Zählen (Musik)

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Als Zählen bezeichnet man in der musikalischen Unterrichts- und Übungspraxis Verfahren zur sprachlichen Verklanglichung von metrischen und rhythmischen Erscheinungen in taktgebundener Musik. Grundlage ist hierbei das Abzählen der durch eine Taktvorzeichnung intendierten metrischen Grundpulse, die als Zählzeiten definiert werden, und deren Benennung durch Kardinalzahlen.[1] Die Verklanglich von Unterteilungswerten erfolgt durch konventionell geregelte oder intuitiv verwendete Sprachsilben, so dass sich das hier beschriebene Zählen de facto nur auf die metrischen Hauptpositionen eines Taktes bezieht und dieses Verfahren lediglich als Variante der weltweit verbreiteten Rhythmussprachen, wie z. B. der indischen Silbensprache solkattu oder der Rhythmussilben der Kodály-Methode, zu betrachten ist.

Zählen kann als elementares Hilfsmittel zur metrischen und rhythmischen Orientierung dienen und ist grundsätzlich nicht an bestimmte Notationsformen gebunden.

Darstellung eines Zählverfahrens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anzahl der Zählzeiten richtet sich nach der Taktvorzeichnung, kann aber aus pragmatischen Gründen davon abweichen, z. B. bei sehr langsamen oder sehr schnellen Vortragsgeschwindigkeiten oder bei rhythmisch komplexen Unterteilungswerten.

  • Zählen des Grundpulses: Die Grundschläge werden mit Positionszahlen versehen. Viertelnoten werden demnach „1, 2, 3, 4“ gezählt, wenn sie die Bezugsgröße einer Taktart sind, wie z. B. im 44-Takt. In einem 22-Takt hingegen gelten Viertelnoten als Unterteilungswerte und sind wie nachfolgend beschrieben zu zählen.
  • Binäre Unterteilungswerte 1. Grades: Bei Viertelnoten als Grundpuls werden Achtelnoten durch eine Positionszahl mit der Zusatzsilbe „und“ gezählt, also „1 und 2 und (usw.)“.
  • Binäre Unterteilungswerte 2. Grades: Weitere Unterteilungen wie Sechzehntelnoten können mittels Zusatzsilben gezählt werden, z. B. "1-e-und-e 2-e-und-e (usw.)".
  • Ternäre Unterteilungswerte 1. und 2. Grades: Für Achteltriolen sind im deutschsprachigen Raum neben der „Triple-Zählweise“ („1-o-le 2-o-le ...“) auch Formen wie „Ei-ner-lei-Zwei-er-lei (usw.)“ verbreitet. Bei höheren Unterteilungsgraden (Sextolen) führen Kombination von Achtel- und Triple-Zählung („1-o-le-und-o-le“) bereits an die Grenzen der Praktikabilität.

In der musikalischen Praxis beschränkt man sich im Regelfall auf das Auszählen der Grundpulse und ihrer nächstkleineren binären bzw. ternären Unterteilung. Somit sind gelegentlich aufgeführte Zählweisen für irreguläre und höhergradige Unterteilungen weitgehend fiktiver Natur, insbesonders wenn es sich um alphanumerische Kombinationen handelt, wie „1bc 2bc ...“ für Triolen oder „1bcde 2bcde ...“ für Quintolen. Dass dergestalt mechanistische Zählverfahren einem konventionellen Notenbild keine verwertbaren Information hinzufügen und die Lesbarkeit sogar beeinträchtigen, wird aus dem nachfolgenden Beispiel ersichtlich.[2]

Rhythmus-Zählen Notenbeispiel

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. In Gegensatz dazu werden bei der Benennung von Tonabständen (Intervallen) Ordinalzahlen verwendet.
  2. Besser(es) ZÄHLEN von Rhythmus!? eBook von Wolfgang Klausner (im Eigenverlag, 2009, 40 Seiten)