Beltringharde

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Alt-Nordstrand auf der Karte von Johannes Blaeu, 1662. Die alten Umrisse sind noch eingezeichnet, ein Großteil der Insel aber schon als unter Wasser liegend gekennzeichnet

Die Beltringharde (dänisch: Beltring Herred) war ein mittelalterlicher Verwaltungsbezirk im heutigen Nordfriesland. Die Harde gehörte zu den Uthlanden und umfasste den Nordteil der Insel Strand. In der Zweiten Marcellusflut 1362 wurde die Harde von der Nordsee überschwemmt und verlor mehrere Kirchspiele.

Ende des 16. Jahrhunderts wurden die Harden der Insel Strand neu aufgeteilt. Das Dorf Ockholm, das bei den Sturmfluten des 14. Jahrhunderts als Hallig übriggeblieben war, wurde nun zur Nordergoesharde gezählt, die Wiriksharde mit den Halligen Langeneß und Gröde ging in der Beltringharde auf. Um 1600 gehörten zur Beltringharde die Orte Amhusen, Bupsee mit der Hauptkirche der Harde, Buptee, Evensbüll, Königsbüll, Rorbeck, Oster- und Westerwoldt und Volligsbüll sowie mehrere Halligen. 1628 wurde der Amsinckkoog gewonnen. In der Burchardiflut von 1634 wurde die Beltringharde, die in der Mitte der Insel dem Heverstrom direkt ausgesetzt war, besonders schwer getroffen. Alle acht Kirchspiele und mehrere Kapellen wurden zerstört. Ein Großteil der Bevölkerung kam um, die Überlebenden konnten die Deiche nicht reparieren und mussten deshalb das Land aufgeben. Die wenigen verbliebenen Gebäude wurden abgebrochen.

Die Situation heute

Heute stellen lediglich die Hallig Nordstrandischmoor und die Hamburger Hallig, der ehemalige Amsinckkoog, Reste dieser Harde dar. Der 1987 eingedeichte Koog zwischen dem nordfriesischen Festland und Nordstrand erhielt zur Erinnerung an diese Harde den Namen Beltringharder Koog, obwohl das Gebiet nicht deckungsgleich mit der damaligen Harde ist.

2009 unternahmen Hobbyarchäologen mehrere Exkursionen zu Teilen der untergegangenen Insel und fanden an der Stelle des vermutlich versandeten Ortskerns von Osterwolde Gräben- und Warftfragmente sowie andere Siedlungsspuren.[1] Sie fanden auch einen gemauerten Brunnen, acht Sodenbrunnen und in einem großen Trümmerfeld unzählige Knochen. Im Mittelpunkt des Interesses stand die Suche nach Resten der Verlängerung des Moordeiches, dem Hohen Deich, der den Großen Koog vom Hagebüller Koog getrennt hatte.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Nicolai Andreas Jensen: Versuch einer kirchlichen Statistik über das Herzogthum Schleswig Band 2; Flensburg 1843
  • W. Lesser: Topographie des Herzogthums Schleswig; Kiel 1853

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zeugnisse des Untergangs: Knochen und Brunnen im Watt, von hn, auf shz.de, abgerufen 26. Oktober 2015

Koordinaten: 54° 34′ 0″ N, 8° 48′ 0″ O