August Klipstein

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

August Maria Klipstein (* 1885; † 1951[1]) war ein Schweizer Kunsthistoriker und Kunsthändler.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klipstein studierte Kunstgeschichte; 1911 unternahm er eine Studienreise mit Le Corbusier. Seine Dissertation (1916) schrieb er über Die Persistenz gotischer Kunstanschauung und gotische Rückfallserscheinungen in der Entwicklung der Renaissance des italienischen Quattrocento.

Mit Richard Gutekunst, dem Sohn des Grafikhändlers H. G. Gutekunst in Stuttgart, gründete er in Bern im Jahr 1919 die Firma Gutekunst und Klipstein, die sich auf moderne Grafiken spezialisierte.[2] Zu seinen Kunden gehörte unter anderem auch Hildebrand Gurlitt.[3] In einer Geheimaktion vermittelte Klipstein 1939 mit Hildebrand Gurlitt mehrere Gemälde Wassili Kandinskys in die Vereinigten Staaten, die von den Nationalsozialisten als „entartete Kunst“ beschlagnahmt worden waren.[4]

Mit Eintritt Eberhard W. Kornfelds hiess die Firma Kornfeld und Klipstein; nach Klipsteins Tod im Jahr 1951 übernahm Eberhard W. Kornfeld die Firma, die fortan als Galerie Kornfeld firmierte.[5]

Klipstein verfasste ein Verzeichnis des graphischen Werks von Käthe Kollwitz für die Jahre 1890 bis 1912 unter Verwendung des 1913 erschienenen Œuvrekatalogs von Johannes Sievers.[1]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Albert Müller, Raoul Nicolas, August Klipstein (Hrsg.): Die schöne alte Schweiz. Die Kunst der Schweizer Kleinmeister. Albert Müller Verlag, Zürich/Leipzig 1926.
  • Fritz Pauli. Radierungen. Einleitung und Text von Paul Schaffner. Eugen Rentsch, Erlenbach-Zürich, 1926.
  • Karl Simon, August Klipstein (Hrsg.): Wilhelm Altheim. Sein Leben und sein Werk von Karl Simon. Mit einem Katalog seiner graphischen Arbeiten von August Klipstein. Frankfurter Kunstverein, Frankfurt am Main 1927.
  • Käthe Kollwitz: Verzeichnis des graphischen Werkes. Galerie St. Etienne, New York 1955; (Englische Ausgabe: The Graphic Work of Käthe Kollwitz: Complete Illustrated Catalogue. New York: Galerie St. Etienne, 1955.)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christian M. Nebehay: Dr. August Klipstein zum Gedächtnis. In: Stultifera navis : Mitteilungsblatt der Schweizerischen Bibliophilen-Gesellschaft, Bd. 8, 1955, Heft 3–4, S. 139–141. doi:10.5169/seals-387682
  • Marc Fehlmann: Eberhard W. Kornfeld und der Kunsthandel in Bern. In: Bernische Zeitschrift für Geschichte, BEZG, 03/11. Digitalisat

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Eintrag im Dictionary of Art Historians
  2. Gesa Jeuthe: Kunstwerte im Wandel: Die Preisentwicklung der deutschen der deutschen Moderne in nationalen und internationalen Kunstmarkt 1925 bis 1955. 2011.
  3. Ira Mazzoni: Ritt auf dem Tiger. Süddeutsche Zeitung vom 15. März 2016, S. 14.
  4. Oliver Meyer: Der verschlungene Weg von Kandinskys «Drei Klängen». Berner Zeitung, 27. Juni 2015, abgerufen am 16. März 2016.
  5. Geschichte der Galerie Kornfeld