Armutsgefährdung

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Als armutsgefährdet gilt eine Person, die mit weniger als 60 % des mittleren Einkommens (Median) der Gesamtbevölkerung auskommen muss. Diese Einkommensgrenze wird als Armutsgefährdungsschwelle bezeichnet.[1] Es handelt sich um eine relative Einkommensarmut. Durch eine einheitliche Anwendung dieser Definition in Europa kann das Maß der Armutsgefährdung in den einzelnen europäischen Staaten miteinander verglichen werden.

Definitionen in der Europäischen Union[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Die Armutsgefährdungsschwelle wird – entsprechend dem EU-Standard – bei 60 % des Medians der Äquivalenzeinkommen der Bevölkerung (in Privathaushalten) im jeweiligen Bundesland beziehungsweise in der jeweiligen Region festgelegt. Personen, deren Äquivalenzeinkommen unter diesem Schwellenwert liegt, werden als (relativ) einkommensarm eingestuft.“

„Die Armutsgefährdungsquote ist ein Indikator zur Messung relativer Einkommensarmut und wird – entsprechend dem EU-Standard – definiert als der Anteil der Personen, deren Äquivalenzeinkommen weniger als 60 % des Medians der Äquivalenzeinkommen der Bevölkerung (in Privathaushalten) beträgt.“

Armutsgefährdung in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland lag der Durchschnitt der armutsgefährdeten Personen 2011 bei 15,1 %, dies war 2011 bei einem Einkommen von 848 € der Fall, wobei es bundesweit Unterschiede gibt. So waren in den früheren Bundesgebieten (ohne Berlin) nur 14 % armutsgefährdet, in den Neuen Bundesländer (einschließlich Berlin) jedoch 19,5 %. Nicht nur zwischen Ost und West, sondern auch zwischen den verschiedenen Bundesländern gab es Unterschiede, so waren in Baden-Württemberg und Bayern nur rund 11 % der Bevölkerung armutsgefährdet, in Bremen hingegen rund 22 %. Im Vergleich zum Jahr 2010 stieg die Zahl der Armutsgefährdeten im bundesweiten Durchschnitt um 0,6 % von 14,4 % auf 15,1 %, 2005 lag der Durchschnitt bei 14,7 %.[2]

In Deutschland gibt es drei regionale Unterschiede der Armutsgefährdungsquote:[3]

  • Armutsgefährdungsquoten gemessen am Bundesmedian
  • Armutsgefährdungsquoten gemessen am Landesmedian
  • Armutsgefährdungsquoten gemessen am jeweiligen regionalen Median

Armutsgefährdung in Europa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Armutsgefährdung in Europa wird unter anderem durch die European Union Statistics on Income and Living Conditions (EU-SILC) erhoben.[4] Im europäischen Vergleich liegt Deutschland unterhalb des europäischen Durchschnitts, der 2010 bei 16,4 % lag. Die Schlusslichter sind Lettland, Rumänien, Bulgarien.[5][6]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt (Destatis): Erläuterung zur Armutsgefährdungsschwelle
  2. Zahlen zur Armutsgefährdung (Memento des Originals vom 15. November 2012 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.destatis.de
  3. Statistiken
  4. Statistik der Europäischen Union über Einkommen und Lebensbedingungen (Memento des Originals vom 20. Juli 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/epp.eurostat.ec.europa.eu
  5. Gemeinschaftsstatistik über Einkommen und Lebensbedingungen (EU-SILC) (Memento des Originals vom 13. November 2012 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.destatis.de
  6. Focus on People at risk of poverty or social exclusion 2013+2014