Baumkontrolle

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Abfolge bei der Erfüllung der Sorgfaltsverpflichtungen des Eigentümers eines Baumes und Dokumentation im Baumkataster

Die Baumkontrolle (auch Regelkontrolle) ist eine Sichtkontrolle von Bäumen in Sinne der Verkehrssicherungspflicht. Dabei werden Bäume durch systematische Inaugenscheinnahme (ohne technische Hilfsmittel) auf verkehrsgefährdende Schäden an Wurzel, Stamm und Krone regelmäßig untersucht, oft auch unter Einsatz der VTA-Methode.[1] Bestimmte Pathogene, schwere Defekte und statisch relevante Schäden können verkehrsgefährdend sein und müssen im Zweifelsfall durch eine eingehende Untersuchung verifiziert werden.

Wird eine Gefahr durch den Kontrolleur erkannt, kann er Baumpflegemaßnahmen empfehlen. Dazu gehören häufig: Entfernen von Totholz, Anbringen von Kronensicherungssystemen, unter Umständen auch die Kroneneinkürzung oder Fällung des Baumes, sofern andere Maßnahmen nicht sinnvoll bzw. nicht vertretbar sind. Die Baumkontrolle im öffentlichen Grün wird durch die Grünflächenämter der Kommunen, die Straßenmeistereien bzw. externe und speziell geschulte Baumkontrolleure regelmäßig durchgeführt.

In Deutschland ist der Stand der Technik in der Baumkontrollrichtlinie 2010 der FLL dargestellt.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt in Deutschland zahlreiche Dienstvorschriften zur Anwendung von VTA, so z. B. Baumkontrollvorschrift für Berlin.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Claus Mattheck, Hans-Joachim Hötzel: Baumkontrolle mit VTA. Fachliche Anleitung und rechtliche Absicherung. Rombach, Freiburg im Breisgau 2003, ISBN 3-79309153-8 oder ISBN 978-3-79309153-0.
  • Hans-Joachim Hötzel: Schuldhafte Verletzungen der Verkehrssicherungspflicht bei Bäumen – mehr Rechtssicherheit durch die Anwendung des Visual Tree Assessment (VTA) als neuentwickelter Methode der Baumkontrolle. Agrarrecht 3/1996, S. 77 f.
  • Hans-Joachim Hötzel: Baumkontrolle zur Erfüllung der Verkehrssicherungspflicht. VTA – Stand der Technik, NJW 1997, S. 1757.
  • Hans-Joachim Hötzel: Wer haftet bei Fehlern in einem Regelwerk? DEGA 35/2006.[3]
  • Dirk Dujesiefken, Petra Kockerbeck: Jahrbuch der Baumpflege. Thalacker-Verlag, 2004. ISBN 3-8781-5205-1.
  • FLL: Richtlinie zur Überprüfung der Verkehrssicherheit von Bäumen. 2010. ISBN 978-3-940122-23-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Oliver Wittek: Neue Urteile zur Verkehrssicherungspflicht bei Bäumen. Die VTA-Methode in der aktuellen Rechtsprechung. In: Arboristik – Recht. Arboristik.de, 9. Mai 2017, abgerufen am 1. Januar 2019.
  2. Verwaltungsvorschriften über die Kontrolle der Verkehrssicherheit von Bäumen auf öffentlichen Flächen (PDF) Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt. 12. Juli 2016. Abgerufen am 23. Januar 2019.
  3. PDF-Archiv – 35-2006, DEGA GaLaBau, Ausgabe 35. Ulmer, Stuttgart 2006, S. 10.