Barré-Lieou-Syndrom

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst.
Klassifikation nach ICD-10
M53.0 Zervikozephales Syndrom
ICD-10 online (WHO-Version 2016)

Das Barré-Lieou-Syndrom (auch: Zervikozephales Syndrom) ist eine Erkrankung des autonomen Nervensystems und der Halswirbelsäule. Es ist nach dem Straßburger Neurologen Jean-Alexandre Barré (1880–1967) benannt.

Symptome[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es kommt zu Kopfschmerzen und Schwindel, manchmal auch zu Nackenschmerzen. Hinzu kommen manchmal auch Hör- und Sehstörungen wie zum Beispiel Augenflimmern, Schmerzen in der Augenhöhle, aber auch Schluckbeschwerden und Würgen. Die Beweglichkeit der Halswirbelsäule ist oftmals eingeschränkt, vor allem bei Drehbewegungen. Häufig treten Schmerzen im Hinterkopf auf, die ein- oder beidseitig und bewegungs- und lageabhängig sein können. Oft manifestieren sie sich nach dem Aufwachen. Niedriger Blutdruck und Kreislaufstörungen sowie psychische Störungen kommen hinzu. Außerdem kann es zu Nervenausfällen mit motorischer Lähmung, Sensibilitätsstörung, Kribbeln usw. kommen.

Nicht jede Muskelverspannungen verursacht ein chronisches Zervikozephales Syndrom. Jedoch kann eine rekurrente Blockierung unter Begleitung eines Schutzspasmus als Zeichen einer Kompensationsreaktion einer vorliegenden ligamentären oder kapsulären Insuffizienz im Sinne einer mono- oder polysegementalen HWS-Instabilität gewertet werden.

Ursachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Ursache kommen verschiedene Erkrankungen der Halswirbelsäule, Abnutzungserscheinungen und neurologische Erkrankungen sowie lokale Nervenreizungen in Frage.

Ätiologisch ist zu bemerken, dass es sich bei diesem Krankheitsbild vorwiegend um vertebrobasiläre Symptome handelt, sowie um Symptome die kausal mit Stammhirn- und Kleinhirnfunktionen im Zusammenhang stehen. Daher ist in erster Linie an ein zervikales Wirbelgleiten, eine sogenannte zervikale Spondylolisthesis (ICD M43.11, M43.12) mit mechanischer medullärer Reizung oder an vaskuläre Störungen, wie rekurrente Okklusion der Vertebralarterien mit der Konsequenz von intermittierenden VBI-Symptomen (Arteria-vertebralis-Kompressions-Syndrom) oder Störungen des venösen Abflusses durch die Vena vertebralis, bzw. die Vena jugularis bei Vorliegen einer HWS-Instabilität zu denken. Diese Hypothese erhärtet sich, da von einer Patientengruppe regelmäßig geschildert wird, dass die Beschwerden am intensivsten nach vegetativen Ruhe- und Entspannungsphasen auftreten. Dies lässt sich mit einer Reduktion der Schutzspasmus bei vorliegender HWS-Instabilität und der mechanischen oder vaskulären Dekompensation erklären. Es wurde bei Barre Lieou-Patienten in Glukose-Utilisations-PET wiederholt isoliert Minderperfusion im vertebrobasilären Versorgungsgebiet im Sinne einer diffus-hypoxischen Schädigung nachgewiesen. Der vertebrobasiläre Bereich ist wider gängiger ärztlicher Sicht kaum vom Circulus arteriosus cerebri kompensierbar, da dies mit einer Strömungsumkehr im Bereich der Vertebralarterien einhergehen müsste. Dies tritt vorwiegend beim Vertebral-Artery-Steal-Syndrom auf und ist als Kardinalsymptom mit Drop-Attacks beschrieben, also dem Verlust an Perfusionsvolumen im Bereich des Stammhirns.

Ursachen sind Verletzungen, Entzündungen der Wirbelkörper, Tumorerkrankungen im Bereich der Wirbelsäule und rheumatische Erkrankungen. Es herrscht eine Kontroverse, ob ligamentäre Insuffizienzen nach Gabe von Chinolonen (gyrasehemmende Antibiotika) für dieses Krankheitsbild ursächlich zu nennen sind.

Behandlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Physikalische Therapie und Krankengymnastik, aber auch Elektrotherapie, progressive Muskelentspannung und Wärmeanwendungen können eingesetzt werden. Bei nachgewiesener ligamentärer Insuffizienz können möglicherweise die Proliferationstherapie (The Spine Journal 5 (2005) 310–328) nach Hewitt oder die chirurgische Stabilisierung in Betracht gezogen werden, um den Patienten Linderung oder Heilung zu verschaffen. Bei akuten Beschwerden werden Schmerzmittel verabreicht und die Halswirbelsäule durch eine Halskrause entlastet. Operative Verfahren werden erst durchgeführt wenn alle anderen Therapien versagen.

Vorbeugung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die einseitige Belastung und Fehlhaltungen in Beruf und Freizeit sind zu vermeiden. Bei regelmäßigen Über-Kopf-Arbeiten sollten Pausen eingelegt werden. Regelmäßiger Sport kann der Erkrankung vorbeugen.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gesundheitshinweis Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte hierzu diesen Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!