Bandha

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Mann im Lotussitz beim Ausüben der drei Bandhas

Bandha (Sanskrit: बन्ध bandha m. „Bindung“) ist eine Praxis im Hatha Yoga, bei der durch Zusammenziehen bestimmter Muskeln die Energie (Prana) im Köper festgehalten werden soll. Die Bandhas werden häufig zusammen mit yogischen Atemübungen (Pranayama), besonders während der Phase des Luftanhaltens (kumbhaka), durchgeführt.

Die vier Bandhas[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Traditionell werden vier verschiedene Bandhas beschrieben:

  • Mulabandha (mūlabandha) oder Wurzelverschluss: Durch Kontraktion der Muskulatur im Anusbereich, soll das Abfließen von Energie durch den After verhindert werden. Mulabandha dient auch zur Erweckung der Kundalini-Energie.
  • Uddiyanabandha (uḍḍīyānabandha „Hochflugverschluss“): Der Bauch wird stark eingezogen und das Zwerchfell angehoben. Dadurch soll die Energie durch die Sushumna, dem wichtigsten durch die Wirbelsäule verlaufenden Energiekanal (Nadi), hinaufgedrückt werden. Zudem soll dieser Bandha der Baucheingeweidesenkung entgegenwirken. Uddiyanabandha wird auch zum Ausüben von Nauli benutzt.
  • Jalandharabandha (jālandharabandha) oder Halsverschluss: Das Kinn wird in die Mulde zwischen den Schlüsselbeinen gedrückt. Dadurch wird das Entweichen von Energie nach oben verhindert.
  • Mahabandha (mahābandha „Großer Verschluss“): Während der linke Fuß ans Perineum gedrückt wird und der rechte Fuß auf den linken Oberschenkel gelegt wird, werden alle drei Bandhas gleichzeitig durchgeführt. Mahabandha gilt als eine fortgeschrittene Übung und dient der Kundalinierweckung.

Überlieferung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bandhas werden in diversen Hatha Yoga-Schriften genannt. So beschreibt das Gorakshashataka (10.Jh.) kurz Mula-, Uddiyana- und Jalandharabandha und deren Wirkungen (Verse 57-63) [1]. Die Hathayogapradipika (14.Jh.) beschreibt ausführlich Mulabandha (III,19-25) und Uddiyana-, Mula- und Jalandharabandha (III, 55-78) und nennt letztere die »drei besten Bandhas«, die von den »großen Weisen« geübt werden [2].

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Fausta Nowotny: Das Gorakṣaśataka. Köln 1976. S.102
  2. Swami Svâtmârâma: Hatha-Yoga Pradipikâ. Neuenkirchen: Phänomen-Verlag (2007). ISBN 978-3-933321-61-9.