Ben Nevis

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Ben Nevis
Beinn Nibheis
Südseite des Ben Nevis

Südseite des Ben Nevis

Höhe 1345 m
Lage Schottische Highlands
Gebirge Grampian Mountains
Koordinaten 56° 47′ 49″ N, 5° 0′ 13″ WKoordinaten: 56° 47′ 49″ N, 5° 0′ 13″ W
Ben Nevis (Schottland)
Ben Nevis
Besonderheiten höchster Berg im Vereinigten Königreich

Der Ben Nevis (gälisch Beinn Nibheis [ˈbɐiːɲ ˈniːviʃ]) ist mit einer Höhe von 1345 Metern der höchste Berg Schottlands und Großbritanniens[1] und damit auch der höchste Munro. Er liegt etwa 7 km östlich der Stadt Fort William.

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Ben“ ist der gälische Name für „Gipfel“ oder „Berg“. Der Name „Nevis“ ist eine Anglifizierung des gälischen „Nibheis“, was etymologisch nicht eindeutig zuzuordnen ist. Es kann entweder als „schlecht“ bzw. „schlimm“ oder in der Form „neamh-bhathais“ als „Kopf in den Wolken“ (von: „neamh“ = Himmel bzw. Wolken; „bhathais“ = Spitze des Kopfes) übersetzt werden. Die zweite Variante ist wahrscheinlicher, da das Massiv des Ben Nevis ein beträchtliches Hindernis für Luftmassen aus Westen (Atlantik) darstellt, sich daher vermehrt feuchte Luftmassen abregnen und so an rund 300 Tagen im Jahr Nebel oder Regen herrschen.[2][3]

Höhe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem jahrzehntelang eine offizielle Höhenangabe von 1344 m galt, gab Ordnance Survey im März 2016 bekannt, dass der höchste natürliche Punkt des Ben Nevis kurz zuvor auf exakt 1344,527 m vermessen wurde, was in der Karte auf 1345 aufgerundet wird.[4] Stand 2020 sind auf offiziellen Karten beide Höhenangaben verzeichnet, die zweite in Klammern.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Berg besteht aus rund 400 Millionen Jahre altem magmatischem Gestein aus der Devon-Periode. Die 300 Meter hohe Nordwand ist die höchste Felswand in Großbritannien.

Die erste überlieferte Besteigung des Ben Nevis fand am 17. August 1771 durch den Botaniker James Robertson statt. Damals galt noch Ben MacDhui 86,5 km nordöstlich als höchster Berg in Großbritannien, erst eine genaue Vermessung der Highlands durch Ordnance Survey ergab 1847 die wahren Verhältnisse.

1883 wurde eine Wetterwarte auf dem Gipfel gebaut, die 21 Jahre lang täglich das Wetter auf dem Gipfel dokumentierte. Noch heute sind ihre Ruinen zu sehen. Die heutige „Tourist Route“ stammt aus dieser Zeit und wurde als befestigter Pfad für Packpferde gebaut. Kurz unter dem Gipfel war bis zum Ersten Weltkrieg ein Hotel in Betrieb.

Aufstieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die meistgenutzte Route ist der Mountain Track oder Pony Track, die sogenannte „Tourist Route“. Sie beginnt am Pub Ben Nevis Inn nahe Achintee im Glen Nevis bzw. mit einem steileren Anstieg bei der nahe gelegenen Jugendherberge, und ist etwa sieben Kilometer lang.[5] Von Fort William ist der Beginn des Wegs etwa zwei Kilometer entfernt. Der Aufstieg beginnt bei etwa 20 Meter über dem Meer und steigt auf den ersten drei Kilometern steil am Südhang des Nachbarbergs Meall an t-Suidhe an. Am sogenannten „Half Way Loch“ (Lochan Meall an t-Suidhe) führt er über einen Sattel zum Ben Nevis hinüber und steigt in acht Kehren steil bis zum Gipfel hinauf. Auf den ersten drei Kilometern dominieren grobe Felsstufen den Wanderweg, danach folgt ein kleines Stück ausgebauter Kies- bzw. Schotterweg. Mit Beginn der Kehren besteht der Weg immer stärker aus losen Steinen, bis er auf dem letzten Kilometer nur noch durch eine Geröllwüste führt.

