Blender (Kryptographie)

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Bei diesem Nomenklator wurden vier besondere Geheimzeichen als Blender (engl. hier: „Nulles“) verwendet

Als Blender (auch: Füller, Niete oder Null, engl.: blog, dummy, filler oder null) werden in der Kryptographie, also der Wissenschaft von der Verschlüsselung von Informationen, Zeichen genannt, die keine Nachricht enthalten, sondern deren Zweck hauptsächlich darin besteht, einen möglichen unbefugten Entzifferer zu blenden, das heißt, zu verwirren und mit sinnloser kryptanalytischer Tätigkeit zu beschäftigen.

Blender können beispielsweise willkürlich in einen Text eingestreut werden. Sie dienen aber häufig auch zum Auffüllen des Geheimtextes an dessen Anfang oder am Ende, um beispielsweise ein einheitliches Format zu erreichen, oder, um stereotype Textteile wie Grußfloskeln zu verschleiern, die ein beliebtes Angriffsziel für Codeknacker sind (siehe auch: Crib).

Füllspruch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gelegentlich bestehen auch komplette Funksprüche vollständig nur aus Blendern. Dies geschieht, um dem Gegner Funkaktivität vorzutäuschen. Solche Sprüche werden als „Füllsprüche“ bezeichnet. In der Geschichte der Kryptologie gab es einen besonderen Füllspruch, dessen Natur von der gegnerischen Codeknackerin erkannt wurde und dessen Analyse wichtige Konsequenzen hatte. Siehe hierzu: Mavis Lever.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich L. Bauer: Entzifferte Geheimnisse. Methoden und Maximen der Kryptologie. 3., überarbeitete und erweiterte Auflage. Springer, Berlin u. a. 2000, ISBN 3-540-67931-6.
  • Tony Sale: The Bletchley Park 1944 Cryptographic Dictionary. Publikation, Bletchley Park, 2001, S. 22. Abgerufen: 17. März 2010, PDF; 0,4 MB