Bibliothek Zug

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Bibliothek Zug
Bibliothek Zug Gebäude.jpg
Haupteingang

Bestand >176'000 Einheiten (2020)
Bibliothekstyp Kantonsbibliothek, Stadtbibliothek
Ort Zug (Stadt) Welt-IconKoordinaten: 47° 9′ 52,2″ N, 8° 30′ 54,6″ O; CH1903: 681625 / 224286
ISIL CH-000063-8
Leitung Jasmin Leuze
Website bibliothekzug.ch

Die Bibliothek Zug (vormals Stadt- und Kantonsbibliothek Zug) ist die öffentliche Bibliothek für Stadt und Kanton Zug. Sie bietet ein vielfältiges, kostenloses Angebot an Medien und Veranstaltungen für alle Altersgruppen. Zur Bibliothek gehört eine Studienbibliothek mit Einzelarbeitsplätzen, Gruppenräumen, WLAN und einer grossen Auswahl an Nachschlagewerken. Als Kantonsbibliothek sammelt sie zugerische Publikationen, die sogenannten Tugiensia.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadtbibliothek wurde 1836 offiziell gegründet. Ihre Anfänge gehen jedoch bis ins 15. Jahrhundert zurück; erster Vorläufer war die libery St. Oswald in der St. Oswaldskirche, deren erste Etappe 1480 vom Zuger Stadtpfarrer Magister Johannes Eberhard fertiggestellt wurde.[1] Die Bücher der libery St. Oswald gelangten Mitte des 18. Jahrhunderts in die erste öffentliche Bibliothek der Stadt Zug. Deren Gründung gegenüber dem heutigen Standort der Bibliothek war 1758 von Dekan und Stadtpfarrer Beat Karl Anton Wolfgang Wickart angeregt und von der Regierung der Stadt Zug unterstützt worden.[2]

1806 wurde die Gemeinde Zug auf Beschluss des Stadtrats Eigentümerin der Büchersammlung, die nach einem Intermezzo im Kapuzinerkloster mittlerweile in das Pfarrhaus von Johann Konrad Bossard überführt worden war. Um die Bibliothek einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen, beschloss der Stadtrat 1833, den Bestand aufzuteilen: Auf eine nicht öffentliche Bibliothek für Geistliche im Pfarrhaus (Pfarrbibliothek) und die neu gegründete Burgerbibliothek im Zurlaubenpfrundhaus, die am 1. Juli 1838 eröffnet wurde.[3] Zur Betreuung der Burgerbibliothek wurde mit Carl Caspar Keiser erstmals ein Stadtbibliothekar gewählt.[4]

1874 gelangte die Stadtbibliothek in den Besitz der Einwohnergemeinde. Aufgrund des stark angewachsenen Bestandes zog die Stadtbibliothek 1910 ins ehemalige städtische Zeughaus um. Seit 1941 übernimmt sie auf Grundlage des "Bibliotheks-Vertrags" zwischen der Einwohnergemeinde der Stadt Zug und dem Regierungsrat des Kantons Zug die Funktion und Aufgaben der Kantonsbibliothek. Ihr erster vollamtlicher Bibliothekar war ab 1945 Hans Koch.[5]

Einen Einschnitt in die Benutzung markierte 1974 die Eröffnung einer Freihandbibliothek.[6] Die massive Zunahme im Bestand und an Benutzern führte 1986 – im Jahr des 150-jährigen Bestehens der Stadtbibliothek – zum Umzug an die heutige Adresse. Das Gebäude war im Mittelalter ein Kornhaus und wurde später in ein Kasernengebäude umgewandelt. Im Zusammenhang mit der 2011 eröffneten Studienbibliothek im Sockelgeschoss des ehemaligen kantonalen Zeughauses wurde der Vertrag zwischen Stadt und Kanton neu gefasst, so wurde beispielsweise der Name auf die griffigere Form Bibliothek Zug abgeändert.

Bestand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allgemeinbestand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im allgemein zugänglichen Bereich der Bibliothek Zug befinden sich rund 95'000 Medien (Bücher, Hörbücher, Karten, DVDs, BluRay Discs, Musik-CDs und Sprachkurse) und rund 170 Zeitschriften. Die Digitale Bibliothek enthält rund 37'000 Medien zur elektronischen Ausleihe. Dazu gehören eBooks, digitale Hörbücher, Zeitungen und Zeitschriften. Hinzu kommen zwei Streamingplattformen für Filme und Musik. Möglich ist zudem die Ausleihe von digitalen Geräten wie Tolino eBook-Reader, Virtual-Reality-Brillen oder Tonie-Hörfiguren und Robotern (Ozobot und Thymio) für Kinder. Die Bibliothek Zug erwirbt jedes Jahr ungefähr 16'000 Medien.[7]

Im Magazin befinden sich rund 39'000 Medien. Es sind dies Grundlagenwerke aus verschiedenen Fachgebieten.

