Anokratie

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Anokratie bezeichnet eine Regierungsform, in der unklare Machtverhältnisse vorliegen. Der Begriff wird in der Polity-IV-Skala[1] als Zwischenform zwischen Demokratie und Autokratie verwendet.

„Der anokratische Staat“, schrieb Gurr in einer Anmerkung, „hat minimale Funktionen, eine sich aller Institutionalisierung entziehende politische Konkurrenz und seine Exekutivführung wird ständig von rivalisierenden Führern gefährdet.“[2]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der für die Begriffsbestimmung maßgeblichen Polity-IV-Skala wird vorgeworfen, sich zur Klassifizierung von Regimen zu sehr auf Gewaltereignisse und politische Unruhen zu fokussieren.[3] Auch die Wortschöpfung Anokratie als Wortspiel mit dem Begriff der Anonymität wird kritisiert, da Bürgern meist bekannt sei, wer tatsächlich Macht ausübt.[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sven Chojnacki: Demokratien und Krieg: Das Konfliktverhalten demokratischer Staaten im internationalen System, 1946–2001. 2003.
  • Cristina Bodea: Natural Resources, Weak States and Civil War: Can Rents Stabilize Coup Prone Regimes? The World Bank (englisch).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. M. G. Marshall: Polity IV individual country regime trends 1946–2013. Center for Systemic Peace, New Vienna 2013, systemicpeace.org
  2. Ted Robert Gurr: Persistence and Change in Political Systems, 1800–1971. In: American Political Science Review 68, 4, Dezember 1974, S. 1487. Zitiert nach: David C. Jordan: Definition der Demokratie. In: Dirty Money and Democracies: Drug Politics / II (= Studien von Zeitfragen). Band 35, 2001 (studien-von-zeitfragen.net).
  3. James Raymond Vreeland: The Effect of Political Regime on Civil War: Unpacking Anocracy. In: Journal of Conflict Resolution. Band 52, Nr. 3, 2008, S. 401–425, doi:10.1177/0022002708315594.
  4. Jürgen Hartmann: Demokratie und Autokratie in der vergleichenden Demokratieforschung. Springer Fachmedien, Wiesbaden 2015, ISBN 978-3-658-07478-4.