Crib

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Als Crib (deutsch: wahrscheinliches Wort, französisch: mot probable; wörtlich übersetzt: Spickzettel) wird in der Kryptologie eine Klartextphrase bezeichnet, von der der Codeknacker weiß, vermutet oder errät, dass sie in einem Geheimtext in verschlüsselter Form auftritt. Mit deutschem Fachbegriff wird dies auch als „Klartext-Geheimtext-Kompromittierung“ (oder etwas kürzer als „Klartext-Geheimtext-Kompromiss“) bezeichnet.[1]

Ist dies tatsächlich der Fall und gelingt es beispielsweise durch Mustersuche, die Lage (Position) des cribs im Geheimtext zu erschließen, dann ist ein Einbruch in die Verschlüsselung gelungen, der häufig ausreicht, um den gesamten Text zu entziffern.

Cribs dienten den britischen Codeknackern in Bletchley Park als Hilfsmittel, um die deutsche Enigma-Verschlüsselung während des Zweiten Weltkriegs zu brechen. Hierzu benutzten sie als wichtigstes Hilfsmittel eine speziell dazu konstruierte elektromechanische Entzifferungsmaschine, genannt die „Turing-Bombe“.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Tony Sale: The Bletchley Park 1944 Cryptographic Dictionary. Publikation, Bletchley Park, 2001, S. 22. Abgerufen: 26. März 2008. PDF; 0,4 MB

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Friedrich L. Bauer: Entzifferte Geheimnisse. Methoden und Maximen der Kryptologie. 3., überarbeitete und erweiterte Auflage. Springer, Berlin u. a. 2000, S. 378.