Ausschuss für Rechtsphilosophie

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Der Ausschuss für Rechtsphilosophie bestand in der nationalsozialistischen Akademie für Deutsches Recht unter Leitung von Hans Frank.

Gründung und Zielsetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ausschuss arbeitete seit der Gründung am 3.–5. Mai 1934 im Weimarer Nietzsche-Archiv. Geschäftsführender Vorsitzender war der Jenaer Rechtsphilosoph Carl August Emge. Als Mitglieder berufen waren u.a. die Gelehrten Martin Heidegger, Erich Rothacker, Hans Freyer, Staatsrat Carl Schmitt, Baron Jakob Johann von Uexküll, Julius Binder, Erich Jung, Viktor Bruns, die Geheimräte Wilhelm Kisch, Rudolf Stammler, Ernst Heymann und NS-Politiker wie Alfred Rosenberg und Julius Streicher (1935 berufen).

In der Eröffnungsrede knüpfte Frank an Friedrich Nietzsche an: "Der Durchbruch der Rechtsphilosophie heißt daher: Feierlich Abschied nehmen von der Entwicklung einer Knechtsphilosophie im Dienste undeutscher Dogmen. Lebensrecht und nicht Formalrecht soll unser Ziel sein. ... Unser Recht soll der Allgemeinheit dienen ..., es soll aber ein Herrenrecht und nicht Sklavenrecht sein. Der Staatsbegriff des Nationalsozialismus wird von uns neugebaut auf Einheit und Reinheit des deutschen Menschentums, formuliert und verwirklicht im Recht und im Führerprinzip ... In diesem Sinne bitte ich, daß der Ausschuß sich als ein Kampfausschuß des Nationalsozialismus konstituiert." Auf der abschließenden Pressekonferenz am 5. Mai 1934 verkündete Frank vor über 200 Journalisten, dass "das Fundament unserer Gesetzgebung die Erhaltung der rassischen Wertsubstanz unseres Volkes ist".

Die Akten der Akademie für Deutsches Recht im Bayerischen Hauptstaatsarchiv in München wurden größtenteils bei Kriegsende zerstört; daher gibt es für die Tätigkeit des Ausschusses für Rechtsphilosophie, bis auf das Protokoll der konstituierenden Sitzung, keine aktenmäßige Überlieferung.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Emmanuel Faye: Heidegger. Die Einführung des Nationalsozialismus in die Philosophie, Berlin 2009, S. 275–278
  • Victor Farías: Heidegger und der Nationalsozialismus, S. Fischer, Frankfurt am M. 1989, S. 277–280