Stiefmütterchen

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Als Stiefmütterchen bezeichnet man eine Gruppe von Arten aus der Gattung der Veilchen (Viola) innerhalb der Familie der Veilchengewächse (Violaceae), die sich durch die gegenseitige Bedeckung der Blütenblätter auszeichnen: Das breite unterste Kronblatt, die „Stiefmutter“, bedeckt teilweise die seitlichen, die „Töchter“, und diese wiederum die beiden obersten, die „Stieftöchter“. Als weiteres gemeinsames Merkmal besitzen die Stiefmütterchen große Nebenblätter. Die seltenere Bezeichnung Pensee kommt vom französischen (herbe de la) pensée „Pflanze des Gedenkens“. Das Stiefmütterchen gilt als Symbol des Andenkens, der Erinnerung.[1]

Stiefmütterchen
Großblütiges Acker-Stiefmütterchen
Gartenstiefmütterchen

Arten (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gartenstiefmütterchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Garten-Stiefmütterchen

Aus zahlreichen Kreuzungen des Wilden Stiefmütterchens (Viola tricolor) mit anderen Arten und Auslesen sind die Kulturformen, die Gartenstiefmütterchen (Viola × wittrockiana) entstanden, die von März bis November blühen, als Einjährige oder Zweijährige kultiviert werden und von denen es heute eine große Auswahl an Farben und Formen gibt.

Der Name Schweizer Riesen weist mit seinem Namen auf die großen Blüten dieser Sorten hin, neu sind Miniatur-Stiefmütterchen aus der Kreuzung von Gartenstiefmütterchen und Hornveilchen und gefüllte Formen.

Anbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Boden: Feucht, wasserdurchlässig, relativ fruchtbar
Sonne: Volle Sonne oder Halbschatten
Aussaat: Im Spätsommer

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bronzebüste von Emmanuel Villanis mit dem zweideutigen Titel pensée für „Stiefmütterchen“ oder „Denken“

Das Stiefmütterchen ist das Symbol der Freidenker in Frankreich und in Österreich. Es war schon im Mittelalter das Symbol für gute (humanistische) Gedanken.

Das Stiefmütterchen ist auch eines der Stadtsymbole der japanischen Stadt Ōsaka.

Es enthält Salicin.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich Dietert: Unser Gartenstiefmütterchen, Geest & Portig, Leipzig 1952

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Viola cultivars – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Duden online, Stichwort Pensee
  2. science.orf.at: Stiefmütterchen bekam endlich korrekten Namen