Bergwerk West

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Bergwerk West
Allgemeine Informationen zum Bergwerk
Schachtanlage FH1 Tag.jpg
Schachtanlage Friedrich-Heinrich 1/2
Abbautechnik Untertagebau
Informationen zum Bergwerksunternehmen
Betriebsbeginn 2001
Betriebsende 2012
Nachfolgenutzung Wasserhaltung
Geförderte Rohstoffe
Abbau von Steinkohle
Geographische Lage
Koordinaten 51° 29′ 45″ N, 6° 32′ 53″ OKoordinaten: 51° 29′ 45″ N, 6° 32′ 53″ O
Bergwerk West (Regionalverband Ruhr)
Bergwerk West
Lage Bergwerk West
Standort Kamp-Lintfort
Gemeinde Kamp-Lintfort
Kreis (NUTS3) Wesel
Land Land Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Revier Ruhrrevier
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p2

Das Bergwerk West der Deutschen Steinkohle AG (DSK) entstand 2001 durch Vereinigung der selbständigen Bergwerke Friedrich Heinrich (Kamp-Lintfort) und Rheinland mit dem Bergwerk Niederberg.

Die letzte Schicht erfolgte am 21. Dezember 2012; am 31. Dezember 2012 wurde das Bergwerk stillgelegt.[1][2]

Bergwerksgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zusammenfassung erfolgte überwiegend grubenfeldtechnisch unter Konzentration der Förderung auf der Förderanlage Friedrich Heinrich 1/2. Die Anlage wurde zunächst unter dem Namen Friedrich Heinrich / Rheinland geführt, und später nach dem Zusammenschluss mit Niederberg in 'Bergwerk West' umbenannt.

Das Bergwerk Rheinland, welches aus den Schachtanlagen Pattberg 1/2, Rossenray 1/2, Rheinpreußen 8, Rheinpreußen 9 und Rheinberg bestand, wurde aufgeteilt. Das nördliche und westliche Grubenfeld mit den Schachtanlagen Pattberg und Rossenray wurde an Friedrich Heinrich angeschlossen. Die Schachtanlage Pattberg 1/2 wurde als Förderanlage stillgelegt und die Schächte später verfüllt (Abbruch der Fördergerüste Pattberg 1 1995 und Pattberg 2 1998). Das Ostfeld und Nordostfeld mit den Schächten Rheinpreußen 8 und 9 sowie Rheinberg wurde an das Bergwerk Walsum in Duisburg angeschlossen.

Im Jahr 2001 erfolgte der Anschluss der Zeche Niederberg in Neukirchen-Vluyn an das Bergwerk West. Hierbei wurde der Förderstandort Niederberg 1/2/5 mit den Nebenanlagen Niederberg 3 und 4 aufgegeben und stillgelegt.

2002 begann der Widerstand gegen Pläne, Kohle unter dem Rhein abzubauen und anschließend aufwändige Deiche links und rechts des abgesunkenen Flussbettes zu bauen.[3][4]

Am 29. Januar 2007 vereinbarten die Landesregierungen und die Bundesregierung (damals eine schwarz-rote Koalition (Kabinett Merkel I)) einen Ausstieg aus der Steinkohleförderung. Das Land NRW (damals regiert von einer schwarz-gelben Koalition unter Jürgen Rüttgers (Kabinett Rüttgers)) behielt sich eine 'Revisionsklausel' vor (Näheres hier).

Heute umfasst das Bergwerk West die Förder- und Seilfahrtschachtanlage Friedrich Heinrich 1/2, den Seilfahrt- und Wetterschacht Friedrich Heinrich 4 sowie die Bergeförderungs- und Seilfahrtschachtanlage Rossenray 1/2. Die weiteren Planungen des Bergwerks gehen in den Bereich des Abbaus der westlichen und nördlichen Feldesteile im Bereich des Schachtes Friedrich Heinrich 4 sowie um die Schachtanlage Rossenray. 2006 wurden die südlichen Grubenbaue um Schacht Friedrich Heinrich 3 aufgegeben, nach Abschluss der untertägigen Raubarbeiten wurde der Schacht 2007 verfüllt.

Nach der Stilllegung des Bergwerks Walsum 2008 wurde das Baufeld Rheinberg wegen des umstrittenen Abbaus der Kohlevorräte unter dem Rhein nicht übernommen. Die jährliche Förderung des Bergwerks West betrug 3,2 Millionen Tonnen. 2009 wurden etwa 4.200 Mitarbeiter beschäftigt. Die letzte Schicht erfolgte am 21. Dezember 2012, am 31. Dezember 2012 wurde das Bergwerk stillgelegt.[1][2] Im Bergwerk West arbeiteten zum Zeitpunkt der Stilllegung noch 1560 Mitarbeiter, von denen rund 1000 Mitarbeiter zu anderen Zechen der RAG wechseln.[5]

2012 wurden rund 2.5 Mio. Tonnen gefördert. Die höchste Jahresmenge förderte man 1993: etwa 4,17 Millionen Tonnen.[6][7]

Die RAG beschäftigte zum Jahreswechsel 2012/2013 insgesamt noch 18.000 Menschen über und unter Tage. In den 1950er Jahren waren es bis zu 500.000.

Nach der Schließung des Bergwerks West förderten nur noch die Zeche Auguste Victoria in Marl, Prosper-Haniel in Bottrop sowie das Bergwerk Ibbenbüren an der Grenze zu Niedersachsen. Planmäßig wurde Auguste Victoria 2015 geschlossen; Ende 2018 sollen Prosper-Haniel und Ibbenbüren folgen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann, Wilhelm und Gertrude: Die alten Zechen an der Ruhr. 6., um einen Exkurs nach S. 216 erweiterte und in energiepolitischen Teilen aktualisierte Auflage 2008 der 5., völlig neu bearb. u. erweiterten Auflage 2003, Königstein i. Ts. (Verlag Langewiesche) 2008 (Die Blauen Bücher), ISBN 978-3-7845-6994-9

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Außerordentliche Betriebsversammlung auf dem Bergwerk West. RAG-Vorstand erläutert Schließungsbeschluss. 19. Dezember 2011, abgerufen am 12. Januar 2012.
  2. a b Das Bergwerk West schliesst am 31. Dezember: Hinter den Zahlen stehen immer Gesichter. auf rp-online.de, 19. Dezember 2012.
  3. Land unter für die Kohle. auf: handelsblatt.com, 3. Januar 2003.
  4. BürgerInitiativeBergbaubetroffener am Niederrhein e.V.
  5. Website der RAG zur Schließung des Bergwerkes West, abgerufen am 15. Januar 2013
  6. Schicht am Schacht für das Bergbaurevier Niederrhein: Letzte Förderung auf dem Bergwerk West. auf: rag.de, 21. Dezember 2012. (Pressemitteilung)
  7. Kamp-Lintfort. auf: faz.net, Bilder vom letzten Tag.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bergwerk West – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien