Bacillus amyloliquefaciens

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Bacillus amyloliquefaciens
Systematik
Abteilung: Firmicutes
Klasse: Bacilli
Ordnung: Bacillales
Familie: Bacillaceae
Gattung: Bacillus
Art: Bacillus amyloliquefaciens
Wissenschaftlicher Name
Bacillus amyloliquefaciens
Priest u. a, 1987

Bacillus amyloliquefaciens ist ein begeißeltes Bakterium der Gattung Bacillus. Es ist die Quelle des BamHI-Restriktionsenzyms und synthetisiert das natürliche Antibiotikum Barnase.[1]

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bacillus amyloliquefaciens ist ein grampositives, stäbchenförmiges, bewegliches, peritrich begeißeltes, 0,7 bis 0,9 µm × 1,8 bis 3 µm großes Bakterium das oft in Ketten auftritt. Wie alle Bakterien der Gattung Bacillus ist B. amyloliquefaciens ein aerob wachsender Endosporenbildner, die Sporen sind ellipsenförmig. Der für das Wachstum optimale Temperaturbereich beträgt 30 bis 40 °C, unter 15 °C und über 50 °C wächst es nicht. Die Voges-Proskauer-Reaktion ist positiv und es reduziert Nitrat zu Nitrit.[2][3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

B. amyloliquefaciens wurde 1943 von japanischen Wissenschaftler Fukumoto entdeckt. Bis 1987 war sein Status als eigene Spezies umstritten und er galt als Unterart von Bacillus subtilis.[3]

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mehrere Stämme der Unterart B. amyloliquefaciens subsp. plantarum[4] werden industriell hergestellt. Der Stamm FZB 42 wird als Bodenhilfsstoff verwendet.[5] QST 713 ist in der Europäischen Union, Deutschland, Österreich und der Schweiz als Pflanzenschutzmittel zugelassen.[6] D747 ist in Italien zugelassen.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Marisha A. Stanislaus, Chi-Lien Cheng: Genetically engineered self-destruction: an alternative to herbicides for cover crop systems. In: Weed Science. Band 50, Nr. 6, 2002, S. 794–801, doi:10.1614/0043-1745(2002)050[0794:GESDAA]2.0.CO;2.
  2. Paul Vos u. a. (Hrsg.): Bergey’s Manual of Systematic Bacteriology. 2. Auflage, Band 3: The Firmicutes. Springer, New York 2011, ISBN 0-387-68489-1.
  3. a b F. G. Priest, M. Goodfellow, L. A. Shute, R. C. W. Berkeley: Bacillus amyloliquefaciens sp. nov, nom. rev. In: International Journal of Systematic Bacteriology. Band 37, Nr. 1, 1987, S. 69–71, doi:10.1099/00207713-37-1-69 (PDF).
  4. Rainer Boriss u. a.: Relationship of Bacillus amyloliquefaciens clades associated with strains DSM 7 and FZB42. In: International Journal of Systematic and Evolutionary Microbiology. Band 61, Nr. 8, 2011, S. 1786–1801, doi:10.1099/ijs.0.023267-0 (PDF).
  5. RhizoVital 42. ABiTEP GmbH; abgerufen am 3. März 2016.
  6. Generaldirektion Gesundheit und Lebensmittelsicherheit der Europäischen Kommission: Eintrag zu Bacillus subtilis str. QST 713 in der EU-Pestiziddatenbank; Eintrag in den nationalen Pflanzenschutzmittelverzeichnissen der Schweiz, Österreichs und Deutschlands; abgerufen am 12. März 2016.
  7. Generaldirektion Gesundheit und Lebensmittelsicherheit der Europäischen Kommission: Eintrag zu Bacillus amyloliquefaciens subsp. plantarum D747 in der EU-Pestiziddatenbank; abgerufen am 12. März 2016.