Reason Party

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Australian Sex Party
Fiona Patten
Partei­vorsitzende Fiona Patten
Gründung 2009
Haupt­sitz 10 Ipswich St
Fyshwick ACT 2609
Farbe(n) Gelb
Mitglieder­zahl >500
Website sexparty.org.au

Reason Party, bis Anfang 2018 Australian Sex Party (ASP, dt. Australische Sex-Partei) ist eine australische politische Partei.[1] Sie wurde 2009 als Antwort auf den angeblichen zunehmenden Einfluss von religiösen Gruppen in der Politik gegründet.[2][3] Die Partei wurde mit Unterstützung der Eros Association, einer Lobby-Organisation der Sexindustrie, gegründet. Parteivorsitzende ist Fiona Patten, gleichzeitig Geschäftsführerin der Eros Association.[4] Patten beschreibt die ASP als Partei der Freiheitsrechte.[5] 2014 wurde Patten ins Oberhaus des Parlaments von Victoria gewählt.

Wahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachwahlen 2009[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Partei trat erstmals im November 2009 bei den Nachwahlen zum Repräsentantenhaus in Higgins und Bradfield an.[6][7] In beiden Wahlkreisen kam sie jeweils auf über drei Prozent der Erstpräferenzen.[8][9]

Parlamentswahlen 2010[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den Parlamentswahlen 2010 trat die Partei in 6 der 150 Wahlkreise der Repräsentantenhauswahl und in allen Bundesstaaten (außer Tasmanien) sowie im Northern Territory an. Bei den Senatswahlen entfielen 250.000 Erstpräferenzen auf die ASP, entsprechend 2,04 % der Wählerstimmen.[10][11] Sie wurde fünftstärkste Partei. Dabei scheiterte sie in Victoria knapp an einem Senatssitz.[12] Nach der Wahl erklärte die Parteivorsitzende, die Sex-Partei sei „nun die größte der kleinen Parteien“:

We’ve polled better than the Greens did in their first federal election and believe that our vision of Australia as the most socially progressive country in the world is equal to the Greens environmental messages of 20 years ago.[13]

Während die Sexpartei keinen Sitz gewann, konnten die Grünen durch ihre Zweitpräferenzen erstmals in allen Bundesstaaten einen Senatssitz erringen.[14][15]

Parlamentswahlen 2013[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Parlamentswahl 2013 stellte die Sex-Partei für die Senatswahl Kandidaten in allen Bundesstaaten und für die Repräsentantenhauswahl Kandidaten in 36 Wahlkreisen.

Wahlen in Victoria[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Wahlen zum Oberhaus des Parlaments von Victoria am 27. November 2010 erreichte die Partei 1,9 % der Stimmen.[16] Bei Nachwahlen 2011 in Broadmeadows und Niddrie entfielen 5 bzw. 8 % der Stimmen auf die ASP, in Melbourne 2012 6,6 %.[17] Bei den Nachwahlen in Lyndhurst erreichte die Partei 8,4 %. Bei den Parlamentswahlen am 29. November 2014 erreichte die Partei 2,63 % und gewann damit ihren ersten Parlamentssitz.[18]

Programmatik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von politischen Beobachtern wurde die Sex Party als libertär eingeschätzt.[19] Sie setzt sich gegen Internet-Zensur ein und unterstützt stattdessen ein nationales Klassifikationssystem für Internetinhalte. Die ASP spricht sich für die Legalisierung der Abtreibung ein, für die Rechte von Homosexuellen, passive Sterbehilfe und die Legalisierung von Cannabis und anderer Drogen.[20]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die enge Beziehung der Partei zur Sexindustrie wird in den Medien kritisch gesehen, insbesondere die enge Verbindung mit der Eros Association.[21][22] Zum Teil ist die Programmatik der ASP direkt auf die Interessen der Sexindustrie ausgerichtet. Zum Beispiel spricht sich die ASP für die Legalisierung von Spice aus, welches hauptsächlich in Sexshops verkauft wird.[23][24][25][26][27]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.smh.com.au/federal-politics/political-news/australian-sex-party-to-become-the-reason-party-20170821-gy185f.html
  2. Australian Sex Party launches on Thursday (Memento vom 1. Dezember 2008 im Internet Archive)
  3. Sex flirts with politics: Herald Sun 16 November 2008
  4. Eros Association - About Us
  5. Sex Party hopes to make history and win an Upper House seat in state election
  6. Parliament 'needs a sex party': The Australian 6 November 2009
  7. Pole dancer aims for Nelson's old seat. Englisch. Online auf News.smh.com.au vom 28. Oktober 2009 (abgerufen am 15. Oktober 2010)
  8. Virtual Tally Room. Englisch. Online auf results.aec.gov.au (abgerufen am 21. Oktober 2010)
  9. Virtual Tally Room. Englisch. Online auf results.aec.gov.au (abgerufen am 21. Oktober 2010)
  10. First Preferences for the Senate - 2010 federal election: AEC
  11. Australian Sex Party does well: AustralianNews.net 24 August 2010
  12. Australian Sex Party picks up votes: Herald Sun 24 August 2010
  13. Sex Party Now The Major Minor Party in Australian Politics. ASP, 23. August 2010, archiviert vom Original am 2. März 2012; abgerufen am 2. Februar 2014 (englisch).
  14. Greens win seats in every state: SMH 23 August 2010
  15. 2010 election Senate preference flow results: ABC
  16. Sex party turns up heat in Vic politics
  17. Official by-election outcome still days away: Yahoo News 23 July 2012
  18. State Election 2014 results
  19. Paul Syvret: Australian Sex Party a dark horse in federal politics, The Courier-Mail. 8. Dezember 2009. Abgerufen am 8. Oktober 2010. 
  20. Australian Sex Party Federal Policies. Australian Sex Party. Abgerufen am 28. April 2013.
  21. Political party or lobby group? The dark side of the Australian Sex Party: The Conversation 31 July 2012
  22. Industry association forms Sex Party: Australian Sex Party website 25 August 2009
  23. W.A. Bans on Synthetic Cannabinoids May Go Up in Smoke: Australian Sex Party
  24. Eros backs drug removal: The Border Mail June 10, 2013
  25. Synthetic cannabis: even regular drug users don’t trust it: The Conversation 18 June 2013
  26. Synthetic drug bans can encourage harmful mutations, say Greens: The Age June 11, 2013
  27. Synthetic cannabis: prevalence of use among offenders, perception of risk and negative side effects experienced

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]