Zuger Sammlung und Dokumentation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Kantonsbibliothek sammelt die Bibliothek Zug Publikationen mit Zuger Inhalt, Urheberinnen und Urhebern sowie in Zug erschienene Veröffentlichungen. Diese Werke werden als Tugiensia bezeichnet. Die Zuger Sammlung und Dokumentation enthält circa 37'000 Medien aller Art. Seit 2020 ergänzt die zeitgeschichtliche Dokumentation von doku-zug.ch die Zuger Sammlung der Bibliothek Zug. Die Zuger Dokumentation umfasst circa 4600 thematisch und geographisch geordnete Themendossiers mit über drei Millionen Zeitungs- und Zeitschriftenartikeln zu Themen aus Politik, Wirtschaft und Kultur in Zug, der Schweiz und der Welt. Die Bibliothek Zug führt die Dossiers mit Zuger Bezug weiter. Die Themendossiers der Zuger Dokumentation können online im Dossierkatalog[8] gesucht werden.

Die Zuger Sammlung und Dokumentation bietet unter anderem

  • historische Buchbestände
  • ein umfassendes Angebot an Zuger Zeitungen seit dem 19. Jahrhundert
  • Zuger Zeitschriften
  • Fotografien, Plakate und digitalisierte Postkarten, Filme, Videos, Tondokumente
  • Kleindruckschriften in circa 1'900 Themendossiers
  • Zuger Bibliographie, die eine Auswahl an Dokumenten (neben Büchern auch Landkarten, audiovisuelle Medien oder Spiele), die eine inhaltliche (und sachliche) Beziehung zum Kanton Zug haben, beinhaltet
  • 4600 Themendossiers der Zuger Dokumentation

Die Bestände der Zuger Sammlung und Dokumentation sind im Online-Katalog oder in den Verzeichnissen der Spezialsammlungen auf der Webseite der Bibliothek Zug abrufbar. Ältere Zuger Publikationen sind zum Teil noch in Zettelkatalogen verzeichnet. Die Tugiensia können vor Ort konsultiert werden, wobei in den letzten Jahren immer grössere Teile des Bestandes für den Online-Zugriff zugänglich geworden sind.

In Kooperation mit dem Stadtarchiv Zug[9] betreut die Bibliothek Zug seit 2019 das Online-Portal ZugDigital[10], das auf Bücher, Zeitschriften, Zeitungen, Fotografien, geografische Karten und Datenbanken zu Geschichte und Kultur von Stadt und Kanton Zug verweist.

Benutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bibliothek steht allen Personen zur Verfügung, die in der Region Zug wohnen oder im Kanton Zug arbeiten beziehungsweise zur Schule gehen. Dokumente, die nicht in der Bibliothek Zug vorhanden sind, werden nach Möglichkeit über den interbibliothekarischen Leihverkehr beschafft. Die Bibliothek Zug verfügt über mehr als 11'000 eingeschriebene, aktive Benutzer. 2020 wurden über 551'000 Medien ausgeliehen. Die Bibliothek Zug verzeichnete 2020 knapp 143'000 Zutritte.[11]

In den letzten Jahren hat die Bibliothek ihr Veranstaltungsprogramm stetig ausgebaut. Unter anderem finden Vorträge und Lesungen für Erwachsene, aber auch Geschichtenzeiten für Kinder statt.

Seit 2011 bietet die an der Kirchenstrasse 6 unweit der Bibliothek gelegene Studienbibliothek über 100 Arbeitsplätze für das ruhige Arbeiten und Gruppenräume für den gemeinsamen Austausch. Mit dem Bibliotheksausweis ist der Zutritt zur Studienbibliothek montags bis samstags von 7 bis 21 Uhr möglich.

Kataloge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Online-Katalog[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Online-Katalog, seit März 2020 in die neue Webseite integriert, umfasst über 160'000 Dokumente aus den Beständen der Erwachsenen- und Kinderbibliothek, der Studienbibliothek, dem Magazin sowie der Bibliothek der Musikschule Zug (MSB)[12] und des Staatsarchivs des Kantons Zug[13]. Die Suche kann nach Medientyp eingeschränkt werden.

