Avast

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Avast Antivirus
Logo von Avast
Entwickler Avast Software
Aktuelle Version 12.1.2271[1] (Windows)
16. Juni 2016

11.16[1] (Mac)
23. Juli 2016
5.3.1[1] (Android)
19. Juli 2016

Betriebssystem Windows (ab XP SP3), Linux, Android, Mac OS X
Kategorie Antivirenprogramm
Lizenz Proprietär
deutschsprachig ja
www.avast.com

Avast (Eigenschreibweise avast!) ist ein Antivirenprogramm und das Kernprodukt des tschechischen Herstellers für Sicherheitssoftware AVAST Software s.r.o. mit Sitz in Prag.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1988–2000: Gründung und Anfänge des Unternehmens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1988 entdeckte Pavel Baudiš, damals Wissenschaftler des Instituts für mathematische Maschinen in Prag, den Viennavirus und schrieb ein Programm, das den Virus entfernen konnte.[2] Mit seinem Kollegen Eduard Kučera gründete er die Alwil Software Genossenschaft – zu diesem Zeitpunkt war es nicht möglich, ein "Unternehmen" statt einer "Genossenschaft" zu gründen. Ab 1989 brachte die Samtene Revolution erweiterte unternehmerische Möglichkeiten, wodurch es 1991 möglich wurde, Alwil Software in eine Personengesellschaft umzuwandeln.

1995 kam Ondrej Vlček zu Alwil und schrieb das erste Antivirenprogramm für Windows 95. 1996 gewann Avast Antivirus den Virus Bulletin VB100-Award. 1997 lizenzierte Alwil Software die Avast Antivirus-Engine an McAfee. In den nächsten sieben Jahren stieg die Nutzerzahl auf eine Million, vor allem durch die kostenfreie Antivirus-Version für Privatnutzer, die 2001 veröffentlicht wurde.

2000-heute: Avast Free Antivirus und globales Wachstum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2005 kam es zur Partnerschaft von Alwil und SanDisk. Ende 2006 hatte Avast eine Reichweite von 20 Millionen Nutzern. Es erhielt die SC Awards in den Kategorien Best Antivirus, Anti-Malware (Europa) und Readers’ Choise (USA). Im darauffolgenden Jahr wurde Alwil eine Aktiengesellschaft, Die Zahl der registrierten Avast-Nutzer erreichte 40 Millionen. Zu diesem Zeitpunkt beschäftigte das Unternehmen lediglich 38 Mitarbeiter.

2009 zählte das Unternehmen 100 Millionen Nutzer und 100 Mitarbeiter. 2010 änderte Alwil Software den Namen in Avast Software und Summit Partners investierte 100 Millionen USD in Aktienanteile. In den darauffolgenden zwei Jahren veröffentlichte Avast seine Business Protection Line und die Avast Free Mobile Security, die in Google Play die bestbewertete Sicherheits-Anwendung wird. Auf Download.com wurde Avast Free Antivirus 2012 die am meisten heruntergeladene Software.

2013 wurden mehr als 200 Mio PCs, Macs und Android-Geräte durch die Avast Programme geschützt. In diesem Jahr übernahm Avast Software das deutsche Unternehmen secure.me.

Am 7. Juli 2016 kündigte Avast Software an, AVG Technologies, den Hersteller des Konkurrenzprodukts AVG-Antivirus, zum Kaufpreis von etwa 1,3 Mrd. US-Dollar zu übernehmen.[3]

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gegensatz zu anderen Lösungen bietet Avast in der kostenlosen Version für die private, nichtgewerbliche Nutzung fast alle Funktionen, welche auch in der kommerziellen Version verfügbar sind. Aktuell (Version 2014) enthält Avast Pro Antivirus zusätzlich einen Command-Line Scanner und die Avast SafeZone.

