Bernd Osterloh

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Bernd Osterloh (* 12. September 1956 in Braunschweig) ist Vorsitzender des Gesamt- und Konzernbetriebsrats sowie Mitglied des Präsidiums des Aufsichtsrates der Volkswagen AG.

Nach Abschluss seiner Ausbildung zum Industriekaufmann (1973) arbeitete er in seinem erlernten Beruf und wechselte 1977 zum Volkswagenwerk Wolfsburg. Dort durchlief er die klassische Betriebsratskarriere: vom Vertrauensmann der IG Metall über die Wahl in den Betriebsrat (1990) zum stellvertretenden Betriebsratsvorsitzenden (2004).

Als Stellvertreter Klaus Volkerts, der infolge eines Korruptionsskandals im Juni 2005 zurücktreten musste, rückte Osterloh in die Ämter seines Vorgängers: Sukzessive wurde er zum Betriebsratsvorsitzenden des Wolfsburger Werks, zum Gesamtbetriebsratsvorsitzenden aller VW-Werke und schließlich zum Konzernbetriebsratsvorsitzenden gewählt.

Osterloh war im Werk Wolfsburg seit dem Start des vom damaligen Personalvorstand Peter Hartz erarbeiteten Projektes „5000 mal 5000“ im Jahr 2000 der dafür Verantwortliche im zuständigen Ausschuss des Betriebsrats. Er verteidigte es gegen erheblichen Widerstand aus den Reihen seiner eigenen Gewerkschaft gegen den Vorwurf des Tarifdumping.[1] Laut Handelsblatt verkörpert er „den neuen Typ des Arbeitnehmer-Managers“[2] und laut Frankfurter Allgemeine Zeitung den des „Co-Managers“, der wie ein Abteilungsleiter bezahlt wird.[3]

Nach der Bildung der Porsche Automobil Holding SE wurde Osterloh auch Vorsitzender des Betriebsrats der Holding, sein Stellvertreter wurde Uwe Hück. Beide waren auch aktiv an der später vollzogenen Übernahme der Porsche AG durch den Volkswagen-Konzern beteiligt.

Am 15. November 2017 fanden Durchsuchungen im Vorstand und beim Betriebsrat statt. Im Raum steht der Verdacht, durch überhöhte Gehaltszahlungen an Osterloh Steuerhinterziehung betrieben zu haben. Osterloh hatte sein Gehalt im Mai 2017 nach Bekanntwerden der staatsanwaltlichen Ermittlungen offengelegt. Der Braunschweiger Zeitung sagte er damals, dass er ähnlich einem Bereichsleiter bezahlt werde und etwa 200.000 Euro Grundgehalt pro Jahr erhalte.[4] Zudem beziehe er, wie im Management üblich, vom Unternehmenserfolg abhängige Boni. In der Spitze habe seine Gesamtvergütung damit einmalig bei rund 750.000 Euro gelegen. Im Dezember wiederholte Osterloh ähnliche Aussagen in einem Interview auf einer Internetseite der Gewerkschaft IG Metall.[5][6]

Osterloh ist Mitglied der IG Metall und der SPD.[7]

Er ist bekennender Fußball-Fan. Seit dem 1. Oktober 2005 ist er (Stand Ende 2017) Mitglied des Aufsichtsrats und des Präsidiums der VfL Wolfsburg-Fußball GmbH.[8]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bernd Osterloh: Ein Erfolg der Mitbestimmung. In: Michael Schumann et al. (Hrsg.): Auto 5000. ein neues Produktionskonzept. Die deutsche Antwort auf den Toyota-Weg?. VSA-Verlag, Hamburg 2006, S. 49–52.
  2. Handelsblatt vom 2. Juli 2009.
  3. Frankfurter Allgemeine zeitung vom 3. März 2010.
  4. [1] Braunschweiger Zeitung vom 12. Mai 2017
  5. www.igm-bei-vw.de, abgerufen am 23. Dezember 2017.
  6. FAZ.net 23. Dezember 2017: VW kürzt Betriebsräten deutlich das Gehalt
  7. Handelsblatt.com 4. Juli 2005 / Josef Hofmann: Bernd Osterloh - Der Große mit dem roten Herzen.
  8. www.vfl-wolfsburg.de