Bergbeamter

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Bergbeamte sind alle beim Bergbau angestellten Beamten, im engeren Sinn die vom Staat bestellten Beamten, die (als Mitglieder einer Bergbehörde [eines Bergamts] oder selbst eine solche bildend) mit der Ausübung der Rechte und Pflichten betraut sind, die dem Staat bezüglich des Bergbaues auf alle unter das Berggesetz fallenden Mineralien zukommen.

In Preußen waren die Bergbehörden für die erste Instanz die Revierbeamten mit dem Titel Bergmeister (früher auch Berggeschworner), Bergrat, für die zweite Instanz die Oberbergämter (Breslau, Halle, Klausthal, Dortmund, Bonn), deren Direktor der Berghauptmann, deren Mitglieder Oberbergräte bez. Geheime Bergräte waren, und für die dritte und letzte Instanz der Minister für Handel und Gewerbe. An der Spitze der Ministerialabteilung für das Berg-, Hütten- und Salinenwesen stand der Oberberghauptmann, ihm zur Seite standen vortragende Räte (Geheime Berg-, bez. Geheime Oberbergräte) sowie ein Oberberg- und Baurat.

Der Ministerialabteilung sowie den zuständigen Oberbergämtern als Aufsichtsbehörden waren auch die staatlichen Bergwerks-, Hütten- und Salinenverwaltungen unterstellt: Königliche Berginspektionen, Bergfaktoreien, Hüttenämter, Salzämter, deren Leiter königliche Bergwerks-, Hütten- oder Salinendirektoren (Bergräte) waren, sowie die königliche Bergwerksdirektion zu Saarbrücken (der sämtliche Berginspektionen des Saarreviers unterstanden) und die königliche Zentralverwaltung zu Zabrze (der die Berginspektionen der königlichen Steinkohlenwerke Oberschlesiens untergeordnet waren).

Bei den Behörden und Verwaltungen fungieren auch Bergassessoren, als Berg-, Hütten- oder Salineninspektoren oder als technische Hilfsarbeiter. Über die Ausbildung der Bergbeamten siehe Bergfach.

In Bayern waren die Bergbehörden die Bezirksbergämter und das Oberbergamt (München), im Königreich Sachsen die Berginspektionen, deren Stellung derjenigen der preußischen Revierbeamten entsprach, das Bergamt zu Freiberg und das Finanzministerium, in Österreich die Revierbergämter (mit Berg-, bez. Oberbergkommissaren), Berghauptmannschaften und der Ackerbauminister.

Die Markscheider mit Ausnahme der bei den Oberbergämtern angestellten Bezirksmarkscheider (Oberbergamtsmarkscheider) waren in einzelnen Staaten (Preußen etc.) nicht Beamte, sondern, wie die Feldmesser, Gewerbtreibende, auf welche die Vorschriften der Gewerbeordnung Anwendung fanden. Beim Privatbergbau hießen die obersten Betriebsleiter General-, Bergwerks- oder Bergdirektoren; zu ihrer Hilfeleistung waren auf größeren Werken Bergingenieure (Bergverwalter, Berginspektoren) angestellt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bergbeamte. In: Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage. Band 2, Bibliographisches Institut, Leipzig/Wien 1905, S. 670.