Boonekamp

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Miniflasche Boonekamp (aus tschechischer Produktion)
Schroeders Boonekamp aus dem ostwestfälischen Verl – auch „Verler Heimatwasser“ genannt

Boonekamp ist eine Bitterspirituose vom Typ eines Magenbitters. Er ist auch Grundlage von Mischgetränken wie dem Samtkragen.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Geruch ist aromatisch-würzig, leicht lakritzartig, im Abgang wärmend-brennend. Dabei ist der „Arzneigeschmack“ (auf Grund der Kräutermischung) gewollt und typisch.[1] Der Alkoholgehalt beträgt 40 bis 49 Volumenprozent. Der Zuckergehalt beträgt maximal drei Gramm auf 100 Milliliter. Die Herstellung erfolgt durch Mazeration oder Perkolation der ausgewählten Kräuter, Früchte, Wurzeln und Rinden in einer vorgewählten Spirituose. Die unterschiedlichen Kräutermischungen enthalten 36 bis 52 Komponenten.[2] Unter den Kräutern sind Anis, Koriander, Zimt und Sternanis vertreten.[3] Die Dauer der Lagerung bedingt weitere Differenzierungen des Geschmacks zwischen den Produzenten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Ursprungsort des Boonekamps gilt Leidschendam. Um 1780 hatte ein dort ansässiger Apotheker, dessen Name nach der Überlieferung Boonekamp oder Kamp war, einen Bitterlikör aus Genever und einer Kräutermischung hergestellt. Er verkaufte seine Rezeptur nach der Überlieferung an die Firma A. M. Freres in Antwerpen. Diese Art der Likörherstellung verbreitete sich bald in Holland und Belgien.

Die Rezepturen der Kräutermischungen variierten, sodass „Boonekamp“ zu einem Gattungsbegriff wurde. Der „Boonekamp of Maagbitter“, den Hubert Underberg aus Rheinberg 1846 entwickelte und 1851 beim Handelsregister als Warenprobe hinterlegte, besitzt eine festgeschriebene Rezeptur. 1894 mit dem Gesetz zum Schutz der Warenbezeichnungen konnte kein Namensschutz vergeben werden. So bekam der Boonekamp aus dem Haus Underberg die Bezeichnung „Underberg“.

Boonekamp gehört seither zum Standard-Sortiment vieler Hersteller von Kräuterlikören. Typisch ist der Vertrieb in kleinen Flaschen aus dunklem Glas als Portionsgröße des „Magentherapeutikums“ bei fettem Essen. Daneben sind Verkaufsgrößen in 0,7-Liter-Flaschen im Angebot.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Boonekamp – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mike Meinke: Boonekamp – Geschmacksbeschreibung. In: Lexikon der Spirituosen. Triobar – Cocktailbar, abgerufen am 11. Mai 2009.
  2. Ulrich Stula: Die Entstehungsgeschichte des Boonekamp. Abgerufen am 11. Mai 2009.
  3. Christian Rainer: Boonekamp. In: Christian Rainer Bar-Magazins. Abgerufen am 11. Mai 2009.