Avast Software arbeitet als residenter Provider, also als Hintergrundprozess, der bearbeitete Daten nach Malware durchsucht. Durch die Aufteilung in acht Teilprozesse (Dateisystem-, Mail-, Web-Schutz, P2P-, IM-, Netzwerk-, Skript- und Verhaltens-Schutz) können diese nach Bedarf einzeln aktiviert und deaktiviert werden.

Avast für Windows verfügt über eine sogenannte inkrementelle Update-Funktion, die nach neuen Programmversionen und Vireninformationen sucht und nur die Dateien herunterlädt, die in der eigenen Installation noch nicht enthalten sind. So kann die Dauer des automatisch und im Hintergrund ablaufenden Updates verkürzt werden.

Avast war ursprünglich eine Abkürzung für „Anti-Virus Advanced Set“. Das Akronym spielt aber mit seiner Ähnlichkeit zu einem Ausdruck, der auf den Ausruf „houd vast!“ niederländischer Seeleute zurückgeht, welcher so viel wie „Festhalten!“ bedeutet. Dies wurde als passende Bezeichnung für das Programm erachtet, da der Ausruf zugleich auch als „Stopp!“ verstanden werden kann. Daher rührt auch das Ausrufezeichen.

Funktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Avast Free Antivirus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Echtzeit-Schutz
    • Dateisystem-Schutz (prüft alle Lese- und Schreibzugriffe)
    • Web-Schutz (richtet einen lokalen Proxy-Server ein und prüft den Web-Verkehr)
    • Mail-Schutz (überprüft E-Mails bei Ein- und Ausgang auf Schadsoftware)
    • Netzwerk-Schutz (blockiert schädliche URLs bei Aufruf)
    • P2P-Schutz (schützt bei Verwendung von Peer-to-Peer-Programmen)
    • IM-Schutz (schützt bei Verwendung von Instant-Messengern)
    • Verhaltens-Schutz (erkennt unbekannte Bedrohungen anhand ihres Verhaltens)
    • Skript-Schutz (schützt vor bösartigen Skripts in Websites)
  • Echtzeit-Anti-Rootkit-Schutz
  • Anti-Spyware-Schutz (Schutz vor Spähsoftware)
  • Selbstschutzfunktion (verhindert Manipulation des Antivirusprogramms durch Malware)
  • Erkennung von potenziell unerwünschten Programmen
  • Avast AutoSandbox (verdächtige Programme können in einer geschützten Umgebung ausgeführt werden)
  • WebRep (weist beim Aufrufen einer Website auf deren Seriosität hin, vergleichbar mit WOT)
  • URL-Blockierung (blockiert auf Wunsch vorher vom Nutzer definierte URLs)
  • Software Updater zeigt veraltete installierte Programme an

Avast Pro Antivirus (zusätzlich zu Avast Free Antivirus)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Command-Line Scanner
  • Avast Sandbox
  • Avast SafeZone
  • Darf für kommerzielle Zwecke verwendet werden
  • Kann in Deutsch und zusätzlich in 43 weiteren Sprachen verwendet werden [4]

Avast Internet Security (zusätzlich zu Avast Pro Antivirus)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Avast Premier (zusätzlich zu Avast Internet Security)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bisher nur in der Vorabversion verfügbar.

  • Datenshredder
  • Software Updater aktualisiert automatisch installierte Programme
  • AccessAnywhere, um auf den PC von überall aus der Welt zugreifen zu können

Versionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Avast 4[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Version 4.8 beinhaltet der Virenscanner einen Rootkit-Scanner sowie einen Spyware-Blocker. Beide Schutzmechanismen sind vom Benutzer nicht konfigurierbar, sie sind in den Einstellungen deaktivierbar.

Avast 5[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Januar 2010 erschien Avast 5, die größten Änderungen sind eine neue Benutzeroberfläche und ein Verhaltensblocker. Seit dieser Version gibt es die kostenpflichtige Version „Internet Security“ mit einer Firewall und einer Sandbox.

