Begleiteter Umgang

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Begleiteter Umgang ist ein Begriff aus dem deutschen Familienrecht. Dabei begleitet eine neutrale dritte Person den Umgang zwischen den Eltern bzw. einem Elternteil mit dem Kind oder den Kindern, welche den Umgang überwacht und dafür sorgt, dass er zum Wohl des Kindes verläuft. Die Umgangsbegleitung ist von der Umgangspflegschaft und der Umfangspflegschaft zu unterscheiden.

Rechtliche Grundlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Eltern und ihre Kinder haben auch getrennt voneinander lebend (etwa aufgrund von getrennten Haushalten und Partnerschaften, Trennung, Scheidung oder Fremdunterbringung der Kinder) ein Recht und die Pflicht auf den Umgang (Umgangsrecht).

Die richterliche Anordnung des begleiteten Umgangs ist in § 1684 Abs. 4 Sätze 3 und 4 BGB geregelt: „Das Familiengericht kann insbesondere anordnen, dass der Umgang nur stattfinden darf, wenn ein mitwirkungsbereiter Dritter anwesend ist. Dritter kann auch ein Träger der Jugendhilfe oder ein Verein sein; dieser bestimmt dann jeweils, welche Einzelperson die Aufgabe wahrnimmt.“

In den Fällen, in denen der das Kind betreuende Elternteil den alleinigen Umgang des Umgangsberechtigten mit dem Kind verweigert, kann es zu einer Entfremdung kommen. Hier bietet es sich für den betroffenen Elternteil an, Hilfen in Form besonders geschulter Fachkräfte in Absprache mit dem Jugendamt in Anspruch zu nehmen (gemäß § 18 Abs. 3 SGB VIII).[1]

Ablauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Umgang selbst kann in der Wohnung des Umgangsberechtigten, in den Räumlichkeiten einer unterstützenden Organisation oder auch auf einem Spielplatz oder an anderen Orten stattfinden. Ziel ist dabei ein möglichst normaler Umgang mit dem Kind. Der Betreuer kann helfen und überwachen, soll sich aber möglichst zurückhalten, weil der Umgang des Umgangsberechtigten mit dem Kind im Vordergrund steht.

Die Betreuung wird von den Jugendämtern selbst vorgenommen. Sie wird aber auch von Institutionen wie dem deutschen Kinderschutzbund oder anderen anerkannten Trägern der Kinder- und Jugendhilfe angeboten.

Im Rahmen eines Forschungsprojektes des Bundesfamilienministeriums wurden von einer Fachkommission „Deutsche Standards zum Begleiteten Umgang“ entwickelt und im Sommer 2007 als Empfehlungen für die Praxis verabschiedet.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Deutsche Standards zum begleiteten Umgang – Empfehlungen für die Praxis (BMFSFJ-Projekt - Entwicklung von Interventionsansätzen im Scheidungsgeschehen: Beaufsichtigter und begleiteter Umgang § 1684 Abs. 4 BGB). Erarbeitet im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend durch das Staatsinstitut für Frühpädagogik. Projektleitung und Gesamtverantwortung: Wassilios E. Fthenakis. Schriftleitung: Eva Reichert-Garschhammer. München 2008. ISBN 978-3-406-56941-8
  • P. S. Dietrich, J. Fichtner, W. E. Fthenakis, M. Gödde, W. Griebel, U. Hermann und W. Walbiner: Handbuch Begleiteter Umgang von Kindern. Herausgegeben von Wassilios E. Fthenakis, Staatsinstitut für Frühpädagogik, München. Autoren: München 2008. ISBN 978-3-406-56668-4

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Horizonte (Hrsg.): Begleiteter Umgang gemäß § 18 Abs. 3 SGB VIII / KJHG.