Bergkirche Rodaun

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Bergkirche Rodaun

Die Bergkirche Rodaun ist eine barocke römisch-katholische Kirche im Stadtteil Rodaun im 23. Wiener Gemeindebezirk Liesing. Sie ist dem heiligen Johannes der Täufer geweiht.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1683 wurde die alte Rodauner Kirche bei der zweiten Wiener Türkenbelagerung zerstört und bald darauf in bescheidener Form wiedererrichtet. An deren Stelle wurde die heutige Bergkirche in den Jahren 1739 bis 1745 erbaut und am 23. Juni 1745 geweiht.[1] Die Stifterin der Kirche war die damalige Besitzerin der Herrschaft Rodaun, Eleonore von Rödersthal. Durch die Stiftung erfüllte sie eine testamentarische Verfügung ihrer Mutter. Die Kirche ist ein Werk des Wiener Baumeisters Johann Enzenhofer. Der barocke Zentralbau in unmittelbarer Nähe zum Schloss Rodaun besitzt einen 35 Meter hohen Kirchturm. 1783 wurde Rodaun im Zuge der josephinischen Reformen eine eigenständige Pfarre – bislang war Rodaun von der Pfarre im südlich gelegenen Perchtoldsdorf verwaltet worden. 1905 wurde nach einem Entwurf von Architekt Richard Merz der Vorbau errichtet und die Turmfassade beziehungsweise der Turmaufbau verändert.[2]

Die Luftangriffe auf Wien im Zweiten Weltkrieg überstand die Bergkirche unbeschadet. 1954 wurde die heutige Pfarrkirche Rodaun geweiht, die 1964 die Bergkirche als Pfarrkirche von Rodaun ablöste.

Künstlerische Ausgestaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wappenkartusche über dem Vorbau zeigt das Wappen des Burgherrn Philipp Ritter von Rödderstahl († 1736). Die beiden großen Steinfiguren an der Turmfassade stellen die heilige Katharina (links) und die heilige Barbara (rechts) dar.[2]

Innenraum der Bergkirche Rodaun

Die barocke Ausstattung ist weitgehend erhalten. Das Bild am Hochaltar mit der Darstellung der Taufe Jesu sowie die beiden Seitenaltarbilder mit der Heiligen Familie und mit Joachim, Anna und Maria wurden vom Südtiroler Maler Michelangelo Unterberger geschaffen.

Blick auf die Orgel

Die Orgel mit neobarockem Gehäuse wurde in den Jahren 1905/1906 von dem Orgelbauer Johann M. Kauffmann aus Wien erbaut. Das Kegelladen-Instrument verfügt über zwölf Register auf zwei Manualen und Pedal. Die Spieltrakturen sind mechanisch, die Registertrakturen pneumatisch.[3]

I Hauptwerk C–f3
1. Bourdon 16'
2. Principal 8'
3. Viola di Gamba 8'
4. Octav 4'
5. Mixtur III 22/3'
II Brustwerk C–f3
6. Geigend Principal 8'
7. Lieblich Gedeckt 8'
8. Aeoline 8'
9. Gemshorn 4'
Pedalwerk C–f1
10. Subbass 16'
11. ViolonCello 8'
12. Octavbass 8'
  • Koppeln: II/I, I/P, II/P
  • Spielhilfen: Kollektivtritte (p, f, tutti), Auslöser

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ferdinand Opll: Liesing: Geschichte des 23. Wiener Gemeindebezirks und seiner alten Orte. Jugend und Volk, Wien 1982, ISBN 3-7141-6217-8
  • Hildegunde Suete-Willer: Die Bergkirche von Wien-Rodaun: Eine Dokumentation. Eigenverlag H. Suete-Willer, Wien 1995

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bergkirche Rodaun – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bergkirche im Wien Geschichte Wiki der Stadt Wien
  2. a b Wien.at: Bergkirche Rodaun; abgerufen am 27. Aug. 2016
  3. Informationen zur Orgel

Koordinaten: 48° 7′ 58″ N, 16° 15′ 23″ O