Boris Previšić

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Boris Previšić

Boris Previšić (* 11. April 1972 in Richterswil) ist ein Schweizer Literaturwissenschaftler und Musiker. Er ist SNF-Förderprofessor für Literatur- und Kulturwissenschaften an der Universität Luzern und Direktor des Instituts Kulturen der Alpen.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Matura am Langzeitgymnasium in Wetzikon erwarb Previšić in Winterthur das Orchesterdiplom (1996) und machte bei Felix Renggli an der Musikakademie Basel die Konzertausbildung mit kammermusikalischem und kulturphilosophischem Schwerpunkt. Bevor sich Previšić der Literatur- und Kulturwissenschaften verschrieb, verfeinerte er seine interpretatorischen Fähigkeiten in der Neuen und Zeitgenössischen Musik sowie auf der Traverso an der Cité internationale des arts in Paris bei Gilles Burgos. 2001 gründete er zusammen mit Matthias Arter pre-art zur Förderung des zeitgenössischen Musikschaffens von Slowenien bis Usbekistan.

Sein Studium in Neuerer Deutscher, Französischer und Vergleichender Literaturwissenschaft an der Universität Zürich schloss Previšić nach einem Gastaufenthalt an der Cornell University 2005 mit der Promotion zu Hölderlins Rhythmus ab. Previšić untersucht diskursive und narratologische Konstruktionen von Identität, insbesondere indem er den Balkan als Reflexion europäischer Identität analysiert. Diesem Thema widmete er sich als Gastforscher und Gastprofessor in Berlin, Wien und Zagreb. Auf die Habilitationsschrift «Literatur topographiert» folgte 2014 die venia legendi an der Philosophisch-Historischen Fakultät der Universität Basel.

In seiner Zeit an der Universität Luzern griff Previšić erneut ein musikalisches Thema in der Literaturwissenschaft mit dezidiert kulturwissenschaftlicher Ausrichtung auf. In seinem Forschungsprojekt «Stimmung und Polyphonie: Musikalische Paradigmen in Literatur und Kultur» zeichnete er eine Geschichte der ungleich stufig temperierten Stimmungen nach, die sich im 17. Jahrhundert etablieren und im 18. Jahrhundert als zentrale Sinndimension auf Ästhetik und Physiologie übertragen.

Seit 2018 widmet sich Previsic prononciert klimapolitischer Fragen, dies insbesondere im Zusammenhang mit der Zukunft der Alpen und mit einer landbasierten hochskalierten Kohlendioxid-Rückbindung in Biomasse.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine vollständige Liste der wissenschaftlichen Publikationen findet sich auf Previšićs Website der Universität Luzern.[1]

  • CO2: Fünf nach Zwölf. Wie wir den Klimakollaps verhindern können. Mandelbaum, Wien 2020.
  • mit Silvan Moosmüller: Polyphonie und Narration WVT Wissenschaftlicher Verlag Trier, Trier 2020.
  • „Es heiszt aber ganz Europa...“ Imperiale Vermächtnisse von Herder bis Handke. Kadmos, Berlin 2017.
  • Literatur topographiert. Der Balkan und die postjugoslawischen Kriege im Fadenkreuz des Erzählens. Kadmos, Berlin 2014.
  • Hölderlins Rhythmus. Ein Handbuch. Stroemfeld, Frankfurt am Main 2008.
  • Gotthardfantasien – Eine Blütenlese aus Wissenschaft und Literatur. Hier und jetzt, Baden 2016.
  • mit Silvan Moosmüller und Laure Spaltenstein (Hg.): Stimmungen und Vielstimmigkeit der Aufklärungen. Wallstein, Göttingen 2017.
  • mit Martina Baleva: Den Balkan gibt es nicht. Erbschaften im Südosten Europas. Böhlau, Wien 2016.
  • mit Thomas Grob und Andrea Zink: Erzählte Mobilität im östlichen Europa. (Post-)Imperiale Räume zwischen Erfahrung und Imagination. Narr, Tübingen 2013.
  • mit Evi Fountoulakis: Der Gast als Fremder. Narrative Alterität in der Literatur. Transcript, Bielefeld 2011.
  • Die Literatur der Literaturtheorie. Collection 10. Lang, Bern 2010.
  • Das Attentat von Sarajevo 1914. Ereignis und Erzählung. Hohesufer, Hannover 2014.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Prof. Dr. Boris Previšić. Publikationen