Auguste Pattberg

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Auguste Pattberg (* 1769 in Neunkirchen; † 4. Juli 1850 in Heidelberg) war eine deutsche Sammlerin von Liedern und Sagen sowie Dichterin.

Leben und Werdegang[Bearbeiten]

Auguste-Pattberg-Gedenkstein von 1929 an der katholischen Kirche von Neunkirchen
Auguste Pattbergs Grab auf dem Heidelberger Bergfriedhof

Auguste wurde als Tochter des kurpfälzischen Forstmeisters Engelhard Wilhelm von Kettner geboren. Mit 19 Jahren heiratete sie den acht Jahre älteren Amtskeller (Erster Verwaltungs- und Justizbeamter) und späteren Hofgerichtsrat Arnold Heinrich Pattberg († 1829) aus Neckarelz. 34 Jahre lebte die Familie Pattberg im heutigen Bildungshaus Bruder Klaus. Neben ihren Pflichten als Ehefrau und Mutter von sieben Kindern fand die für die damalige Zeit außergewöhnlich fortschrittliche Frau Ausgleich in ihren kulturellen und geistigen Aktivitäten. Sie sammelte die Lieder und Sagen ihrer Heimat, schrieb eigene Gedichte und Beiträge für die Badische Wochenschrift und stand in regem Gedankenaustausch mit den Heidelberger Romantikern, unter ihnen Clemens Brentano und Achim von Arnim. Die Sammlung Des Knaben Wunderhorn verdankt ihr mindestens 17 Volkslieder, unter ihnen das wohl bekannteste Es steht ein Baum im Odenwald. 1822 zog sie mit ihrem Mann und Tochter nach Heidelberg in die Hauptstrasse 114, dort ihren Lebensabend verbringend.

Ein schlichtes Kreuz aus Rotsandstein, geschmückt mit einer Lyra als dem Sinnbild der Dichter und Sänger, ziert das Grab der Romantikerin.[1] Elisabeth Augusta Pattbergs Grabstätte liegt auf dem Bergfriedhof (Heidelberg) in der Abteilung: R 59.

Ehrungen[Bearbeiten]

Nach Auguste Pattberg sind in Neckarelz das Auguste-Pattberg-Gymnasium sowie die Pattberghalle benannt. Eine Gedächtnistafel aus rotem Sandstein wurde ihr zu Ehren an der katholischen Kirche in Neunkirchen im Jahre 1929 angebracht.

Literatur[Bearbeiten]

  • Reinhold Steig: Frau Auguste Pattberg geb. von Kettner. Ein Beitrag zur Geschichte der Heidelberger Romantik. In: Neue Heidelberger Jahrbücher. 1896, Heft 1, S. 62–122 (Volltext auf Wikisource).
  • Peter Zimber: Sie sammelte Volkslieder aus dem Odenwald. Das Leben und Wirken der Dichterin Auguste Pattberg (1769−1850). In: Heidelberg. Jahrbuch zur Geschichte der Stadt. 17, 2013, S. 205−220.
  • Leena Ruuskanen: Der Heidelberger Bergfriedhof. Kulturgeschichte und Grabkultur. Ausgewählte Grabstätten. Guderjahn, Heidelberg 1992, ISBN 3-924973-45-8, S. 106 f.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Auguste Pattberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Auguste Pattberg – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Leena Ruuskanen: Der Heidelberger Bergfriedhof im Wandel der Zeit. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher; Heidelberg; Basel 2008, ISBN 978-3-89735-518-7, S. 102 f.