Blechschere

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Blechscheren ermöglichen das spanlose Schneiden von dünnen Blechen aus Stahl und weichen Metallen. Eine Blechschere ist für schnelle Schnitte durch metallische Materialien von weichem Kupferblech über verzinktes Blech bis zum harten Edelstahlblech geeignet. Die Materialien könnten auch mit Hilfe einer Säge bearbeitet werden. Vorteile der Blechschere sind jedoch einfache Handhabung und ein gratfreier Schnitt. Des Weiteren entsteht beim Schneiden mit einer Blechschere kein Blechabfall  bzw. Ausschuss, anders zum Beispiel beim Einsatz einer Säge oder eines Blechknabbers.

Das Schneiden, auch Scheren genannt, ist ein spanloses Trennverfahren. Dabei bewegen sich zwei Schneiden gegeneinander und kerben sich in den Werkstoff ein. Die Achse, die die Scherenblätter führt, unterliegt dabei extremen Kräften.

Zu beachten gilt, dass der Einsatz einer Blechschere von der Materialbeschaffenheit und der damit verbundenen Stärke abhängig ist.

Unterschieden wird zwischen zwei Scherentypen: den Normalblechscheren und den hebelübersetzten Scheren. Bei Handblechscheren in Normalausführung ergibt sich die Schneidkraft aus dem Hebelverhältnis Schneidenlänge zu Grifflänge. Bei Handblechscheren mit Hebelübersetzung reduziert die zusätzliche Hebelübersetzung den Kraftaufwand um ca. 25 %. Dies ermöglicht eine ermüdungsfreiere Bearbeitung dicker Bleche.

Für die vielfältigen Anwendungsaufgaben in der Praxis wurden unterschiedlichste, spezialisierte Scherenarten entwickelt. Neben Durchlaufscheren mit langen Schneiden für gerade Schnitte gibt es Figurenscheren und Idealscheren. Je nach Kurvenrichtung werden auch rechte und linke Scheren unterschieden. Oft wird geglaubt, rechte Scheren sind für Rechtshänder und linke Scheren für Linkshänder. Dies stimmt nicht. Rechte Scheren sind so geschliffen und konstruiert, dass Sie damit rechte Radien (also einen Bogen von links nach rechts) einfach schneiden können. Mit einer linken Schere werden Radienschnitte von rechts nach links am besten durchgeführt.

Für den richtigen Schnitt muss das Blech auf die Schneidbacke aufgelegt werden, da nur so aufgrund der Schneidradien ein optimales Schnittbild erreicht werden kann. Liegt das Blech nicht auf der Schneidbacke auf, verzieht sich das Blech. Erhöhter Kraftaufwand und geringere Standzeiten sind die Folgen. Zudem sollte die Blechschere möglichst weit geöffnet und dabei folgendes beachtet werden: Auf Grund des Hebelgesetzes das Blech möglichst weit in das Maul der Schere schieben. Das Material festhalten, da Schubkräfte frei werden. Die Schere beim Schneiden nicht ganz schließen, sondern bereits nach etwa 3/4 der Schnittlänge öffnen und erneut schließen.

So erkennt man hochwertige Blechscheren:

  1. gratfreie Schmiedeteile (sehr wichtig im Scherenkopf- und Griffbereich)
  2. sauber geschliffene Schneiden 
  3. stabile Scherenkopfverschraubung und Griffe
  4. leichtgängiges Schneiden
  5. gratfreie Schnitte

Verschiedene Berufsgruppen, wie Bauschlosser, Klempner, Trockenbauer, Dachdecker und Karosseriebauer haben Handblechscheren zum Schneiden dünner Bleche, Blechprofile und weicher Metalle im Einsatz.

Hand-Blechschere

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