Bidirektional

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Das Attribut bidirektional bedeutet, dass eine Datenübertragung in beide Richtungen Punkt zu Punkt stattfindet. Der Begriff kommt ursprünglich aus der Funkübertragung, bei der Signale gleichzeitig in beiden Richtungen ausgetauscht werden konnten. Heute wird der Begriff in erster Linie bei der Datenübertragung verwendet, er findet aber auch Anwendung als Beschreibung eines Merkmals beim Vorgang der Vervielfältigung des Erbinformationsträgers DNA, der Replikation. Das Gegenteil wird als unidirektional oder alternativ monodirektional bezeichnet.

Bidirektionale Schnittstelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kann man mit einer Schnittstelle sowohl Daten empfangen (Receiver) als auch senden (Transmitter), dann ist diese Schnittstelle bidirektional (Transceiver). Eine unidirektionale Schnittstelle enthält dagegen nur entweder einen Receiver oder einen Transmitter.

Je nach Aufbau des Transceivers ist eine Übertragung in beide Richtungen gleichzeitig oder nur in einer Richtung zur Zeit möglich. Werden Daten zur gleichen Zeit in beide Richtungen auf das gleiche Medium übertragen, so ist eine Unterscheidungsmöglichkeit erforderlich (siehe Vollduplex-Verfahren).

Einfache physische Schnittstellen, die die Information nur mithilfe einer Größe (z. B. zwei verschiedene Spannungspegel) übertragen, verwenden häufig ein Zeitmultiplexverfahren. Eine Übertragung ist nur in einer Richtung zur Zeit (Halbduplex-Verfahren) möglich.

Eine Punkt-zu-Mehrpunktverbindung (Beispiel Konferenzschaltung) wird nicht als bidirektional bezeichnet.

In einem bidirektionalen Ring, der mehrere Netzknoten verbindet, wird der Datenverkehr im Regelfall so gerichtet, dass beide Richtungen einer bidirektionalen Verbindung dieselben Netzknoten entgegengesetzt durchqueren. Im Fehlerfall, bei dem ein Übertragungsweg der beiden ausfällt, kann im Ring eine Protectionumschaltung stattfinden, so dass das unterbrochene Signal den Ring in der anderen Richtung durchläuft.

Elektronik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei elektronischen Halbleitern bedeutet "bidirektional", dass der Strom (regulär) in beiden Richtungen durch sie fließen darf. Solche Bauteile besitzen also keine Polung. Jeder einzelne Anschluss ist also gleichzeitig Kathode und alternativ Anode. Dies trifft z.B. auf ungepolte Überspannungsschutzdioden, sogenannte ungepolte Avalanchedioden oder ungepolte Suppressordioden zu. Bei ungepolten, also bidirektionalen Schutzdioden gibt es keine Ringmarkierung an der Seite von einem der Anschlüsse, wie sie dagegen bei gepolten, also unidirektionalen Halbleiterbauelementen üblich sind. Die Begriffe "bidirektional" und "bipolar" dürfen hier nicht verwechselt werden, denn bipolare Halbleiter sind gepolte Halbleiter ("zwei Pole" von bi=2), haben also je eine eindeutige Kathode und eine Anode und erlauben (regulär) nur den Stromfluss in einer Richtung.

Drucktechnik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Drucktechnik bei EDV-Druckern oder anderen ähnlichen Büromaschinen bezeichnet der Begriff auch eine Methode, bei der das Druckwerk sowohl bei der Hin- als auch in der Rückbewegung Zeichen zu Papier bringt. Der Ausdruck erfolgt dadurch beinahe doppelt so schnell wie beim unidirektionalen Druck. Der Nachteil hierbei ist jedoch oft ein vertikaler Versatz zwischen den beiden Zeilen, die mit einer unterschiedlichen Druckrichtung erzeugt wurden.

Anlagenbau Schalttechnik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Motoren werden bidirektional eingeschaltet, wenn zwei oder mehrere Motoren miteinander und nicht unabhängig voneinander eingeschaltet werden.