Bobino

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Eingang des Bobino in der Rue de la Gaîté in Paris
Veranstaltungsplakat des Folies-Bobino

Das Bobino ist eine Pariser Konzert- und Theaterbühne, die im Jahr 1873 gegründet wurde und insbesondere Mitte des 20. Jahrhunderts eine bekannte französische Music Hall war, in der viele Stars der Chanson-Szene auftraten. Das Gebäude liegt in Montparnasse in der Rue de la Gaîté, im 14. Arrondissement von Paris.

Das Bobino ist nicht zu verwechseln, mit dem ehemaligen, an der Rue Madame gelegenen, Théâtre du Luxembourg, das manchmal nach seinem ersten Besitzer, einem Clown und Puppenspieler namens Bobino, genannt wurde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bobino wurde im Jahr 1873 unter dem Namen Les Folies-Bobino eröffnet. Der Name nahm Bezug auf den Clown und Puppenspieler Bobino, ohne dass das Theater jedoch in direktem Bezug zu dem Unterhaltungskünstler aus dem frühen 19. Jahrhundert stand. Die Bühne präsentierte vor allem Gesangsdarbietungen. Der Zuschauerraum bot Platz für 600 Personen, angeschlossen waren ein Restaurant und ein Garten. Im Jahr 1927 wurde ein luxuriöser Saal für 1100 Zuschauer geschaffen. Im frühen 20. Jahrhundert traten hier Künstler wie Alibert, Montéhus, Polaire, Mistinguett, Eugénie Buffet, Mayol, Georgius, Yvette Guilbert, Damia, Mireille, Reda Caire und Tino Rossi auf.[1]

Ab 1936 wurde das Bobino unter seinem neuen Eigentümer Alcide Castille zu einer der führenden Music Halls von Paris und präsentierte unter anderem Programme von Jean Sablon (1936), Léo Marjane (1938), Rina Ketty (1939), André Dassary, Lucienne Delyle (1941), Yves Montand (1944), Line Renaud, Henri Salvador, Pierre Dudan (1947), Les Frères Jacques (1949), Juliette Gréco (1951), Georges Brassens, Gilbert Bécaud (1953), Jacques Brel, Fernand Raynaud (1955), Marcel Amont (1956), und Léo Ferré (1958).[1]

Im Jahr 1958 übernahm Félix Vitry das Bobino und restaurierte es. Die Bühne bot nun hauptsächlich Chanson-Autoren des Rive Gauche Auftrittsmöglichkeiten wie Ricet Barrier, Barbara, Anne Sylvestre, Colette Renard, Mouloudji, Claude Nougaro, Henri Tachan, Georges Moustaki, Reinhard Mey und Serge Reggiani.[1] Das Bobino blieb „en vogue“ bis zu Vitrys Tod im Jahr 1973, als der Ruf der Auftrittstätte allmählich zu verblassen begann. Im Jahr 1983 musste das Bobino schließen, ehe es im Jahr 1991 als Studio Bobino unter der neuen Ausrichtung eines gleichzeitigen Konzert- und Theatersaals wiedereröffnet wurde. Im Jahr 2006 änderten sich mit dem Besitzer erneut Name und Konzeption: Das Bobin’o präsentierte sich nun als eine Mischung aus Varieté und Restaurant.[2] Im Jahr 2010 eröffnete das Bobino neu als Bühne für Konzerte, Musicals und Comedy mit 800 Zuschauerplätzen.[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Bobino in La Hall de la Chanson.
  2. Bobin’o auf evene.fr.
  3. Bobino auf offi.fr.

Koordinaten: 48° 50′ 23″ N, 2° 19′ 25″ O