Avast 6[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 23. Februar 2011 erschien Avast 6. Die Gratisversion enthält jetzt zusätzlich eine Auto-Sandbox, ein Browser-Plug-in für Internet Explorer, Firefox, Google Chrome (seit Version 6.0.1091) und einen Skript-Blocker.

Avast 7[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Version 7 enthält Avast „hybride Updates“, also eine Kombination aus herkömmlichen Signaturupdates und sogenannten „Streaming-Updates“, bei denen eine permanente Verbindung zu den Avast-Servern besteht, die die Updates direkt an die Installationen senden. Außerdem wurde eine Funktion namens FileRep eingefügt, die die Verbreitung von ausführbaren Dateien mithilfe einer Datenbank feststellt, um so Rückschlüsse auf ihre Bösartigkeit zu ziehen. Auch eine Fernunterstützung wurde eingefügt, die es ermöglicht, anderen Personen bei Problem zu helfen.[5] Des Weiteren unterstützt das WebRep-Plugin jetzt auch die beiden Webbrowser Opera und Safari.[6] Es besteht nun die Möglichkeit, ein Avast Konto anzulegen, mit dem sich mehrere Avast-Installationen auf anderen Computern aus der Ferne administrieren lassen.[5]

Avast 8[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Avast 8 wurde die Benutzeroberfläche überarbeitet und eine Komponente hinzugefügt, die veraltete Programme aktualisiert.[7]

Avast 2016[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die aktuelle Version (Stand: August 2016). Die in Avast 7 eingeführte Fernunterstützung wurde kommentarlos sowohl aus der freien wie auch aus der kostenpflichtigen Pro-Version der Software entfernt.[8] Eine Enttäuschung für diejenigen Kunden, die auf diese Funktion vertraut und für die Zukunft mit ihrer Weiterentwicklung gerechnet hatten.

Kostenfreie Versionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nutzer von Avast Home (Version 4) beziehungsweise Avast Free Antivirus (Version 5 oder neuer) müssen sich nach einem Testzeitraum von 30 Tagen durch Angabe vom Namen und der E-Mail-Adresse registrieren. Danach muss alle 12 Monate eine erneute Registrierung durchgeführt werden, um das Produkt weiter nutzen zu können. Die Nutzung ist für den privaten, nicht kommerziellen Einsatz kostenlos.

Avast Mobile Security[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Februar 2012 hat Avast Software eine kostenlose Sicherheitslösung für Smartphones mit Android-Betriebssystem veröffentlicht.[9] Von der Fachzeitschrift PC-Welt wurde der Software gute Qualität bescheinigt.[10] Heise Security hat bei Tests mit der Software erhebliche Probleme mit dem Datenschutz festgestellt.[11]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Avast – Releases. In: Avast Forum. Abgerufen am 28. Juli 2016 (englisch).
  2. avast.com: Über uns
  3. Axel Kannenberg: Antiviren-Software: Avast schluckt AVG für 1.3 Milliarden US-Dollar. In: Heise online, 7. Juli 2016, abgerufen am 7. Juli 2016
  4. Antivirus Vergleich
  5. a b Avast 7 is here. Archiviert vom Original am 1. März 2012, abgerufen am 18. März 2013.
  6. Avast 7 sandbox. Archiviert vom Original am 14. März 2012, abgerufen am 18. März 2013.
  7. Avast 8 Release Candidate 2 (UPDATE!!!). Avast, abgerufen am 21. Februar 2013 (englisch).
  8. vgl. Wo finde ich Fernunterstützung?. In: Avast Kunden- und Technik-Support, abgerufen am 26. August 2016
  9. Avast Free Mobile Security. Abgerufen am 18. März 2013 (deutsch).
  10. Test: Norton Mobile Security und Avast Mobile Security mit Theft Aware. Abgerufen am 18. März 2013 (deutsch).
  11. Android-Virenscanner schnüffeln Surf-Verhalten aus. heise Security, abgerufen am 2. Juli 2014 (deutsch).