Bootmgr

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BOOTMGR (Boot Manager)
Basisdaten

Entwickler Microsoft
Aktuelle Version siehe Microsoft Windows
Betriebssystem Microsoft Windows ab
Vista/Server 2008
Kategorie Bootmanager
Lizenz Proprietär

BOOTMGR ist der Bootloader von Microsoft Windows Vista bzw. Windows Server 2008 und deren Nachfolger. Er ist der Nachfolger des zuletzt in Windows XP bzw. Windows Server 2003 eingesetzten NT-Loaders (NTLDR).

Ablauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wird der Computer eingeschaltet, wird zuerst das BIOS oder das EFI geladen.

BIOS
Im Fall von BIOS liest dieses den MBR der Festplatte oder eines anderen Speichermediums ein und führt ihn aus. Durch den dort befindlichen Code wird dann der Bootsektor der als aktiv markierten Partition geladen und ausgeführt. Der Code aus dem Bootsektor einer Partition, auf der eine entsprechende Windows-Installation installiert wurde, ist nun fähig, die Datei bootmgr im Wurzelverzeichnis eines NTFS-Dateisystems zu finden und auszuführen. Das Programm bootmgr liest die Datei \Boot\BCD ein und zeigt ein Bootmenü zur Auswahl des zu startenden Betriebssystems an. Zudem überprüft der BOOTMGR die Disk-Signatur (Bytes 440-443 im MBR) mit seinen gespeicherten Booteinträgen aus der Boot Configuration Data. Wurde die Disk-Signatur verändert, verweigert Windows den Start mit einem „winload error“.[1]
EFI
Liegt EFI vor, so sind die ersten beiden Teile aus dem MBR und VBR überflüssig. Der Boot Manager ist in der Datei \efi\BOOT\bootia32.efi bzw. \efi\BOOT\bootx64.efi in der EFI-System-Partition gespeichert und wird von EFI direkt geladen und ausgeführt. Ansonsten ist die Funktionalität identisch zum bootmgr.

Als Nächstes startet BOOTMGR winload.exe, sofern Windows geladen werden soll. Es lädt in der Folge genau wie NTLDR den HAL, den Kernel und seine Bibliotheken und Gerätetreiber. Zudem lädt er die Windows-Registrierungsdatenbank. Danach übergibt winload.exe die Kontrolle dem Kernel, der sich initialisiert und weitere System-Dienste lädt.

Boot-Einstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle Einstellungen für den Bootloader sind bei BIOS-Systemen in der Datei \Boot\BCD, bei EFI-Systemen in der Datei \EFI\Microsoft\Boot\BCD in der EFI-Systempartition abgelegt.[2] Die Boot Configuration Data ist in eine Binärdatei abgelegt und vom Aufbau her ein Hive der Windows-Registrierungsdatenbank. Microsoft bietet das Kommandozeilen-Tool bcdedit.exe an, um Bootparameter zu ändern. Es ist auch möglich beim Booten von der Windows-CD über den Punkt „Computer reparieren/Systemwiederherstellungsoptionen“ das Tool bootrec.exe aufzurufen. Alternativ kann das Programm EasyBCD von NeoSmart Technologies oder der Visual BCD Editor benutzt werden, um die BOOTMGR-Einstellungen zu ändern.

Die Details des neuen BCD-Formats sind undokumentiert.[3]

Vergleich mit dem NT-Loader[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BOOTMGR bietet ähnliche Konfigurationsmöglichkeiten wie der NT-Loader:

  • Booten von Windows Vista oder Windows 7 mit winload.exe
  • Windows wiederherstellen aus dem Ruhezustand mit winresume.exe
  • Windows NT 5.1 oder ältere Versionen, die NTLDR nutzen, starten
  • Beliebige VBR oder MBR laden
  • Beliebige Images laden

Unterschiede:

  • Die Boot-Einstellungs-Datei im NT-Loader ist boot.ini im Hauptverzeichnis und lässt sich mit einem Texteditor bearbeiten.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Multibooters - Dual/Multi Booting With Vista bootmgr and BCD und Disk Signature
  2. Microsoft: Boot Configuration Data Reference Documentation. In: Microsoft Platform SDK. Archiviert vom Original am 15. März 2008. Abgerufen am 14. Dezember 2010. (englisch)
  3. Jonathan de Boyne Pollard: The Windows NT 6 boot process. In: Frequently Given Answers. Abgerufen am 14. Dezember 2010. (englisch)