Bahnstrecke Osterrönfeld–Rader Insel

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Osterrönfeld–Rader Insel
Abzweigung Osterrönfeld 1904
Abzweigung Osterrönfeld 1904
Strecke der Bahnstrecke Osterrönfeld–Rader Insel
Lage der Strecke 1921
Streckenlänge: etwa 5 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Betriebsstellen und Strecken[1]
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Dachpappenfabrik (ab 1907)
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Kokswerk
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Steinfabrik Klocke
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Fähre über den Nord-Ostsee-Kanal ab 1914
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Anschluss Krögerwerft
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Anschluss Rütgerswerke (bis 1961)
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„Rangierbahnhof Audorf“
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Anschluss Stahl- und Walzwerk Eisenhütte Holstein (1904–1926)
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Ladegleis Schacht
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Strecke bis 1914
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Bahnstrecke Husum–Kiel von Kiel
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Bahnstrecke Neumünster–Flensburg von Neumünster
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Osterrönfeld
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Osterrönfeld (alter Bahnhof)
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Üst Osterrönfeld Brücke
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Rendsburger Schleife
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Drehbrücke bis 1913 / Rendsburger Hochbrücke
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Überleitstelle
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Strecke – geradeaus
Bahnstrecke Neumünster–Flensburg nach Rendsburg

Die Bahnstrecke Osterrönfeld–Rader Insel (Audorfer Industriebahn) war eine normalspurige Bahnstrecke in Schleswig-Holstein. Sie verband den Bahnhof Osterrönfeld mit zahlreichen Industriebetrieben in den Orten Schacht und Audorf sowie in Rade. Im Verlauf dieser Bahnstrecke lag die einzige Eisenbahnfähre über den Nord-Ostsee-Kanal.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entwicklung der Audorfer Industriebahn ist mit dem Bau und der Erweiterung des Nord-Ostsee-Kanals verknüpft. Der Kanal machte das Areal am Audorfer See für Industrieansiedlungen interessant. Einige Unternehmer gründeten im Mai 1900 die Audorfer Land- und Industrie-Gesellschaft mbH. Diese Gesellschaft sollte das aufgekaufte Land für die industrielle Nutzung erschließen und gewinnbringend an interessierte Investoren veräußern.

Deshalb wurde zwischen 1901 und 1904 eine Bahnstrecke gebaut, die vom alten Osterrönfelder Bahnhof bis auf das Gebiet der heutigen Rader Insel führte.

Die Trasse begann am südlichen Ende des damals noch mitten in Osterrönfeld gelegenen alten Bahnhofs. In Schacht bestand ein Ladegleis, auf dem Güterwagen mit Kohlen und Düngemitteln für ortsansässige Händler abgestellt wurden. Danach folgte der sogenannte Rangierbahnhof Audorf. Hier zweigten Anschlussgleise zu dem 1900 errichteten und 1926 abgebrochenen Stahl- und Walzwerk Eisenhütte Holstein ab. Die Hauptstrecke verlief bis an das Südostufer der Borgstedter Enge auf das Gebiet der heutigen Rader Insel. Dort hatte sich 1900 ein Kokswerk angesiedelt, weiter südlich lag die Steinfabrik Klocke.

Kanalausbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ausbau des Kanals zwischen 1908 und 1914 hatte zur Folge, dass mit der Errichtung der Rendsburger Hochbrücke der Bahnhof Osterrönfeld aus dem Ort heraus auf den Bahndamm verlegt wurde. Die Industriebahn führte von dort über eine neue Trasse zum alten Verlauf ab dem Bahnübergang an der Landstraße zwischen Osterrönfeld und Schülldorf.

Am anderen Streckenende wurde zur Begradigung des Kanalverlaufs der sogenannte Rader Durchstich angelegt, durch den die Rader Insel entstand. Dadurch wurde die Bahnstrecke getrennt und das Kokswerk und eine 1907 gegründete Dachpappenfabrik von ihrem Bahnanschluss abgetrennt.

Als Ersatz wurde eine Eisenbahnfähre eingerichtet, deren Anleger an der Südwestspitze der Rader Insel auf dem Gelände der inzwischen abgebrochenen Steinfabrik Klocke lag. Auf der Insel wurde eine neue Trasse entlang des Nordwestufers vom Kokswerk bis zum Anleger an der Inselspitze angelegt.

Fährbetrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 5. April 1914 bis 1937 war die Eisenbahnfähre Rade im Einsatz. Die freifahrende Fähre mit einem Gewicht von 65 Tonnen war 1913 von der Werftbetriebsgesellschaft J. W. Klawitter & Co in Danzig für das Kanalamt Rendsburg gebaut worden. Sie war 36 Meter lang, neun Meter breit und hatte einen Tiefgang von 1,85 Metern. Sie konnte vier Waggons aufnehmen und erreichte mit ihrer 140 PS-Zweizylinder-Dampfmaschine eine Geschwindigkeit von 4,5 Knoten.[2][3]

1913 wurde ein Betrieb der Rütgerswerke auf dem Gelände erbaut, wo heute die Schiffbauhallen der Kröger-Werft liegen. Fünf Anschlussgleise führten zur Rückseite der Rütgerswerke, in denen hölzerne Eisenbahnschwellen imprägniert wurden. Ein Gleis verlief in den tiefergelegenen Geländeteil bis zum Kanalufer zum Ausrüstungskai der Werft.

Eigentümerwechsel und Stilllegung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Konkurs der Audorfer Land- und Industrie-Gesellschaft mbH übernahmen die Rütgerswerke den Betrieb der Industriebahn bis zur Stilllegung des Imprägnierwerks 1961. Letzter Betreiber der Industriebahn war die Holzfabrik Singelmann, die nach der Audorfer Chronik bis 1972 mit einer Rangierlok die Güterwagen zustellte. Nach einem Zeitzeugenbericht von 1914 fuhren pro Tag fünf Züge von Osterrönfeld nach Audorf und zurück. Dabei wurden etwa 20 bis 30 Wagen befördert.

Ungefähr 1975 soll die Strecke abgebrochen worden sein, weil die fällige Sanierung des Oberbaus zu teuer gekommen wäre. Einzelne Gleisabschnitte waren bis etwa 1978 vorhanden.

Auf einem Teil der ehemaligen Trasse ist heute ein Rad- und Wanderweg angelegt.[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gemeinde Schacht-Audorf (Hrsg.): Festschrift 650 Jahre Schacht-Audorf. Heinrich Möller Söhne, Rendsburg 1980.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gemeinde Schacht-Audorf (Hrsg.): Chronik Schacht-Audorf. 1. Auflage. RD Druck & Verlagshaus, Osterrönfeld September 2006.
  2. Rendsburger Hochbrücke und Osterrönfeld. In: Drehscheibe Online. Abgerufen am 10. März 2014.
  3. W. Langes: Wagenfähren in Deutschland ab 1900. Nord-Ostsee-Kanal / Kiel-Kanal. Abgerufen am 10. März 2014.
  4. Achim Bartoschek: Bahntrassenradeln in Schleswig-Holstein. SH 2.N1 Schacht-Audorf – Osterrönfeld (bei Rendsburg). Abgerufen am 10. März 2014.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]