Barther Bibel

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Die Barther Bibel im Bibelzentrum St. Jürgen
Detail der Barther Bibel

Als Barther Bibel wird eine im Jahre 1588 in Barth gedruckte Bibel bezeichnet, die in mittelniederdeutscher Sprache verfasst wurde. Die Druckerei war die von Herzog Bogislaw XIII. gegründete Fürstliche Druckerei Barth.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ausführliche Titel lautet: Biblia Dat is: De gantze hillige Schrifft/ Düdesch. D. Mart. Luth. Mit der lesten Correctur flytich collationeret/ vnde na dersüluigen emenderet. Barth. Jn der Förstliken Drückerye/ dörch Hans Witten. M.D.LXXXVIII. Angabe der Druckerei im Kolophon: „Gedrücket tho Barth/ in der Förstliken Drückerye/ Dörch Hans Witten. Anno. M.D.LXXXVIII. Jm Augusto.“[1]

Der Druck der Barther Bibel zeichnet sich durch eine sehr saubere und aufwendige Typographie aus. Es wurden fast 700 Schrift-Typen und zehn verschiedene Typensätze verwendet, dazu verschiedene Schmuckformen. 90 von Holzschnitten abgeformte Metallklischees geben diesem Buch einen besonderen Charakter. Ein großer Teil der originalen Holzstöcke befinden sich heute im Museum für das Fürstentum Lüneburg in Lüneburg.

Entstehung und Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der in Barth residierende Herzog Bogislaw XIII. gab den neuen Druck der Bibel in einer Auflage von etwa 500 Stück in Auftrag. Als Vorlage diente die von Ludwig Dietz unter Verwendung von Holzschnitten Erhart Altdorfers gedruckte Bugenhagen-Bibel oder Lübecker Bibel von 1533, die mit Hilfe Johannes Bugenhagens ins Niederdeutsche übersetzt worden war und kurz vor der ersten hochdeutschen Ausgabe der Luther-Bibel erschien.[2] Die Bibeln wurden in Pommern als Altarbibel genutzt. Mittelniederdeutsch war im Spätmittelalter die lingua franca der Hanse und damit im gesamten Wirtschaftsraum um die Ostsee.

Erhaltene Exemplare[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weltweit sind heute noch etwa 80 Exemplare erhalten geblieben[3], davon ist eines im Besitz des Kulturhistorischen Museums in Stralsund, ein weiteres im Besitz des Barther Vineta-Museums, drei Exemplare in der Universitätsbibliothek Rostock, davon eines aus dem Besitz des Herzogs Bogislaw XIII. Das Niederdeutsche Bibelzentrum St. Jürgen in Barth pflegt das Andenken an die bedeutende Ausgabe der Bibel in Niederdeutsch.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Barther Bibel. Leipzig: Schmiedicke 1983 (HCS-Kunstdrucke)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Barther Bibel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Umfang: 8, 359, 1, 237, 1, 172, 1, 32 Bl., 1 Falttafel. Der 2. Teil trägt auf dem Zwischentitelblatt die Jahreszahl 1586.
  2. De Biblia vth der vthlegginge Doctoris Martini Luthers yn dyth düdesche viltich vthgesettet, mit sundergen vnderichtingen, alse man seen mach. Inn der Keyserliken Stadt Lübeck by Ludowich Dietz gedrücket MDXXXIII\
  3. Informationen des Barther Bibelzentrums