kann.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Abenteuer Psyche, S. 106; Amann, Wipplinger, erschienen 2008 bei Braumüller; Martin Püttschneider. Die Rolle des Animismus bei der Vermittlung chemischer Sachverhalte: eine Interventionsstudie am teutolab der Universität Bielefeld. Cuvillier Verlag; 2005. ISBN 978-3-86537-545-2. p. 18–.
  2. J. Piaget, Das Wachsen des logischen Denkens von der Kindheit bis zur Pubertät, Klett Verlag (1958)