Bootfähiges Medium

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Ein bootfähiges oder startfähiges Medium (kurz Startmedium; booten von englisch to boot = [einen Computer] starten) ist ein Speichermedium, das für eine oder mehrere Computerplattformen sowohl den nötigen Inhalt als auch die notwendige Datenstruktur aufweist, um ein Starten des Computers mittels der auf dem Medium befindlichen Software zu ermöglichen.

Auswahl des Startmediums[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ob ein Computer tatsächlich von einem bestimmten Speichermedium starten kann oder nicht, hängt zuallererst davon ab, ob das Medium bzw. dessen Lesegerät (z. B. Laufwerk) auch an den Computer angeschlossen werden kann. Weiters muss die integrierte Firmware des Computers das entsprechende Lesegerät (Laufwerk) und dessen Anbindung (z. B. über USB) auch als Startmedium unterstützen.

Bei IBM-PCs mit BIOS als Firmware (bis ca. 2010 die meistgenutzte Firmware, abgelöst von UEFI) lässt sich beispielsweise meist im BIOS-Setup konfigurieren, welche Medien in welcher Reihenfolge probiert werden, genannt Bootreihenfolge. Auf Macintosh-Systemen von Apple lässt sich das zu verwendende Startmedium über die Firmware einstellen oder einmalig durch Halten der Taste  Alt (die Wahltaste auf Apple-Tastaturen entspricht der Alt-Taste auf PC-Tastaturen) nach dem Einschalten des Computers auswählen. Andere Systeme bieten oft ähnliche Wahlmöglichkeiten oder sind per Design „locked“, z. B. mobile Betriebssysteme wie Android oder iOS auf Smartphones.

Eine weitere Voraussetzung für ein Startmedium ist der korrekte Inhalt: Je nach Computersystem wird z. B. ein Bootloader benötigt, der in einem bestimmten Format vorhanden sein muss und an einer vordefinierten Stelle erwartet wird. Findet die Firmware einen solchen Bootloader, lädt sie diesen und übergibt dann die Kontrolle indem sie ihn ausführt. Die primäre Aufgabe eines Bootloaders ist das Starten eines Betriebssystems. Da also eine Software die nächste Software lädt und ausführt, wird dieser Prozess auch als Chain-Loading bezeichnet: die Firmware lädt den Urlader, der wiederum einen weiteren Bootloader von einem Startmedium lädt, der wiederum den Loader für ein Betriebssystem lädt, das weitere Teile (wie den Kernel) eines Betriebssystems startet.

Es ist auch möglich, mehr als eine Betriebssysteminstallation auf einem einzigen physischen Speichermedium unterzubringen: bei dieser als Multi-Boot-System bezeichneten Installation muss einer der im Chain-Loading vorhandenen Loader eine Auswahlmöglichkeit bieten, um das vom Anwender nach dem Einschalten des Computers gewünschte Betriebssystem starten zu können. Bei auf einen Bootloader angewiesene Systeme (vor allem Computer mit BIOS) ist dann eine zusätzliche Konfiguration oder die Installation eines Bootmanagers nötig, um das gewünschte Betriebssystem zum Starten auswählen zu können. Auf Systemen mit anderer Firmware kann das zu startende Betriebssystem meist direkt über die Firmware ausgewählt werden (Open Firmware, UEFI).

Beispiele für Startmedien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gegensatz zur Firmware, die nicht austauschbar ist bzw. die mehr oder minder fest mit dem Computersystem verbunden ist, ist ein Startmedium meist relativ einfach wechsel- oder austauschbar. Ein solches Medium kann z. B. sein:

Zur Reparatur, aber auch für andere Einsatzzwecke dienen Medien, die meist als Speicherabbild (z. B. als ISO image) mehr oder weniger frei verfügbar sind. Auch Anwendungen, insbesondere in der Backup- und Computersicherheitsanwendung, bieten startfähige Medien an, die sich teils später erstellen lassen (englisch Bootmedium Builder), teils aber mit der Installations-CD identisch sind.

→ Siehe auch: Einsatzmöglichkeiten von Live-Systemen

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]