Bettina Wagner-Bergelt

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Bettina Wagner-Bergelt (* 15. September 1958 in Nordrhein-Westfalen) ist eine deutsche Tanzmanagerin und Kuratorin. Sie war bis August 2017 stellvertretende Direktorin des Bayerischen Staatsballetts, seit Oktober 2017 ist sie Künstlerische Leiterin des Festivals Bauhaus100 zum 100. Geburtstag des Bauhauses.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wagner-Bergelt wuchs mit drei Brüdern auf. Sie besuchte ein neusprachliches Gymnasium, studierte zunächst Humanmedizin und wechselte zu einem Magisterstudium in Germanistik, Film- und Theaterwissenschaft und Spanische Literaturwissenschaft in Köln und Berlin.

Berufliche Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie begann ihre Theaterlaufbahn 1981 am Theater am Turm in Frankfurt am Main als Leiterin für Öffentlichkeitsarbeit und als Mitglied des künstlerischen Leitungsteams. In dieser Zeit entschied sie sich, sich in Zukunft mehr dem Tanz und seinen angrenzenden Disziplinen wie der Performance-Kunst zu widmen.

1985 wurde Bettina Wagner-Bergelt stellvertretende Leiterin der Abteilung Musik, Theater, Tanz im Kulturreferat der LH München. Sie war verantwortlich für die Veranstaltungen am Kulturzentrum Gasteig, das auf Tanz und Neue Musik fokussiert ist. Sie gründete mit organisatorischer Unterstützung des Referats das biennale Tanzfestival DANCE der LH München ab 1987 und arbeitet daneben für die Bayerische Staatsoper als Kuratorin des New Dance Festivals im Marstall, der Experimentierbühne der Bayerischen Staatsoper und war als Beraterin für Tanz für die Experimentierbühne Der Marstall unter Helmut Lehberger tätig.

1989 gründete Konstanze Vernon das Bayerische Staatsballett als Oper und Schauspiel gleichgestelltes Ensemble. Sie engagierte Bettina Wagner-Bergelt als Dramaturgin für den Aufbau des modernen Repertoires. Sie legte in diesen Jahren den Grundstock für die späteren programmatischen Themenreihen Amerikanisches Programm mit den Pionieren der amerikanischen Moderne, Kylians Svadebka, Porträts von van Manen als Choreograph und Fotograf und vielen anderen Choreographen, die in München ihre Debüts gaben.

Seit 1998 entstanden u. a. die Choreographen-Porträts aus Werken von Mats Ek, Jiří Kylián, Hans van Manen und Neumeier, die sie 2015 mit dem Porträt Richard Siegals abschloss. Wagner-Bergelt erarbeitete Spielzeitkonzepte und förderte die Zusammenarbeit mit Choreographen der internationalen freien und etablierten Szene. Konzepte im Bereich Tanz und Bildende Kunst entstanden, das Ballett-Labor erarbeitete Produktionen in Zusammenarbeit mit den städtischen DANCE-Festivals.[1] Im April 2016 initiierte Wagner-Bergelt eine Neueinstudierung des ersten Tanztheaterstücks von Pina Bausch Für die Kinder von gestern, heute und morgen (Prod. 2002). Nach der Spielzeit 2016/17 verließ sie das Bayerische Staatsballett und arbeitet seit Oktober 2017 als Künstlerische Leiterin des Eröffnungsfestivals zum 100. Geburtstag des Bauhauses.

Wagner-Bergelt wurde im November 2018 als künstlerische Direktorin ans Tanztheaters Wuppertal Pina Bausch berufen.[2][3]

CAMPUS-Education-Programm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1991 startete sie ein Programm zur Vermittlung von Tanz und Performance an Kinder und Jugendliche, das von 2006 bis 2017 unter dem Titel Campus – Kinder- und Jugendprogramm des Bayerischen Staatsballetts rangierte und mit unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen und Künstlern unter dem Stichwort "Anders Lernen mit Kunst" zusammenarbeitete. Projekte wie Das tanzende Klassenzimmer und Anna tanzt I - V, "Heinrich tanzt I-VI" und das Festival "Think Big!" wurden mehrfach ausgezeichnet, das Folgeprojekt Heinrich tanzt ging in den Tanzfonds-Partner der Kulturstiftung des Bundes 2013 ein. 2015 folgte die Zusammenarbeit mit der Altana-Stiftung und der Stiftung Nantesbuch im so genannten „KulturTagJahr“. 2016 unterstützt die Art Mentor Foundation Lucerne ihre CAMPUS-Projekte, vor allem das "Think Big Festival", das sie 2018 zusammen mit Simone Schulte im Rahmen von Tanz und Schule kuratiert.

Jurys, Kommissionen, Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bettina Wagner-Bergelt schreibt für verschiedene Publikationen Buchbeiträge, hält Vorträge an der Evangelischen Akademie Tutzing und organisierte Ausstellungsprojekte im Kontext der Ballettproduktionen am Staatsballett, darunter die erste Präsentation der Arbeiten William Forsythes 2006 in der Pinakothek der Moderne. Sie war Jurorin beim Philip Morris-Kunstpreis, für den "Münchner Tanzpreis", Kunst im öffentlichen Raum der Stadt München, [4] Tanzfonnds ERBE und Kuratorin für das Münchner Kunstförderungsprojekt "Junge Kunst und neue Medien". Sie war Jurorin für den Tanzfonds Erbe der KSB, den Fonds Bauhaus und Mitglied des Beirats für den Tanzkongress 2016. 2016 war sie mitverantwortlich für das Programm bei DEUTSCHLAND TANZT im Schloss Bellevue, einer Veranstaltung des ehemaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck für die deutsche Tanzszene.

Wagner-Bergelt ist Mitglied im BBTK, (Bundesdeutsche Ballett- und Tanztheaterdirektorenkonferenz), Vorstandsmitglied im BLZT (Bayerischen Landesverband für zeitgenössischen Tanz) und Vorstand im Dachverband Tanz Deutschland.

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bettina Wagner-Bergelt ist verheiratet mit Martin Bergelt und hat zwei Kinder. Sie betreut ehrenamtlich seit 2006 eine sechsköpfige nigerianische Flüchtlingsfamilie.[5]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. TANZLAND DEUTSCHLAND
  2. Astrid Kaminski: Intendantin des Tanztheaters Wuppertal: „Kunst macht man nur mit Menschen“. In: Die Tageszeitung: taz. 9. Dezember 2018, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 10. Januar 2019]).
  3. Wuppertaler Tanztheater Pina Bausch bekommt neue Leitung, Nachricht, in: Wuppertaler Nachrichten, 13. November 2018
  4. Artikel www.muenchen.de Grüß Gott bei der Münchner Stadtverwaltung
  5. Siehe z. B. DANCE 2008.