Bettina Wagner-Bergelt

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Bettina Wagner-Bergelt (* 15. September 1958 in Herford) ist eine deutsche Tanzmanagerin und Kuratorin. Sie ist Stellvertreterin des Direktors des Bayerischen Staatsballetts.

Leben[Bearbeiten]

Wagner-Bergelt entstammt einem sozialdemokratisch geprägten Elternhaus, das sie schon als Schülerin zu privatem Engagement ermutigte. Sie besuchte ein neusprachliches Gymnasium in Bünde, begann Humanmedizin zu studieren, bevor sie zum Magisterstudium in Germanistik, Film- und Theaterwissenschaft und Spanische Literaturwissenschaft in Köln und Berlin wechselte.

Theaterkarriere[Bearbeiten]

Sie begann ihre Theaterlaufbahn 1981 am Theater am Turm in Frankfurt am Main als Leiterin für Öffentlichkeitsarbeit und als Mitglied des künstlerischen Leitungsteams. In dieser Frankfurter Zeit, die noch geprägt ist von den Aufbrüchen mit Künstlern wie Peter Palitzsch, Peter Handke (Publikumsbeschimpfung), Treusch und Fassbinder, fanden viele künstlerische Begegnungen statt. Die Arbeit von William Forsythe, John Cage, Lucinda Childs, Merce Cunningham, George Tabori, Julian Beck oder Meredith Monk bestätigen die Entscheidung, sich in Zukunft mehr dem Tanz und seinen angrenzenden Disziplinen wie der Performance-Kunst zu widmen. Erste zeitgenössische Tanzfestivals im TAT präsentierten zum ersten Mal Künstler aus der noch jungen freien Tanzszene und etablierten Häusern, die den Aufbruch des Tanzes gegen die Opernhäuser und deren politische Vormachtstellung markieren. Dabei sind unter anderen Vivienne Newport, Laokoon Dance Group, Gerhard Bohner, Jorma Uotinen, Reinhild Hoffmann, und internationale Ensembles wie Crowsnest N.Y., Pilobolus N.Y., Molly Davies, Lucinda Childs u.v.a.

Aufgrund ihrer Erfahrung mit Crossover-Produktionen und konzeptioneller Programmarbeit wurde Bettina Wagner-Bergelt 1985 Stellvertretende Leiterin der Abteilung Musik, Theater, Tanz im Kulturreferat der LH München. Sie war dort verantwortlich für die Veranstaltungen am Kulturzentrum Gasteig, das auf Tanz und Neue Musik fokussiert war. Sie gründete mit organisatorischer Unterstützung des Referats das biennale Tanzfestival DANCE der LH München ab 1987 und arbeitet daneben für die Bayerische Staatsoper als Kuratorin des New Dance Festivals im Marstall, der Experimentierbühne der Bayerischen Staatsoper; Sie ist als Beraterin für Tanz für die Experimentierbühne Der Marstall unter Helmut Lehberger tätig; Gruppen wie Ultima Vez/Wim Vandekeybus, Anne Teresa de Keersmaker und William Forsythe gastierten auf ihre Einladung zum ersten Mal in München. 1989 gründete Konstanze Vernon das Bayerische Staatsballett als Oper und Schauspiel gleichgestelltes Ensemble. Sie engagierte Bettina Wagner-Bergelt als Dramaturgin für den Aufbau des modernen Repertoires. Sie legte in diesen Jahren den Grundstock für die programmatischen Themenreihen: Amerikanisches Programm mit den Pionieren der amerikanischen Moderne, Kylians Svadebka, Porträts von van Manen als Choreograph und Fotograf.

1998 übernahm Ivan Liška die Ballettdirektion und arbeitete weiter mit dem Dramaturgen-Team aus Bettina Wagner-Bergelt und Wolfgang Oberender. Seit 1998 entstanden u.a. die Reihe der Choreographen-Porträts mit Abendprogrammen aus Werken von Mats Ek, Jiri Kylian, Van Manen und Neumeier.

Wagner-Bergelt förderte die Zusammenarbeit mit Choreographen der internationalen freien und etablierten Szene wie den Amerikanern Twyla Tharp, Lucinda Childs, William Forsythe, Richard Siegal oder dem Spanier Nacho Duato. Konzepte im Bereich Tanz und Bildende Kunst (Simon/Godani/Cage an der Neuen Pinakothek/Proliferation.../Forsythe in der Pinakothek der Moderne zusammen mit Bernhart Schwenk) entstanden, das Ballett-Labor erarbeitet Konzepte in Zusammenarbeit mit den städtischen DANCE-Festivals mit Jean-Luc Ducourt und Toni Rizzi. Für das Staatsballett entstanden Spielzeitthemen wie Wer hat Angst vor Marius Petipa?,100 Jahre Ballets Russes, Very British!? u.a.

Seit 1991 kam ein Konzept zur Vermittlung von Tanz an Kinder und Jugendliche, das ab 2009 unter dem Titel Campus - Kinder- und Jugendprogramm des Bayerischen Staatsballetts rangiert und mit unterschiedlichen gesellschaftlicher Gruppen sowie Künstlern unter dem Stichwort "Anders Lernen mit Kunst" zusammenarbeitet. Projekte wie "Das tanzende Klassenzimmer" und "Anna tanzt I - VI" (2006-2011) wurden mehrfach ausgezeichnet, das Folgeprojekt Heinrich tanzt' geht in den Tanzfonds-Partner der Kulturstiftung des Bundes 2013 ein.

Bettina Wagner-Bergelt schreibt für verschiedene Publikationen (BR Hörfunk/TANZ Fachzeitschrift), halt Vorträge an der Evangelischen Akademie Tutzing und organisiert Ausstellungsprojekte (1991 „John Cage in der Neuen Pinakothek“ oder 2006 „Proliferation and Perfect Disorder“, eine Forsythe-Präsentation in der Münchner Pinakothek der Moderne). Sie ist Jurorin für den Philip Morris-Kunstpreis, für den "Münchner Tanzpreis", Kunst im öffentlichen Raum der Stadt München, [1] sowie Kuratorin für das Münchner Kunstförderungsprojekt "Junge Kunst und neue Medien".

Access to dance, das Münchner Vermittlungskonzept für zeitgenössischen Tanz, wurde von der KSB 5 Jahre lang gefördert. 2008 und 2010 wurde sie erneut zur künstlerischen Leiterin von DANCE berufen und erstellte 2008 ein internationales Tanzprogramm und Kindertanzprogramm (DAnce4Kids) unter dem Titel GegenWelten, sowie 2010 ein Programm unter dem Titel TimeCodes, mit zahlreichen Uraufführungen, Foren für junge Choreographen und Diskussionsrunden.

Bettina Wagner-Bergelt ist verheiratet mit Martin Bergelt und hat zwei Kinder. Sie engagiert sich seit sechs Jahren in der Flüchtlingshilfe. [2]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Artikel www.muenchen.de Grüß Gott bei der Münchner Stadtverwaltung
  2. Siehe z. B. DANCE 2008.