Bence Máté

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Bence Máté

Bence Máté (* 26. Februar 1985 in Szeged[1]) ist ein ungarischer Tierfotograf. Er war einer der ersten, die Einwegspiegel-Technik[2] als Fotoverstecke einsetzten. Im Jahr 2010 gewann sein Bild Marvel of Ants den renommierten Titel „Wildlife Photographer of the Year“.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Fotografieren einer Kobra in Sri Lanka
Beim Fotografieren eines Kaimans in Brasilien, 2009

Bence Máté wurde in Szeged als ältester Sohn einer vierköpfigen Lehrerfamilie geboren. Als Bence zwei Jahre alt war, zog die Familie an den Rand des Dorfes Pusztaszer und baute dort ein Haus an den Feuchtgebieten. Von seinem Schlafzimmer aus, mit Sicht auf das Schilf, machte Bence seine ersten Vogelfotos. Bence Máté ging zur Grundschule in Pusztaszer, wo seine beiden Eltern Lehrer waren. Später, an der „Kiss Ferenc Forestry High School“ gewann er 2000 den dritten[3] und 2001 den zweiten[4] Preis in den nationalen Naturschutzwettbewerben „Kitaibel Pál“, die er mit eigenen Bildern illustrierte.

Im Jahr 2000 wurde Bence zu Ungarns „Jungem Tierfotografen des Jahres“ ernannt. Er erhielt diesen Titel insgesamt fünf Mal zwischen 2000 und 2004. Im Jahr 2001 wurde sein Bild „Susliks“ im Wettbewerb Wildlife Photographer of the Year empfohlen. Im darauf folgenden Jahr 2002 brachte ihm sein Bild „Recycling“ den Titel des „BBC Young Wildlife Photographer of the Year“. 2002 wurde er Mitglied von „NaturArt“,[1] der Vereinigung der ungarischen Tierfotografen.

Am 1. Oktober 2003 gründete Bence im Alter von 18 Jahren ein Unternehmen und begann von Fotowettbewerben, Vorträgen, Artikeln, Errichten von Ausstellungen und Verkauf von Bildern zu leben. Im November 2004 wechselte er von der analogen zur digitalen Fotografie.

Im Frühjahr 2005 experimentierte er mit der Einwegspiegel-Technik, die es ihm erlaubte scheue Tiere aus nächster Entfernung zu fotografieren, ohne sie zu stören. Diese Technik wurde bald beliebt bei Fotografen, die aus Verstecken Fotos schossen.

Im Jahr 2005 gewann Bence den Wettbewerb „BBC Wildlife Photographer of the Year’s Eric Hosking Award“ (für Fotografen im Alter von 18 bis 26).[5]

Er wurde eingeladen, Wildtiere des „Pripyat Nationalparks“ in Weißrussland für das „National Geographic’s Wild Wonders of Europe“[6] zu fotografieren. In diesem Buch werden 69 europäische Wildtierfotografen[7] vorgestellt, die das Naturerbe von 48 europäischen Ländern fotografierten.

Im Jahr 2006 startete Bence ein Unternehmen auf dem Gebiet des Wildtiere-Fotografie-Tourismus. Er renovierte einen Bauernhof und machte ihn zu einem Schauplatz für die versteckbasierte Fotografie in Europa. Im selben Jahr wurde er zum ersten Mal zum ungarischen „Tierfotografen des Jahres“ gekürt. Er gewann diesen Titel auch in 2008, 2010, 2013 und 2015.

Tower blind, Costa Rica, 2009

Zwischen November 2008 und April 2009 errichtete Bence Verstecke in Costa Rica für Wildtier-Fotografie. Zwischen September 2009 und März 2010 vollbrachte er ähnliche Arbeiten in Brasilien, indem er seine Fähigkeiten bei der Planung und Gestaltung von Verstecken weiterentwickelte und dabei mit verschiedenen Materialien und Bautechniken experimentierte. Im Jahr 2010 brachte ihm sein Bild von Blattschneiderameisen mit dem Titel „Marvel of Ants“ den Titel des Naturfotografen des Jahres.[8] Bence wurde somit der einzige Fotograf in der Geschichte des Wettbewerbs, der den Hauptpreis in den Jugend- und den Erwachsenen-Kategorien gewann.

Im gleichen Jahr wurde Bence zum Ehrenbürger des Dorfes Pusztaszer ernannt.[9]

Er entwarf Vogel- und Großwild-Verstecke für die „Zimanga Private Game Reserve“[10] in Südafrika, die damit ein Unternehmen startete, das auf afrikanischen Foto-Verstecken als Alternative zu klassischen Safaris basiert („Zimanga Hides“).

Seit 2013 ist Bence Botschafter der ungarischen Nationalparks.[11]

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fotografiepreise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Young Wildlife Photographer of the Year 2002[12]
  • Wildlife Photographer of the Year 2010[8]
  • Tierfotograf des Jahres (Ungarn), 2006, 2008, 2010[13], 2013, 2015
  • Wildlife Photographer of the Year: Eric Hosking Award für das beste Portfolio, 2005[5], 2007[14], 2010[15], 2011[16]
  • Wildlife Photographer of the Year 2014: Sieger in der Kategorie Vögel[17]
  • GDT Europäischer Naturfotograf des Jahres, 2015, Sieger in der Kategorie Säugetiere[18]
  • Nordic Nature Photo Contest, 2016, 1. Preis in der Kategorie Reisefoto[19]
  • Nature’s Best, Fotografiewettbewerb (USA), 2010[20], 2012[21], 2014[22], 1. Preis
  • Gedenkstätte Maria Luisa, Fotowettbewerb (Spanien), 2010[23], Gesamtsieger
  • MontPhoto, internationaler Fotowettbewerb (Spanien), 2014[24], 2015[25], Gesamtsieger
  • National Wildlife, internationaler Wildtierwettbewerb (USA), 2014[26], Gesamtsieger
  • World Press Photo Contest, 2019. Sieger in der Kategorie Natur, Einzelfotografie[27]

