Badain-Jaran-Wüste

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Badain-Jaran-Wüste
Badain Jaran location.jpg
Ausblick von der Biluthu-Megadüne.

Ausblick von der Biluthu-Megadüne.

Höchster Gipfel Biluthu (1609 m)
Lage China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China
Teil der Alxa Wüste
Koordinaten 40° 0′ N, 102° 0′ OKoordinaten: 40° 0′ N, 102° 0′ O
Typ Sandwüste
Gestein unkonsolidierter Sand
Alter des Gesteins Quartär[1]
Fläche 52.162[2] km²
Besonderheiten Größte Megadüne der Erde.[3]

Die Badain-Jaran-Wüste ist ein Sandmeer in Zentral-Nord-China. Sie ist eine einzigartige geomorphologische Einheit mit der größten Megadüne der Erde,[2] brummendem Sand und zahlreichen Seen.[1] Es herrscht hyperarides Klima.[4] Mit rund 52.000 km2 ist sie die zweitgrößte Wüste Chinas.[2]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Badain-Jaran-Wüste befindet sich in der westlichen Inneren Mongolei der Volksrepublik China. Sie liegt im Nordwesten des Alxa Plateaus und ist Teil der Alxa-Wüste, die ihrerseits zur Wüste Gobi gehört.[1] Das Sandmeer der Badain Jaran wird wie folgt begrenzt: Im Süden durch die Heli-, Beidai- und Heishantou-Berge, die es vom Hexi-Korridor abtrennen,[1] im Südosten durch den Yabrai-Salzsee[2] und die Yabrai-Berge,[1] im Osten durch die S218 Nationalstraße und die Zongnai-Berge,[2] im Norden und Nord-Westen durch das ebene Tiefland des Guezihu-Feuchtlands und des Gulunai-Graslands,[1] und im Westen reicht ein Streifen bis an den Fluss Heihe.[2]

Die Wüste ist ein Sandmeer mit einer Ausdehnung von 442 km in Ost-West-Richtung und 354 km in Süd-Nord-Richtung.[2] Mit einer Gesamtfläche von 52.162 km2 ist sie die zweitgrößte[2] Wüste in China und die viertgrößte[5] der Erde. Sie liegt zwischen 900 und 1500 m Höhe über dem Meer.[6]

Mehr als zwei Drittel der Fläche wird von Megadünen eingenommen, die mehr als 100 m hoch sind.[1] Diese erreichen Höhen von bis zu 480 m,[7] bei durchschnittlichen Höhen von 200 bis 300 m[6] und sind damit die höchsten der Erde.[1] Zwischen den höchsten Dünen, auf einer Fläche von 4.000 km2 konzentriert,[8] befinden sich mehr als 142 abflusslose Seen mit jeweils mehr als 1000 m2 Wasserspiegel.[6] Die Anzahl und die Größe der Seen variiert über die Jahre leicht, wobei einige auch nur saisonal bestehen.[9]

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es herrscht ein extremes Kontinentalklima, das sich in extremer Trockenheit, kräftigen Sonnenschein und relativ geringen Niederschlägen äußert.[9] Badain Jaran wird als kalte Wüste[10] mit hyperaridem Klima[4] klassifiziert.

Die Temperaturen variieren zwischen ca. −10 °C im Januar und ca. 25 °C im Juli, mit mittleren jährlichen Temperaturen um 8 °C.[6] Die mittleren jährlichen Niederschlagshöhen betragen im Süden 35 bis 43 mm und nehmen nach Norden hin auf 90 bis 115 mm zu.[10] Der meiste Regen fällt von Juli bis September durch den Ostasiatischen Sommer Monsun.[6]

Nouerto See[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Buddhistisches Kloster am Nouertu See zwischen den Megadünen im Südosten des Badain-Jaran-Sandmeers. (39° 46′ N, 102° 28′ O)

Der Nouerto-See ist der größte See in dem Gebiet.[9] Er hat einen Wasserspiegel von 1,46 km2 und ist über 16 m tief.[9] An seinem Ufer befindet sich ein lamaistisches Kloster, das 1868 in Erinnerung an Mani Tulku gegründet wurde. Die Baumaterialien wurden aus hunderten, sogar über tausend Kilometern Entfernung mit Kamelen herangeschafft. Es ist im Stil eines tibetanisch-buddhistischen Tempels erbaut.[11]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Badain-Jaran-Wüste – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h Dong, Zhibao, et al. "Investigation of the sand sea with the tallest dunes on Earth: China’s Badain Jaran Sand Sea." Earth-Science Reviews 120 (2013): 20-39. (PDF (Memento des Originals vom 24. August 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.conferencenet.org 3,74 MB)
  2. a b c d e f g h Jinfeng, Zhu, et al. "Study on the boundary and the area of Badain Jaran Desert based on remote sensing imagery." Progress in Geography 29.9 (2010): 1087–1094. (PDF 1,6 MB)
  3. Dong, Zhibao, Tao Wang, and Xunming Wang. "Geomorphology of the megadunes in the Badain Jaran Desert." Geomorphology 60.1 (2004): 191-203. (PDF 1MB)
  4. a b Zhang, H. C., et al. "Late quaternary palaeolake levels in Tengger Desert, NW China." Palaeogeography, Palaeoclimatology, Palaeoecology 211.1 (2004): 45-58. (PDF 2,1 MB)
  5. Jiao, Jiu Jimmy, Xiaotao Zhang, and Xusheng Wang. "Satellite-based estimates of groundwater depletion in the Badain Jaran Desert, China." Scientific reports 5 (2015). (HTML)
  6. a b c d e Yang, Xiaoping, et al. "Recharge to the inter-dune lakes and Holocene climatic changes in the Badain Jaran Desert, western China." Quaternary Research 73.1 (2010): 10-19. (PDF 1 MB)
  7. Zhang, Zhi, et al. "Change of lake area in the southeastern part of China’s Badain Jaran Sand Sea and its implications for recharge sources." Journal of Arid Land 7.1 (2015): 1-9. (PDF 0,4 MB)
  8. Ma, J. Z., et al. "Chloride and the environmental isotopes as the indicators of the groundwater recharge in the Gobi Desert, northwest China." Environmental Geology 55.7 (2008): 1407–1419. (PDF 2 MB)
  9. a b c d Zhang, ZhenYu, et al. "Lake Area Changes and the main causes in the hinterland of Badain Jaran Desert during 1973–2010, China." Sciences in Cold and Arid Regions 6.1 (2014): 22-29. (online)
  10. a b Ma, Ning, et al. "Observation of mega-dune evaporation after various rain events in the hinterland of Badain Jaran Desert, China." Chinese Science Bulletin 59.2 (2014): 162-170. (PDF@1@2Vorlage:Toter Link/engine.scichina.com (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. 1 MB)
  11. Fang Wang: "Geo-Architecture and Landscape in China’s Geographic and Historic Context": Band 3 Geo-Architecture Blending into Nature. Springer, 2016 ISBN 981-10-0489-7, S. 191ff