Blutreinigungstee

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Blutreinigungstee, auch als Entschlackungstee bezeichnet, wird in der Alternativmedizin unter der Annahme eingesetzt, dass er das Blut von hypothetischen Schadstoffen entschlacken könne.[1][2]

Es werden hauptsächlich harntreibende und abführende Teedrogen zur Herstellung von Blutreinigungstees eingesetzt. Abhängig vom Hersteller werden dabei jedoch völlig verschiedene Pflanzen verwendet. Unter anderem gebräuchlich sind Schlehdorn, Löffelkraut,[3] Nachtschatten,[4] Stiefmütterchen,[5] Hauhechel,[5] Brennnessel,[6] Ackerschachtelhalm,[7] und Birke.[6]

Der in einer alten Ausgabe des Schweizer Arzneibuchs (Pharmacopoea Helvetica V, 1933) monografierte Blutreinigungstee (Species depurativae) enthält Sassafraswurzel, Walnussblätter, Schlehdornblüten, Sennesblätter, Stiefmütterchenkraut, Guajakholz, Fenchelsamen, Süßholzwurzel und Sarsaparillenwurzel.[8]

In der wissenschaftlichen medizinischen Literatur wird der Begriff „Blutreinigungstee“ nicht verwendet. Es ist nicht möglich, das Blut mit Hilfe von Tee von Schlacken zu reinigen. Der menschliche Körper entsorgt Giftstoffe auf natürliche Weise durch Leber und Niere. Die Anwendung von Blutreinigungstees soll allerdings diese Entgiftungs- und Ausscheidungsfunktionen anregen. Im menschlichen Körper fällt keine Schlacke (ein Begriff aus der Metallverarbeitung) an. Hier wäre der Begriff der Metaboliten als Produkte des Stoffwechsels treffender. Weil die meisten Blutreinigungstees harntreibend oder abführend wirken, besteht bei längerem Gebrauch die Gefahr der Gewöhnung.[1]

Einzelnachweise

  1. a b Hände weg von Blutreinigungstee und Entschlackungsprodukten. In: medizin.at. 3. September 2002, abgerufen am 24. Juni 2010.
  2. Udo di Fabio: Risikoentscheidungen im Rechtsstaat: zum Wandel der Dogmatik im öffentlichen Recht, insbesondere am Beispiel der Arzneimittelüberwachung. Morhr Siebeck 1994, ISBN 9783161461019, S. 201, Fußnote 73 (Auszug (Google)).
  3. Karl Stauffer: Klinische homöopathische Arzneimittellehre. Georg Thieme Verlag 2002, ISBN 9783877582411, S. 146 (Auszug (Google)).
  4. Rudolf Hänsel, Konstantin Keller, Hermann Hager, Horst Rimpler: Hagers Handbuch der pharmazeutischen Praxis. Springer 1994, ISBN 9783540526391, S. 740 (Auszug (Google)).
  5. a b Andreas Hummel: Arzneimittellehre. Vincentz Network GmbH & Co KG 2004, ISBN 9783878704829 S. 29, 54 (Auszug (Google)).
  6. a b Beiträge zur Sandbirke (pdf; 1,4 MB) - LWF-Bericht 28, Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft 2000, S. 99ff.
  7. Zeitschrift für die Untersuchung der Lebensmittel. Band 53, Nummer 4, April 1927, S. 726.
  8. Ernst Schneider: Nutze die heilkräftigen Pflanzen. Herausgegeben im Auftrage des Deutschen Vereins für Gesundheitspflege e.V., Hamburg, Saatkorn-Verlag,1963, S. 247 (Auszug (Google)).