Weitere Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2014: Junior Prima Award[28]
  • 2016: Auszeichnung von Pro Natura[29]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem Verein „Bridge Budapest“ zufolge war Bence 2014 der neuntbekannteste Ungar.[30]

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • The Invisible Wildlife PhotographerISBN 978-963-06-9845-0 (in Englisch und Ungarisch)
  • Handbook of Bird Photography[31]ISBN 978-1-937538-10-1. Mitverfasser: Markus Varesvuo und Jari Peltomäki; Herausgeber: Rocky Nook (in Englisch, Deutsch, Französisch und Finnisch).

Filme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filmcrew von The Invisible Wildlife Photographer (2011)
  • The Invisible Wildlife Photographer.[32] Die wissenschaftliche Filmwerkstatt természetfilm.hu,[33] im Besitz von Chello Media, wurde von Spektrum Television[34] beauftragt, eine 3 × 26-minütige Serie zu drehen. Die Zeitlupe-Kameraaufnahmen wurden von Bence vorbereitet. Regie: Attila Molnár; Kameramann: Zsolt Marcell Tóth, Bence Máté; Erzähler: Rudolf Péter.
    • Teil 1: Das Wunder Wasser
    • Teil 2: Die drei Mieter
    • Teil 3: Fisch-Abendessen

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Bence Máté – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Máté Bence. (Nicht mehr online verfügbar.) naturArt - Magyar Természetfotósok Szövetsége Kht., archiviert vom Original am 13. März 2016; abgerufen am 1. Februar 2020 (ungarisch).
  2. Thomas Hafen: Tierfotografie: Interview mit Bence Máté. In: c't Fotografie. 10. März 2012, abgerufen am 30. März 2017.
  3. Kitaibel Pál nationaler Naturschutz Wettbewerb
  4. Kitaibel Wettbewerb
  5. a b Wildlife Photographer of the Year 2005 photographer list. Burke Museum, abgerufen am 1. Februar 2020 (englisch).
  6. Wild Wonders of Europe (Memento des Originals vom 4. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.wild-wonders.com
  7. May we introduce the Dream Team: The Photographers! (Memento des Originals vom 16. April 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.wild-wonders.com
  8. a b Wildlife Photographer of the Year 2010. Natural History Museum, abgerufen am 1. Februar 2020 (englisch).
  9. Bobkó Anna: Máté Bence Pusztaszer díszpolgára lett. In: Délmagyar. 30. November 2010, abgerufen am 31. Januar 2020 (ungarisch).
  10. Zimanga Private Game Reserve
  11. Ember a természetben - kampány indul a nemzeti parkok népszerűsítésére. Ungarisches Staatssekretariat für Umweltschutz, abgerufen am 10. Februar 2020 (ungarisch).
  12. Magyar győzelem egy természetfotós világversenyen. In: Origo. 21. Oktober 2010, abgerufen am 10. Februar 2020 (ungarisch).
  13. Tierfotograf des Jahres 2010
  14. Eric Hosking Award für das beste Portfolio 2007
  15. Winner 2010 | Eric Hosking Portfolio Award. Natural History Museum, abgerufen am 2. Februar 2020 (englisch).
  16. Winner 2011 | Eric Hosking Portfolio Award. Natural History Museum, abgerufen am 2. Februar 2020 (englisch).
  17. Winner 2014 | Birds. Natural History Museum, abgerufen am 2. Februar 2020 (englisch).
  18. Europäischer Naturfotograf des Jahres 2015. Gesellschaft für Naturfotografie, abgerufen am 1. Februar 2020.
  19. Winners 2016 Fotoreisen. Nordic Natur Photo Contest, abgerufen am 1. Februar 2020 (englisch).
  20. Nature's Best Fotografie Wettbewerb (USA) 2010
  21. Nature's Best Fotografie Wettbewerb (USA) 2012 (Memento des Originals vom 4. April 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/naturalhistory.si.edu
  22. Nature's Best Fotografie Wettbewerb (USA) 2014
  23. Gedenkstätte Maria Luisa Fotowettbewerb (Spanien), 2010
  24. MontPhoto Internationaler Fotowettbewerb (Spanien), 2014 (Memento des Originals vom 19. April 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/fest.montphoto.com
  25. MontPhoto Internationaler Fotowettbewerb (Spanien), 2015
  26. National Wildlife internationaler Wildtierwettbewerb (USA), 2014
  27. Harvesting Frogs’ Legs. World Press Photo, abgerufen am 7. Februar 2020 (englisch).
  28. JUNIOR PRIMA DÍJ - KORÁBBI DÍJAZOTTAK. Prima Primissima, abgerufen am 1. Februar 2020 (ungarisch).
  29. Több generációs Pro Natura díjazottak. Greenfo, 22. April 2016, abgerufen am 1. Februar 2020 (ungarisch).
  30. Íme a tíz legsikeresebb, világhírnévnek örvendő magyar. 4. Oktober 2014, abgerufen am 31. Januar 2020 (ungarisch).
  31. Handbook of Bird Photography
  32. The Invisible Wildlife Photographer
  33. http://termeszetfilm.hu/
  34. Spektrum Television