BWS-Gruppe

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BWS-Gruppe

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Rechtsform Gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaft
Gründung 1911
Sitz Wien
Leitung
  • Mathias Moser
  • Michael Kaiser
Mitarbeiterzahl 282 Mitarbeiter (2020)[1]
Umsatz 126,3 Mio. Euro (2017)[2]
Branche Wohnbau
Website www.bwsg.at

Die BWS-Gruppe ist ein Konzern mit Sitz in Wien, der sowohl geförderte als auch frei finanzierte Wohnungen, Geschäftsräume und Stellplätze in ganz Österreich entwickelt, errichtet, saniert, vermietet und verwaltet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die BWS wurde 1911 als Wohnbaugenossenschaft gegründet. Bereits 1914 konnten die ersten Wohnungen am Margaretengürtel und in der Gassergasse in 1050 Wien und in der Beethovengasse in Mödling bezogen werden. Wenig später wurden Objekte in Wien-Meidling, in Kapfenberg und je zwei Häuser in Marburg und in Innsbruck übergeben.

In den Jahren nach 1931 ließen die staatliche Wohnpolitik, Arbeitslosigkeit, Geldentwertung und Verarmung keine nennenswerte genossenschaftliche Bautätigkeit mehr zu. Man beschränkte sich auf die Verwaltung der bestehenden Häuser.

Im „Roten Wien“ der Zwischenkriegszeit war die Gemeinde zum führenden Bauherrn geworden. Bis 1934 wurden aus Steuermitteln 64.000 Wohnungen errichtet. Die Gemeinde Wien blieb aber auch nach dem Zweiten Weltkrieg größter Auftraggeber im Wohnbereich und wurde erst 1992 von den Genossenschaften abgelöst.

Kontroversen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Februar 2019 wurde der Geschäftsführer Wilhelm Haberzettl in einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung der Genossenschaft als Vorstandsvorsitzender abberufen und fristlos entlassen, nachdem Prüfberichte einer Rechtsanwaltskanzlei und der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers nachgewiesen hatten, dass es zu einer Verletzung der Sorgfaltspflichten durch den Vorstand gekommen sei.[3][4] Tochtergesellschaften der BWS hatten Gebäude zu einem sehr niedrigen Preis verkauft, die nur kurze Zeit später zu einem wesentlich höheren Preis weiterverkauft wurden. Als die Vorstände Haberzettl und Hamerle dem Aufsichtsrat die Aufklärung verweigerten, folgte ihre Entlassung.[5] Im März 2019 wurde gegen Haberzettl eine Anzeige wegen des Verdachts der Untreue bei der Staatsanwaltschaft Wien gestellt,[6] die Ermittlungen im Januar 2021 aber eingestellt.[7]

Gesellschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • BWS Gemeinnützige allgemeine Bau-, Wohn- und Siedlungs­genossenschaft reg. Gen.m.b.H.
  • WBG Wohnen und Bauen Gesellschaft m.b.H. Wien
  • BWSt Gemeinnützige Wohn- und Siedlungsgesellschaft Bauen und Wohnen Steiermark Ges.m.b.H.
  • BWS Bau-, Wohn- und Sanierungsgesellschaft m.b.H.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wohn- und Siedlungsgenossenschaft Gemeinnützige Allgemeine Bau-: 100 Jahre BWS: 1911-2011; Aufbau und entwicklung der Gemeinnützigen Allgemeinen Bau-, Wohn- und Siedlungsgenossenschaft. BWS, Wien 2011, ISBN 978-3-200-02361-1

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BWS Gemeinnützige allgemeine Bau-, Wohn- und Siedlungsgenossenschaft reg.Gen.m.b.H.: Geschäftsbericht 2020. BWS Gemeinnützige allgemeine Bau-, Wohn- und Siedlungsgenossenschaft reg.Gen.m.b.H., abgerufen am 15. September 2021.
  2. BWSG-Vorstände Haberzettl und Hamerle fristlos entlassen, Wiener Zeitung, 15. Februar 2019, abgerufen am 14. Dezember 2021
  3. Immo-Firma BWSG wirft Vorstände Haberzettl und Hamerle raus. In: kurier.at. 15. Februar 2019, abgerufen am 18. Februar 2019.
  4. Entlassung von Haberzettl. 23. Februar 2019, abgerufen am 25. Februar 2019.
  5. Wohnbau-Wirbel bei Eisenbahnern: Die Hintergründe. 23. Februar 2019, abgerufen am 1. März 2019 (österreichisches Deutsch).
  6. Anzeige gegen Wilhelm Haberzettl. In: profil.at. 16. März 2019, abgerufen am 19. März 2019.
  7. Luise Ungerboeck: Auch Untreueverdacht gegen Ex-Eisenbahner Haberzettl vom Tisch. 28. Januar 2021, abgerufen am 15. September 2021 (österreichisches Deutsch).