Verzeichnisse der Zuger Sammlung und Dokumentation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Spezialsammlungen der Zuger Sammlung und Dokumentation sind auf der Webseite der Bibliothek Zug in separaten Verzeichnissen erfasst. Diese umfassen unter anderem die Kleindruckschriften und die digitalisierten Postkarten. Digitalisierte Bestände der Zuger Sammlung sowie die Themendossiers der Zuger Dokumentation können auch über den Webclient von CMI Star recherchiert werden.[8]

Zettelkataloge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Medien, die vor 1990 angeschafft wurden, sind im Zettelkatalog nachgewiesen. Dieser besteht aus:

  • Alphabetischer Katalog nach Autoren und Sachtiteln (Anonyma, Zeitschriften etc.)
  • Sachkatalog (nach Dezimalklassifikation)
  • Zuger Bibliographie

Kunst am Bau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erst seit Herbst 2017 ist die Fassade des Gebäudes der Bibliothek Zug beschriftet. Die Beschriftung auf der Süd- und Westfassade wurde vom Zuger Grafiker Heiri Scherer entworfen und ist im gleichen Stil gehalten wie die Beschriftungen am Stadthaus und an zahlreichen Gebäuden in der Altstadt. Sie besteht aus verschiedenen Begriffspaaren, die auf zwei Zeilen angeordnet sind. An der Nordfassade leuchtet seit September 2014 die Lichtinstallation "UND" des Baarer Künstlers Markus Uhr bei Einbruch der Dunkelheit. Neben verschiedenen Bildern fallen in den Innenräumen der Bibliothek vor allem die Gemälde von Andreas Walser und Albert Merz auf. Die Gewölbemalerei Walsers schmückt seit 1987 die Decke des Zeitschriftenraumes, während das Wandgemälde und der dazu gehörige Bilderfries des Unterägerer Künstlers Merz die Eingangshalle seit den Ostern 1988 prägen.[14] Seit Januar 2020 ziert eine Kugel des Zuger Künstlers Eugen Jans den Eingangsbereich. Jans schuf sie 1999 aus regionalem Pappelholz.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Bibliothek Zug – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. vgl. Festschrift von 1986: Stadtbibliothek Zug: zur Eröffnung der Stadt- und Kantonsbibliothek Zug / von Gerhard Matter ... (u. a.). Zug : Speck, cop. 1986. (Beiträge zur Zuger Geschichte ; 6)
  2. vgl. Infanger-Christen, Mirjam / Marti, Hanspeter: Stadt- und Kantonsbibliothek Zug, in: Zentralbibliothek Zürich (Hrsg.): Handbuch der historischen Buchbestände in der Schweiz, Bd. 3. Kantone Uri bis Zürich, Register. Zürich : Olms-Weidmann, 2011, S. 195.
  3. vgl. Infanger-Christen, Mirjam / Marti, Hanspeter: Stadt- und Kantonsbibliothek Zug, in: Zentralbibliothek Zürich (Hrsg.): Handbuch der historischen Buchbestände in der Schweiz, Bd. 3. Kantone Uri bis Zürich, Register. Zürich : Olms-Weidmann, 2011, S. 196.
  4. vgl. Festschrift von 1986: Stadtbibliothek Zug: zur Eröffnung der Stadt- und Kantonsbibliothek Zug / von Gerhard Matter ... (u. a.). Zug : Speck, cop. 1986, S. 1. (Beiträge zur Zuger Geschichte ; 6)
  5. vgl. Infanger-Christen, Mirjam / Marti, Hanspeter: Stadt- und Kantonsbibliothek Zug, in: Zentralbibliothek Zürich (Hrsg.): Handbuch der historischen Buchbestände in der Schweiz, Bd. 3. Kantone Uri bis Zürich, Register. Zürich : Olms-Weidmann, 2011, S. 196–197.
  6. vgl. Infanger-Christen, Mirjam / Marti, Hanspeter: Stadt- und Kantonsbibliothek Zug, in: Zentralbibliothek Zürich (Hrsg.): Handbuch der historischen Buchbestände in der Schweiz, Bd. 3. Kantone Uri bis Zürich, Register. Zürich : Olms-Weidmann, 2011, S. 197.
  7. vgl. https://www.bibliothekzug.ch/documents/308032/0/Publ_20210311_Jahresbericht-2020.pdf/ae3e798d-1540-0a2b-03bb-47be15cadf27
  8. a b Bibliothek Zug. Stadtarchiv Zug. Abgerufen am 1. August 2021.
  9. https://www.stadtzug.ch/aemter/71
  10. https://www.zugdigital.ch/
  11. vgl. https://www.bibliothekzug.ch/documents/308032/0/Publ_20210311_Jahresbericht-2020.pdf/ae3e798d-1540-0a2b-03bb-47be15cadf27
  12. https://www.musikschulezug.ch/bibliotheken/16
  13. https://www.zg.ch/behoerden/staatskanzlei/staatsarchiv
  14. vgl. https://buchort.ch/bibliothek-zug-zug