blue (Manga)

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blue (jap. ブルー burū) ist eine Manga-Serie der japanischen Zeichnerin Kiriko Nananan. Sie beschreibt eine Yuri-Geschichte, konzentriert sich also auf eine lesbische Liebesbeziehung. Der Manga, der von zwei Oberschülerinnen handelt, die feststellen, dass ihre Gefühle füreinander mehr sind als eine normale Freundschaft, erschien 1996 in über 230 Seiten und wurde 2002 verfilmt.

Handlung[Bearbeiten]

Kayako Kirishima (桐島カヤ子 Kirishima Kayako), die in der Präfektur Niigata lebt und im dritten Jahr an der Oberschule ist, ist heimlich in ihre Mitschülerin Masami Endo (遠藤雅美 Endō Masami) verliebt, die in der Schule eine Bank vor ihr sitzt. Masami ist wegen einer Abtreibung von ihrer vorherigen Schule geflogen. Kayako und Masami freunden sich an. Kayako lässt sich, um zu wissen, wie es ist, Sex mit einem Jungen zu haben, und um Masami besser zu verstehen, entjungfern. Sie gesteht Masami schließlich, dass sie in sie verliebt ist, woraufhin sie diese küsst. Die beiden beginnen eine Liebesbeziehung und versprechen sich, irgendwann zusammen nach Tokio zu gehen und dort zusammenzuleben.

Am letzten Schultag des Trimesters kommt Masami nicht. Sie taucht auch zu Hause nicht auf, weswegen sich sowohl ihre Eltern als auch Kayako sorgen. Kayako erfährt von einer Freundin Masamis einige Tage später, dass sie mit dem Mann zusammen ist, der sie damals geschwängert hat. Dieser war zu dem Zeitpunkt ungefähr dreißig, verheiratet und hatte ein Kind. Am darauf folgenden Tag taucht Masami wieder auf und erzählt Kayako, sie wäre mit alten Freunden auf Reisen gegangen. Kayako ist weniger eifersüchtig auf den Mann als auf die Freundin, die ihr von ihm erzählt hat. In den Sommerferien sieht sie Masami nicht.

Kayako und Masami versöhnen sich zwar wieder, aber Kayako geht allein nach Tokio, um dort Grafik und Design zu studieren. Masami bleibt in Niigata, da ihre Eltern sie brauchen. Kayako will zwar ebenfalls bleiben, um Masami nicht zu verlieren, wird von dieser jedoch noch umgestimmt. Masami erzählt Kayako, sie wolle irgendwann heiraten und ein schlichtes Leben führen. Kayako geht nach Tokio und sagt Masami, sie würde sie nie vergessen.

Hintergründe[Bearbeiten]

Im Gegensatz zu klassischen Seinen-Manga ist der Comic nicht expressionistisch und dekorativ-ornamental, sondern zeichnet sich in seiner Darstellungsweise durch einen minimalistischen Realismus, klare Seitenlayouts und ein stark reduziertes Schwarzweiß aus.

Kiriko Nananan verarbeitete in dem Manga teilweise eigene Erlebnisse. In der Oberschule fühlte sie sich zu einer Mitschülerin hingezogen und war sich nicht sicher, ob sie in das Mädchen auch verliebt sei.[1]

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

blue erschien in Japan von Januar bis Oktober 1996 in Einzelkapiteln im monatlich erscheinenden, alternativen Manga-Magazin Comic Are!, für das zur selben Zeit unter anderem auch Hideo Azuma und Fumiko Takano zeichneten. Der Magazine-House-Verlag fasste diese Einzelkapitel im April 1997 auch in einen Sammelband zusammen.

Mit Hilfe von Frédéric Boilet erschien der Manga als Teil der La Nouvelle Manga-Bewegung in Frankreich und über diesen Umweg auch in den Vereinigten Staaten und in Spanien. 2006 wurde der Band auch auf Deutsch bei Schreiber & Leser veröffentlicht.

Rezeption[Bearbeiten]

Die meisten Kritiker nahmen den Manga positiv auf. Matthias Schneider lobte in der Zeitschrift Intro: „Sowohl erzählerisch als auch grafisch ist es Nananan grandios gelungen, die entschwindenden Gefühle der Selbstfindung ausdrucksstark einzufangen.“[1]

Verfilmung[Bearbeiten]

Der Independentfilmemacher Hiroshi Ando verfilmte die Manga-Serie mit Mikako Ichikawa und Manami Konishi in den Hauptrollen. Der 116 Minuten lange Film wurde 2002 und 2003 auf einigen Filmfestivals weltweit gezeigt, so unter anderem auf dem Toronto Film Festival. Der Film kam am 29. März 2003 in die japanischen Kinos. Auf dem Internationalen Filmfestival Moskau 2002 lief blue im Wettbewerb um die Goldene St. Georg, den Hauptpreis, konnte sich aber nicht gegen das Historiendrama Die Auferstehung der Italiener Paolo Taviani und Vittorio Taviani durchsetzen. Mikako Ichikawa wurde mit der Silbernen St. Georg als Beste Darstellerin ausgezeichnet.

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b Rezension bei Intro.de