Uwe Hück

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Uwe Hück (2016)

Uwe Hück (* 22. Mai 1962 in Stuttgart) ist ein ehemaliger Betriebsratsvorsitzender und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Porsche AG sowie Europameister im Thaiboxen.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Uwe Hück wuchs in einem Kinderheim auf.[1] Von 1977 bis 1981 absolvierte er eine Berufsausbildung zum Autolackierer. Bis 1985 war er professioneller Thaiboxer und wurde zweifacher Europameister.

Am 1. April 1985 begann er als gelernter Lackierer bei der Porsche AG. Im Jahr 1987 wurde er zum Vertrauensmann gewählt und wurde 1994 Leiter des Vertrauenskörpers. Seit 1990 ist Hück Mitglied des Betriebsrates; ab 1994 wurde er dafür freigestellt.

Er qualifizierte sich weiter über Arbeits-, Tarif- und Sozialrecht und wurde 1997 als Nachfolger des Gesamtbetriebsratsvorsitzenden Franz Steinbeck neuer Betriebsratsvorsitzender der Standorte Zuffenhausen/Ludwigsburg. Seit 2002 ist er Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der Porsche AG, seit 2003 Vorsitzender des Konzernbetriebsrats. 2008 wurde er stellvertretender Betriebsratsvorsitzender der Porsche Automobil Holding SE. Seit 1998 ist Hück Mitglied im Aufsichtsrat. Im Jahr 2007 wurde er stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der Porsche Automobil Holding SE, seit 2010 ist er stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Porsche AG.

Er ist Mitglied des Ortsvorstandes der IG Metall Stuttgart und der großen Tarifkommission der IG Metall Baden-Württemberg. Als SPD-Mitglied, welches er schon 1982 wurde, unterstützte er im Jahr 2005 die Wahlkampagne seines SPD-Parteifreundes Gerhard Schröder und dessen Reformpolitik.[2]

Hück ist mit der Vietnamesin Ming Chung verheiratet und Vater von zwei Adoptivsöhnen und einem leiblichen Sohn. Ehrenamtlich ist er Vorsitzender des FSV Buckenberg 1921 e. V., einem Sportverein aus Pforzheim mit über 500 Mitgliedern, und trainiert dort in seiner Freizeit jugendliche Thaiboxer.

Am 4. September 2012 erschien seine Autobiografie Volle Drehzahl, in welcher Hück u. a. über seine Zeit im Kinderheim und ein Gespräch mit Gott berichtet.[3]

Uwe Hück (2005)

Hück engagiert sich als Botschafter der Initiative Respekt! gegen Diskriminierung von Personengruppen wie Homosexuelle oder Ausländer.

Er ist Vorstandsmitglied in der Wiedeking Stiftung, die unter anderen das Jugendhilfezentrum Sperlingshof unterstützt,[4] in dem Hück aufgewachsen ist, und das Seehaus Leonberg,[5] eine Einrichtung für straffällige Jugendliche.

Am 16. November 2013 stieg er unter dem Motto „Blaue Flecke für soziale Zwecke“ zu einem Benefiz-Boxkampf gegen den ehemaligen Profiboxer Luan Krasniqi in der MHPArena in Ludwigsburg in den Ring. Die Erlöse der Veranstaltung kamen der Lern-Stiftung Hück zugute, die sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen hilft, sowie einem von Luan Krasniqi unterstützten SOS-Kinderdorf in Priština.[6]

2017 erhielt er für sein gesellschaftliches Engagement das Bundesverdienstkreuz.[7]

Am 4. Februar 2019 trat er als Betriebsratsvorsitzender und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Porsche AG sowie als VW-Aufsichtsratsmitglied zurück.[8] Er kündigte an, in die Politik zu gehen. Zunächst wolle er mit einer eigenen Liste (nicht für die SPD, deren Mitglied er ist) für den Gemeinderat von Pforzheim kandidieren.[9] In diesem Zusammenhang kritisierte er die politische Diskussion um Fahrverbote, Tempolimits sowie Kraftstoffsteuern und erklärte seine Sympathie mit der Gelbwestenbewegung.[10]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Volle Drehzahl: Mit Haltung an die Spitze. Campus, Frankfurt am Main 2012, ISBN 978-3-593-39706-1 (Autobiografie).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ralf Spiller, Georg Weishaupt (Hrsg.): Leaders at the Top – Wirtschaftsführer im Porträt. Redline Wirtschaft, Heidelberg 2006, ISBN 3-636-01341-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Uwe Hück – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Porsche-Betriebsrat über Gott und Politik. In: Die Tageszeitung.
  2. Der Disziplinator vorwaerts.de, 7. April 2011.
  3. In der „Hölle“ Kinderheim mit Gott gesprochen – Der Porsche-Betriebsratschef dachte an Selbstmord, IdeaSpektrum 36.2012, S. 7
  4. Nikolaus im Sperlingshof – Uwe Hück übergibt Geschenke der Wiedeking-Stiftung pz-news.de, 7. Dezember 2016.
  5. Wiedeking Stiftung unterstützt das Seehaus Leonberg. seehaus-ev.de.
  6. Fausthiebe und Promi-Schaulaufen für guten Zweck in Ludwigsburg. Stuttgarter Zeitung, 17. November 2013, abgerufen am 17. November 2013.
  7. Uwe Hück erhält Bundesverdienstkreuz für gesellschaftliches Engagement. In: Pforzheimer Zeitung. 3. März 2017. Abgerufen am 5. März 2017.
  8. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/uwe-hueck-tritt-als-porsche-betriebsratschef-zurueck-und-geht-in-politik-a-1251520.html
  9. https://www.zeit.de/wirtschaft/2019-02/uwe-hueck-porsche-betriebsratschef-ruecktritt-automobilbranche-stuttgart
  10. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/porsche-betriebsratschef-uwe-hueck-ich-war-schon-immer-fuer-eine-ueberraschung-gut-a-1251563.html