Berliner Rechtshilfefonds Jugendhilfe

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Berliner Rechtshilfefonds Jugendhilfe
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Gründung 2002
Ort Berlin
Vorstand Angela Smessaert u.a.
Mitglieder ca. 200
Website www.brj-berlin.de

Der Berliner Rechtshilfefonds Jugendhilfe (BRJ) e.V. ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Berlin-Kreuzberg. Bundesweit gilt der BRJ als erste unabhängige Ombudsstelle für Jugendliche und Heranwachsende. Er setzt sich offensiv ein für bedarfsgerechte und gesetzmäßige Jugendhilfe-Leistungen. Beim Berliner BRJ angesiedelt ist auch die Netzwerkstelle Ombudstellen, die 12 ähnliche Beratungsstellen in 10 Bundesländern verbindet.

Motive, Ansätze und Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein wurde im Juni 2002 auf Initiative von Ulrike Urban und als Reaktion auf die drastisch zunehmenden Sparmaßnahmen im Jugendhilfebereich seit Mitte der 1990er Jahre gegründet. Zuvor waren entsprechende Diskussionen u.a. im Landesarbeitskreis Jugendberatung und Wohnen Berlin geführt worden. Der BRJ ist ein unabhängiger Zusammenschluss engagierter Fachkräfte der Berliner Jugendhilfe. Die Mitglieder bilden ein Bündnis aus Fachkräften der psychosozialen Arbeit, Juristen sowie unterstützenden Privatpersonen. Sie wenden sich gegen fragwürdiges und rechtswidriges Verwaltungshandeln in der Jugendhilfe und verstehen sich als Lobby für junge Menschen und deren Familien mit begründetem, aber unerfülltem Bedarf vor allem im Bereich der § 34 und § 41 der Hilfen zur Erziehung im SGB VIII; die dortigen Angebote und Leistungen - auch im Feld Jugendsozialarbeit gem. § 13 - werden aus der Sicht des Vereins verdeckt oder offen aus Kostengründen den Leistungsberechtigten Eltern bzw. Heranwachsenden abschlägig beschieden.[1] Ein Projekt "Auszugsberatung für junge Volljährige" flankierte die Tätigkeit. Die Berater (telefonisch und persönlich) im BRJ arbeiten in erster Linie ehrenamtlich und sind unabhängig von öffentlichen Förderungen. Die Finanzierung erfolgt über Mitgliedsbeiträge und Spenden. Zurzeit werden zwei halbe Stellen befristet über die Aktion Mensch finanziert.

Die Arbeit ruht auf den drei Säulen Beratung und Begleitung für Betroffene, Öffentlichkeitsarbeit und Fortbildung. Fortbildungsthemen waren z.B.:

  • Rechtsansprüche im Jugendrecht
  • Antrags-, Widerspruchs- und Klageverfahren (Verwaltungsgerichte und Familiengerichte)
  • Handlungsmöglichkeiten freier Träger angesichts öffentlicher Sparpolitik
  • individuelle Hilfeplanung nach § 36 SGB VIII
  • zu den Schnittstellen der Sozialgesetzbücher II, VIII und XII
  • Ansprüche gem. § 35a/psychische Behinderungen bei Minderjährigen im SGB VIII.

Der Berliner Rechtshilfefonds Jugendhilfe ist ein anerkannter Freier Träger der Jugendhilfe. Seit August 2008 unterstützt der Verein Initiativen im gesamten Bundesgebiet, die im Sinn von Ombudschaft in der Jugendhilfe tätig sein wollen und fungiert als Netzwerkstelle. Der BRJ hat Fachartikel und Broschüren veröffentlicht.

Anlauf- und Beratungsstelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beratungstermine erhalten betroffene Anspruchsberechtigte, Kinder, Jugendliche und Heranwachsende sowie wenn durch Betroffene beauftragt deren Personen des Vertrauens dienstags und mittwochs von 10 bis 13 Uhr sowie donnerstags von 17 bis 19 Uhr über das Fon 030-61076646 (Fax: 61073509); die Büro-Adresse lautet 10997 Berlin, Bethaniendamm 25. In der Geschäftsstelle sind die Ansprechpartnerinnen Nicole Rosenbauer und Ulli Schiller beschäftigt.

Vorstand und Beirat

Im 5-köpfigen Vorstand arbeiten u.a Angela Smessaert (Vorsitzende),[2] und Peter Schruth.[3]
Im Beirat befinden sich Johannes Münder, Richard Münchmeier, Heike Schmid-Oberkirchner, Norbert Struck, Reinhard Wiesner und Manfred Kappeler.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur von und über den BRJ[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BRJ-empfohlene Rechtshilfeliteratur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • BAG LJÄ/IGfH (Hrsg.): Rechte haben - Rechte kriegen. Weinheim 2003
  • Manfred Günther: Fast alles was Jugendlichen Recht ist. Berlin 2003
  • Sigrun von Hasseln: Jugendrechtsberater. München 2002
  • Ulrike Hinrichs: Zu Recht finden. Mülheim 2009
  • SPI (Hrsg.): Schlüsseldienst. Berlin 1998
  • Stadtjugendring Mainz (Hrsg.): Recht so. Mainz 2008
  • Werner Terpitz, Jochen Terpitz: Rechte der Jugendlichen von A-Z. München 2000

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dienstanweisung des Jugendamtes Mitte zur Kosteneinsparung bei den Erziehungshilfen ab März 2009, gesehen am 27. Juli 2010 bei Johannes Herwig-Lempp
  2. Webseite der TU Berlin: Lehrende/Smessaert, gesehen am 30. November 2011
  3. Schruth auf der Webseite der Hochschule Magdeburg, gesehen am 29. November 2011
  4. Der Schutzbengel Award - Ehrenamtliches Engagement verdient Anerkennung – Keiner darf verloren gehen, gesehen am 25. Juli 2010 auf der Website der Aktion