Zur Touristen-Route gibt es einige Alternativen: Auf halber Strecke, am „Half Way Loch“, zweigt von dieser ein Weg nach Norden ab und führt unterhalb der Nordwand des Ben Nevis über den Grat des Nachbarbergs Càrn Mòr Dearg auf den Gipfel. Zusätzlich dazu ist ein kompletter Aufstieg über das Massiv des Càrn Mòr Dearg von Norden aus möglich. Die Route beginnt hier bei Torlundy. Auch von Süden ist ein kürzerer und steilerer Aufstieg über den Càrn Dearg möglich. Die Alternativen sind deutlich anspruchsvoller, aber auch viel weniger überlaufen. An Tagen mit gutem Wetter können sich auf der Touristen-Route regelrechte Staus bilden, der Ben Nevis gehört zu den am häufigsten bestiegenen Bergen der Welt. Im Winter ist der Ben Nevis vor allem die steile Nordostwand bei Eiskletterern ein beliebtes Ziel. Viele namhafte britische Bergsteiger haben in den Rinnen und auf den Graten des Berges ihr Handwerk erlernt. Der Nordostpfeiler wurde 1892 erstmals begangen.[5]

Gefahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Aufstieg über die Touristen-Route gilt mit entsprechender Grundkondition als verhältnismäßig einfach. Doch vor allem an den schroffen und oft eisigen Felswänden geschehen am Ben Nevis gemessen an der Höhe des Berges sehr viele manchmal auch tödliche Unfälle. Oftmals verschlechtert plötzlich auftauchender Nebel und Schnee die Sicht und Orientierung und führt immer wieder zu Abstürzen und anderen Unfällen. An 300 Tagen im Jahr ist der Gipfel nebelverhangen. Weiterhin wird der Ben Nevis von sehr vielen unerfahrenen Wanderern bestiegen, die oftmals ungeeignet ausgerüstet sind. Auch das Wetter auf dem Gipfel wird häufig unterschätzt.[6]

Three Peaks Challenge und Ben Nevis Race[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kriegerdenkmal auf dem Gipfelplateau des Ben Nevis, Oktober 2006

Der Ben Nevis ist einer von drei Bergen, die beim National Three Peaks Challenge bestiegen werden. Dabei handelt es sich um ein Rennen, bei dem es gilt, innerhalb von 24 Stunden den jeweils höchsten Berg von Schottland, Wales (Snowdon) und England (Scafell Pike) zu besteigen. Außerdem findet hier seit 1951 jedes Jahr das „Ben Nevis Race“ statt, bei dem hunderte Läufer den Berg hinauf- und hinunterrennen. Dieses Rennen geht auf den einheimischen Friseur William Swan zurück, der die Strecke 1895 in 2 Stunden und 41 Minuten bewältigte.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2006 stießen Umweltaktivisten bei einer Müllbeseitigungsaktion knapp unterhalb des Gipfels auf die Überreste eines Klaviers. In der Holzverkleidung des Pianos befand sich ein kompletter Eisenrahmen mitsamt Saiten, die Klaviatur fehlte.[7] Wie sich herausstellte, hatte ein schottischer Holzfäller das Instrument 35 Jahre zuvor für einen guten Zweck auf seinem Rücken auf den Berg getragen und auf dem Gipfel Scotland the Brave gespielt.[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Ben Nevis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kevin Rawlinson: Ben Nevis: Britain's highest mountain taller than previously thought. In: theguardian.com. 18. März 2016, abgerufen am 5. Januar 2017.
  2. Wandering Aengus Treks: Mountain Information of Ben Nevis (Memento vom 27. Januar 2011 im Internet Archive)
  3. Ben Nevis Weather Information Site
  4. Ordnance Survey: Great Britain’s tallest mountain is taller, abgerufen am 5. Oktober 2020
  5. a b Pointdexter, Joseph: Zwischen Himmel und Erde. Die 50 höchsten Gipfel. Könemann, Köln 1999, ISBN 3-8290-3561-6, S. 120
  6. SCHOTTLAND: Rutsch ins Nichts. In: Der Spiegel. Nr. 14, 1982 (online).
  7. Florian Harms: Rätselhafter Fund auf schottischem Berg: Geheimnis um mysteriöses Klavier gelöst? In: Spiegel Online. 18. Mai 2006, abgerufen am 5. Januar 2017.
  8. Martin Wainwright: Mystery of Ben Nevis piano solved. In: theguardian.com. 1. Mai 2013, abgerufen am 5. Januar 2017.