Aphaia

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Aphaia-Tempel in Aigina
Detail der sog. Aigineten mit Athena in der Mitte

Aphaia (griechisch Ἀφαία, die Nicht-dunkle, also die Helle; latein Aphaea) war eine griechische Göttin. Sie hatte ihren Kult nur auf der Insel Aigina und war die Hauptgöttin dieser Insel, stammte aber wohl ursprünglich aus Kreta.

Manchmal wurde Aphaia mit anderen Göttinnen, nämlich Artemis, Athene oder der Nymphe Britomartis identifiziert. Britomartis selbst wurde mit Artemis identifiziert und gehört zu ihrem Kult.

Aphaias Tempel stand 13 km östlich des Hauptorts auf einem Hügel. Er wurde etwa 50 Jahre nach einem Vorgängerbau um 500 v. Chr. neu errichtet. Seine Giebelfiguren, in der Archäologie als Aigineten bekannt, wurden 1812 an den bayerischen Kronprinzen Ludwig verkauft und befinden sich seitdem in der Glyptothek in München. Bertel Thorvaldsen rekonstruierte diese Giebelfiguren. Jedoch wurden Thorvaldsens Ergänzungen, die auf klassizistischen Vorstellungen beruhten, entfernt, weil sie sich archäologisch nicht halten ließen. Das Grabungsmuseum beim Aphaiatempel enthält die wichtigsten Funde der deutschen Ausgrabungen im Tempelgelände, die 1988 abgeschlossen wurden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Dieter Ohly: Tempel und Heiligtum der Aphaia auf Ägina: erläutert an den Holzmodellen in der Glyptothek in München. 2. Auflage. München 1978.
  • Ernst-Ludwig Schwandner: Der ältere Porostempel der Aphaia auf Aegina, de Gruyter, Berlin 1985 (Denkmäler antiker Architektur, Bd. 16) ISBN 3-11-010279-X
  • Heiner Knell: Mythos und Polis. Darmstadt 1990, S. 68-78.
  • Gottfried Gruben: Griechische Tempel und Heiligtümer. 5. Auflage München 2001, S. 121-127.
  • Dieter Ohly: Glyptothek München. Griechische und römische Skulpturen. Ein Führer. 9. Auflage. München 2001, S. 47-69.
  • Tonio Hölscher: Klassische Archäologie. Grundwissen. 2002, S. 119-127.

Weblinks[Bearbeiten]